Deutschland: Dienstleistungssektor erzielt im Oktober fünftes Wachstum in Folge
Deutschland: Dienstleistungssektor erzielt im Oktober fünftes Wachstum in Folge
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 52.9 (September 53.7)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 53.2 (unverändert)
Dank zunehmender Auftragseingänge verbuchten die deutschen Dienstleister im Oktober einen weiteren Geschäftszuwachs. Außerdem zeigten sich die Umfrageteilnehmer hinsichtlich ihrer Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist so optimistisch wie seit April nicht mehr und ihre Stimmung war besser als im Langzeit-Durchschnitt. Angesichts stark gestiegener Kosten und nur marginal erhöhter Angebotspreise zeichnete sich jedoch bei den Gewinnmargen ein weiterer Rückgang ab. Schwindende Auftragspolster lassen zudem darauf schließen, dass die Unternehmen über überschüssige Kapazitäten verfügten. Dies hatte zur Folge, dass saldiert Personal entlassen wurde und das Beschäftigungsniveau im Dienstleistungssektor leicht absank. Somit endete ein dreimonatiger Stellenaufbau.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit gab gegenüber seinem 7-Monats-hoch von September leicht nach und sank binnen Monatsfrist von 53.7 auf 52.9 Punkte ab. Damit hielt er sich dennoch den fünften Monat in Folge oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze und wies erneut ein solides Wachstum für den Dienstleistungssektor aus. Fünf der sechs von der Umfrage erfassten Bereiche verzeichneten einen Anstieg, einzige Ausnahme blieb der Bereich Transport & Lagerhaltung. Das größte Plus erzielten Unternehmen der Branche Vermittlung von Finanzdienstleistungen, gefolgt von Post & Telekommunikation.
Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, blieb mit 53.2 Punkten gegenüber September konstant. Somit hielt er sich deutlich oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze und wies für den Privatsektor erneut ein robustes Wachstum aus.
Bei den Neuaufträgen verbuchten die Dienstleister den größten Zuwachs seit Januar, was viele der Befragten auf eine gestiegene Kundenzuversicht zurückführten. Auch bei den Industrieunternehmen mehrten sich die Auftragseingänge, wodurch die Privatwirtschaft insgesamt das vierte Plus in Folge verzeichnete.
Trotz des verstärkten Eingangs von Neuaufträgen verringerten sich die Auftragsbestände der Dienstleister geringfügig. Zahlreiche Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie über genügend Kapazitäten verfügten um sowohl eingehende als auch bestehende Aufträge abzuarbeiten. Daher nahm die Einstellungsbereitschaft insgesamt ab und es wurden erstmals seit Juni wieder saldiert Stellen gestrichen. Daran änderte auch nichts, dass sich die Geschäftsprognosen gegenüber den vergangenen fünf Monaten verbesserten. Die Hersteller bauten ihren Personalbestand ebenfalls ab, so dass sich auf privatwirtschaftlicher Ebene der zweite Beschäftigungsabbau innerhalb der letzten drei Monate abzeichnete.
Die Kosteninflation blieb im Oktober weiterhin auf einem hohen Niveau und umfasste alle Dienstleistungsbereiche. Infolge des hohen Wettbewerbs verfügten die Unternehmen nur über eine geringe Preismacht und konnten ihre Preise im Durchschnitt nur minimal anheben. Berechnet man den Industriesektor mit ein, so ergibt sich bei den Kosten insgesamt die höchste Inflationsrate seit einem Jahr. Die Verkaufspreise hingegen stiegen in beiden Sektoren nur geringfügig an.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:
„Nach den Industrieunternehmen vermeldeten nun auch die Dienstleister im Oktober einen robusten Zuwachs bei der Geschäftstätigkeit und den Neuaufträgen. Die aktuellen Umfragedaten zeigen daher zu Beginn des vierten Quartals einen fortgesetzten Aufwärtstrend für die deutsche Wirtschaft auf, wobei die Zuwachsrate weitgehend dem Niveau der Sommermonate entspricht.
Zugleich jedoch deutet ein saldierter Stellenabbau auf eine gestiegene Vorsicht der Privatunternehmen hin. Die jüngste Umfrage weist die stärkste Absenkung des Beschäftigungsniveaus seit Juni aus und spiegelt damit vor allem die neuerlichen Personaleinsparungen im Dienstleistungssektor wider.”