Wirtschaft in der Eurozone kommt langsam wieder in Fahrt
Wirtschaft in der Eurozone kommt langsam wieder in Fahrt
- Eurozone erholt sich langsam von längster Rezession seit mehr als 30 Jahren
- Auch österreichische Wirtschaft auf moderatem Wachstumskurs
- Unterschiede zwischen Kern- und Peripherieländern stellen Politik vor Herausforderungen
Mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im zweiten Quartal 2013 lassen die Wirtschaftsindikatoren zum ersten Mal seit 18 Monaten wieder auf ein langsames, aber moderates Wirtschaftswachstum in der Eurozone hoffen. Damit scheint das Ende der längsten Rezession in der Eurozone in den letzten 30 Jahren eingeläutet zu sein. Obwohl das kumulierte BIP aller Eurozone-Länder auch für das gesamte Jahr 2013 mit -0,5 Prozent noch rückläufig sein wird, deuten zahlreiche Indikatoren auf eine Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte hin: Die steigende Exportnachfrage, ein verbessertes Investitionsklima und durch die niedrige Inflation stabilisierte Verbraucherausgaben lassen auf eine Entspannung der Wirtschaftslage hoffen. Auch Österreichs Wirtschaft erfährt dadurch Aufwind. 2013 soll die heimische Wirtschaft laut dem aktuellen Eurozone Forecast des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY um 0,4 Prozent wachsen, ehe sie 2014 mit +1,5 Prozent etwas mehr in Schwung kommen soll.
Großes Ungleichgewicht zwischen Eurozone-Ländern
Mit dieser Wachstumsprognose zählt die österreichische Wirtschaft zu den Spitzenreitern in der Eurozone. Nur in Deutschland (+0,6 Prozent), Luxemburg (+0,8 Prozent), der Slowakei (+0,9 Prozent) sowie in Malta und Estland (beide +1,0 Prozent) soll die Wirtschaft in diesem Jahr noch stärker wachsen. „Die Wirtschaftsdaten zeichnen ein ungleiches Bild der eigentlich durch die gemeinsame Währung vereinten Region: Während die Kernländer die Krise recht unbeschadet ‚durchtauchen‘ konnten, sind die Länder am Rande der Eurozone immer noch schwer gezeichnet. Seit Anfang der 2000er-Jahre waren die wirtschaftlichen Abweichungen zwischen den Länder der Eurozone nicht so groß wie jetzt. Leider schaut es so aus, als würde sich das wohl auch nicht so schnell ändern. Die weiterhin steigende Arbeitslosigkeit in Ländern wie Portugal, Spanien und Griechenland ist nur ein Hinweis dafür“, so Helmut Maukner, Country Managing Partner von EY Österreich. „Die Politik ist gefordert endlich an einem Strang zu ziehen und die gesamte Eurozone damit wieder zu stabilisieren. Eine Lockerung der Kreditkonditionen in den Peripherieländern könnte hier eine geeignete Maßnahme sein“, so Maukner weiter.
Österreichische Wirtschaft für Aufwind gerüstet
Trotz des leichten Aufwärtstrends muss sich die heimische Wirtschaft noch etwas gedulden, bevor sie ab 2014 mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 1,5 Prozent wieder etwas mehr Fahrt aufnehmen kann. „Die heimische Nachfrage ist auf Grund der weiterhin leicht steigenden Arbeitslosigkeit und einer nur langsam sinkenden Inflation weiterhin etwas geschwächt. Erst für nächstes Jahr prognostizieren die Experten ein Wachstum der Realeinkommen. Dann sollen die Konsumausgaben und auch die Investitionen aber endlich wieder ansteigen und die Wirtschaft antreiben“, so Maukner. Die österreichische Wirtschaft sei dafür aber bereits bestens gerüstet. „Die heimischen Unternehmen konnten ihren Wettbewerbsvorteil in den letzten Jahren zum Glück erhalten. Sie sind hoch spezialisiert und verfügen über Abnehmer in einer Vielzahl von Exportländern. Dadurch zählt Österreich zu den wenigen Eurozone-Ländern, von denen wir erwarten, dass sie ihren Exportanteil langfristig erhalten können“, zeigt sich Maukner positiv im Hinblick auf die Langzeitentwicklung.