Prognose für 2013 und 2014: Erste Zeichen einer Konjunkturerholung

Prognose für 2013 und 2014: Erste Zeichen einer Konjunkturerholung



 Die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten haben etwas nachgelassen, und die Unternehmen sind bezüglich der weiteren Entwicklung wieder optimistischer. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum seit Ende 2011 scheint die zweite Rezession innerhalb von fünf Jahren beendet zu sein. Auch in der heimischen Wirtschaft nimmt die Zuversicht wieder zu, jedoch sind die aufwärtsgerichteten Kräfte bislang noch gering.

Das Zusammentreffen der Dämpfung in den Schwellenländern mit der Konjunkturschwäche im Euro-Raum drückte die Wirtschaftsentwicklung auch in Österreich deutlich. Das Wachstum verlangsamte sich 2012 immer mehr, gegen Jahresende schrumpfte die Wirtschaft sogar. Anfang 2013 kam der Rückgang zum Stillstand und wurde von einer Stagnationsphase abgelöst.

Die Unternehmensumfragen von August und September 2013 zeigen erstmals wieder eine nennenswerte Zunahme des Optimismus. Bereits im IV. Quartal 2013 sollte die heimische Wirtschaft etwas an Kraft gewinnen. Die Konjunktur wird sich 2014 weiter erholen, die Belebung wird jedoch aufgrund der anhaltenden Strukturprobleme im Euro-Raum nicht die Stärke vergangener Aufschwungsphasen erreichen.

2013 entwickelt sich auch die Binnennachfrage schwach, jedoch belastet der Rückgang der Nachfrage nach dauerhaften Konsumgütern und Ausrüstungsinvestitionen eher den Import als die heimische Produktion. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte blieben im 1. Halbjahr real um 1,3% unter dem Vorjahresniveau (allerdings nicht bereinigt um den Schalttag im Vorjahr). Angesichts der trüben Wirtschaftsaussichten und der Unsicherheit agierten die Unternehmen in ihren Ausrüstungsinvestitionen bislang zurückhaltend. Diese werden 2013 real um 3,5% unter dem Vorjahresniveau liegen. Auch die Bauinvestitionen entwickeln sich mit +0,5% nur sehr verhalten. Die inländische Verwendung wird daher heuer real um 0,8% schrumpfen. Während der gesamtwirtschaftliche Export 2013 real um 2,7% wächst, dürfte der Import um nur 0,7% zunehmen. Der Außenbeitrag wirkt daher trotz der schwachen Auslandsnachfrage positiv.

Der Rückgang der Binnennachfrage spiegelt sich deutlich in der Kreditvergabe: Das Volumen der Direktkredite an inländische Nichtbanken stagniert seit 2012 und wird erst 2014 wieder steigen.

Die Arbeitslosigkeit reagierte relativ rasch auf die Konjunkturabschwächung und die deutliche Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes (2012 +1,6%, 2013 +1,2%). Nach einem Anstieg um über 5% im Vorjahr erhöht sich die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen 2013 weiter auf 287.600 (+27.000). 2014 wird der Anstieg nachlassen (+11.000). Trotz der mäßigen Produktionsentwicklung steigt die Beschäftigung nach wie vor leicht (unselbständig aktiv Beschäftigte 2013 +0,7%, 2014 +0,8%).

Aufgrund der Bemühungen um Konsolidierung der öffentlichen Haushalte wird das Finanzierungsdefizit 2013 trotz des schwachen Wirtschaftswachstums und der zusätzlichen Ausgaben für notleidende Kreditinstitute mit 2,6% etwa so hoch sein wie 2011 und 2012 (jeweils 2,5%). Erst 2014 kann mit einer deutlicheren Verringerung auf 1,6% gerechnet werden.

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - auf der WIFO-Website ( http://www.wifo.ac.at/publikationen )