Deutschland: Neuaufträge im November beflügeln Geschäftswachstum der Dienstleister
Deutschland: Neuaufträge im November beflügeln Geschäftswachstum der Dienstleister
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland(1) bei 55.7 (10-Monatshoch; Oktober 52.9)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland(2) bei 55.4 (29-Monatshoch; Oktober 53.2)
Die ausgewerteten November-Daten halten gleich mehrere gute Neuigkeiten bereit. Sowohl die Geschäftstätigkeit als auch die Neuaufträge der deutschen Dienstleister haben gegenüber Oktober verstärkt zugenommen. Infolgedessen konnte im November saldiert wieder neues Personal eingestellt werden, und die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate sind derzeit so gut wie seit März nicht mehr. Allerdings hat der Druck auf die Gewinnmargen aufgrund des ungünstigen Verhältnisses zwischen kräftigen Kostensteigerungen und marginal erhöhten Angebotspreisen weiter zugenommen.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit kletterte von 52.9 binnen Monatsfrist auf 55.7 Punkte und hielt sich den sechsten Monat in Folge oberhalb der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Damit ließ er auch seinen Langzeit-Durchschnitt von 52.9 hinter sich und wies ein beachtliches Wachstum für den Dienstleistungssektor aus. Alle sechs von der Umfrage erfassten Bereiche verzeichneten einen Anstieg, der Bereich Post & Telekommunikation belegte dabei die Spitzenposition.
Auch der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, legte gegenüber Oktober zu und stieg von 53.2 auf 55.4 Punkte an. Damit erreichte er fast ein Zweieinhalb-Jahres-hoch. Außerdem übertraf er seine Vorabschätzung um 1.1 Punkte.
Der jüngste Schub im Dienstleistungssektor ist vor allem auf die deutlich erhöhte Zahl an Neuaufträgen zurückzuführen. Dank der verbesserten Wirtschaftslage und der damit verknüpften erhöhten Ausgabebereitschaft der Kunden erreichte die Nachfrage im Dienstleistungssektor ebenfalls bei-nahe ein Zweieinhalb-Jahreshoch. Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Post & Telekommunikation und Vermittlung von Finanzdienstleistungen wurden zunehmend mit weiteren Aufträgen betraut. Für die Privatwirtschaft insgesamt wurde der fünfte Zuwachs in Folge gemessen.
Im Hinblick auf die Entwicklung binnen Jahresfrist zeigten sich die Dienstleister insgesamt ausgesprochen optimistisch: Das Stimmungsbarometer erreichte den höchsten Stand der letzten neun Monate. Dies trug auch dazu bei, dass das Beschäftigungsniveau nach dem marginalen Rück-gang im Vormonat wieder zunahm und die Einstellungsrate den höchsten Wert seit Dezember 2011 erreichte. Das Stellenwachstum wurde zudem durch ein weiteres Anwachsen der Auftragsbestände und dem damit verbundenen erhöhten Auslastungsgrad der Unternehmen begünstigt.
Der Kostenanstieg schwächte sich im Dienstleistungssektor im November etwas ab, fiel aber dennoch höher aus als im langjährigen Mittel. Einige der Umfrageteilnehmer führten höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter als Hauptgrund hierfür an. Die Angebotspreise der Dienstleister erhöhten sich im Gegensatz hierzu nur geringfügig. Auf privatwirtschaftlicher Ebene blieben die Kosten weitgehend konstant, während die Verkaufspreise den fünften Monat in Folge zunahmen.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:
„Die PMI-Daten für November lieferten gleich auf zweifache Weise gute Nachrichten zur deutschen Wirtschaft. Denn neben der Industrie verbuchten auch die Dienstleister einen robusten Anstieg der Geschäftstätigkeit und einen beschleunigten Aufwärtstrend gegenüber dem Vormonat. Zugleich zeichneten die finalen Umfragedaten ein positiveres Bild von der Wirtschaft als noch die Vorabschätzung für November.
Insgesamt erzielte der Privatsektor den größten Leistungszuwachs seit Mitte 2011, und die steigenden Auftragseingänge deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft einem positiven Jahresende entgegenblickt.”