Stärkste Produktionssteigerungen seit zweieinhalb Jahren sorgen in der deutschen Industrie im Dezember für neuerlichen Jobaufbau

Stärkste Produktionssteigerungen seit zweieinhalb Jahren sorgen in der deutschen Industrie im Dezember für neuerlichen Jobaufbau



- EMI klettert auf 2,5-Jahreshoch
- Enorme Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang
- Erster Jobaufbau seit März

Die deutsche Industrie setzte im Dezember zum Höhenflug an und verzeichnete den stärksten Zuwachs seit zweieinhalb Jahren. Dies signalisiert der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index, der zum sechsten Mal in Folge oberhalb der Wachstumsschwelle notierte und gegenüber November um 1.6 Punkte auf 54.3 zulegte. Dank kräftiger Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang wurden saldiert in dem Sektor auch erstmals seit März wieder neue Stellen geschaffen. Der Einkaufsmanager Index spiegelt das Ergebnis der Dezember-Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen zur Industriekonjunktur in Deutschland in einem Wert wider.

Dank der prall gefüllten Auftragsbücher weiteten die Betriebe die Produktion so kräftig aus wie zuletzt im Mai 2011. Detailergebnissen der Umfrage zufolge traf dies in erster Linie für den Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich zu, während die Konsumgüterhersteller abermals nur eine minimale Steigerungsrate verbuchen konnten.

Der Auftragseingang wies nicht nur das sechste Plus in Folge aus, der Zuwachs war sogar so stark wie seit April 2011 nicht mehr. Zu verdanken war dies auch dem florierenden Exportgeschäft. Hier waren die Orderbücher so gut gefüllt wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Unter den drei von der Umfrage erfassten Hauptbereichen der deutschen Industrie hatten die Investitionsgüterhersteller bei den Auslandsbestellungen eindeutig die Nase vorn. Wieder angezogen hat laut Befragten vor allem auch die Nachfrage aus den Emerging Markets.

Infolge des kräftigen Auftragsschwungs stieg im Dezember der Kapazitätsdruck deutlich an, was daran zu erkennen war, dass die Auftragsbestände so zügig zunahmen wie zuletzt im April 2011. Dies zog erfreulicherweise auch den ersten Jobaufbau seit März nach sich. Obwohl noch verhalten, erreichte der entsprechende saisonbereinigte Jobindex den höchsten Wert seit Januar 2012.

Wegen der kräftig gestiegenen Produktionsanforderungen weiteten die Branchenakteure die Einkaufsmenge im Dezember so zügig aus wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Prompt verlängerten sich daraufhin erneut die durchschnittlichen Lieferzeiten, und zwar abermals in ganz erheblichem Ausmaß.

Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich ebenfalls, so dass der entsprechende saisonbereinigte Index auf den höchsten Wert seit Oktober 2012 kletterte. Der Langzeit-Durchschnittswert bei der Teuerungsrate wurde jedoch unterschritten. Die Verkaufspreise konnten insgesamt nur moderat erhöht werden.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Unsere Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die deutsche Industrie in jüngster Zeit an Dynamik gewonnen hat und momentan so stark wächst wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. So hat die anziehende globale Nachfrage für einen regelrechten Auftragsschub und einen neuerlichen Jobaufbau im gesamten Sektor gesorgt. Von den verbesserten Exportbedingungen am Jahresende haben besonders die Investitionsgüterhersteller profitiert.

Die Wachstumsaussichten für 2014 sind ebenfalls positiv. Für anhaltende Produktionssteigerungen sprechen nicht nur der Anstieg der Auftragsbestände im Dezember, sondern auch die Bemühungen, die Lager nach den jüngsten Rückgängen wieder aufzustocken. Verdeutlicht wird dies aktuell durch die rasante Zunahme der Auftragspolster und die stärkste Ausweitung der Einkaufsmenge seit zweieinhalb Jahren.”