Deutschland: Dienstleister profitieren im September von größtem Wachstumsschub seit Februar

Deutschland: Dienstleister profitieren im September von größtem Wachstumsschub seit Februar



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 53.7 (August 52.8)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 53.2 (August 53.5)

Der deutsche Dienstleistungssektor verzeichnete im September erneut ein kräftiges Geschäftswachstum. Treibende Kraft war hierbei der erhöhte Eingang an Neuaufträgen. Dieser wirkte sich auch positiv auf die Beschäftigungsentwicklung aus: Die Zahl der Neueinstellungen stieg so stark an wie seit Mai 2012 nicht mehr.

Im Zuge dieser Entwicklungen legte der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit binnen Monatsfrist von 52.8 auf 53.7 Punkte zu und schloss damit den vierten Monat hintereinander oberhalb der neutralen 50-Punkte-Linie. Zugleich erreichte er den höchsten Stand seit Februar. Besonders stark legten die Bereiche Vermittlung von Finanzdienstleistungen und Post & Telekommunikation zu.

Für die Privatwirtschaft insgesamt wies der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, ebenfalls einen robusten Zuwachs aus. Infolge eines schwächeren Industriewachstums nahm der Index gegenüber seinem 7-Monatshoch von August zwar um 0.3 Punkte auf 53.2 ab, hielt sich aber weiterhin deutlich über der neutralen 50-Punkte-Linie.

Die Neuauftragszahlen der Dienstleister stiegen im September den dritten Monat in Folge an, die Zuwachsrate war dabei die höchste sei Januar. Nach Angaben der befragten Unternehmen hatte vor allem die Binnennachfrage im Monatsverlauf zugenommen. Die positive Auftragsentwicklung trug wiederum dazu bei, dass die Unternehmen ihre Prognosen für die Geschäftsentwicklung binnen Jahresfrist nach oben anpassten. Wenngleich ihr Optimismus nicht so stark ausfiel wie in den vergangenen beiden Monaten, zeigten sich die Dienstleister dennoch ausgesprochen zuversichtlich.

Angesichts der erhöhten Ausgabebereitschaft ihrer Kunden sahen sich die Dienstleister dazu ermutigt, ihre Personalbestände aufzustocken. Die Einstellungsrate lag dabei über ihrem Langzeit- Durchschnitt und so hoch wie seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr. Die zusätzlichen Arbeitskräfte halfen den Unternehmen dabei, unerledigte Aufträge abzuarbeiten, so dass die Auftragsbestände gegenüber dem Vormonat geringfügig abnahmen.

Auf privatwirtschaftlicher Ebene erhöhte sich die Zahl der Auftragseingänge im September den dritten Monat in Folge und das Beschäftigungsniveau stieg trotz Entlassungen im Industriesektor an.

Die durchschnittliche Kostenlast der Dienstleistungsunternehmen nahm im September erneut zu. Damit erstreckt sich der kontinuierliche Kostenanstieg mittlerweile auf vier Jahre. Die Inflationsrate stieg gegenüber August leicht an und lag über ihrem Langzeit-Durchschnitt. Hauptkostentreiber waren höhere Treibstoff- und Energiepreise sowie gestiegene Lohnkosten. Im Gegensatz hierzu nahmen die Angebotspreise der Dienstleister im Durchschnitt nur marginal zu. Die meisten der Unternehmen, die ihre Preise anhoben, gaben hierzu an, dass sie zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten zu kompensieren versuchten.

Die Einkaufskosten verringerten sich zwar im Industriesektor, doch auf die Privatwirtschaft ins-gesamt gerechnet stieg die Inflationsrate auf ein 9- Monatshoch. Dagegen blieben die Verkaufspreise im Vergleich zu August weitgehend konstant.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die deutsche Privatwirtschaft verbuchte im September ein solides Wachstum. Insbesondere die Dienstleister brachten das dritte Quartal zu einem erfolgreichen Abschluss. Außerdem lassen vermehrte Neuaufträge auf ein gutes viertes Quartal für die Dienstleistungsunternehmen hoffen.

Eine zunehmende Kostenbelastung führte zwar zusammen mit stagnierenden Angebotspreisen zu einem erhöhten Druck auf die Gewinnmargen. Dies hielt die Dienstleister aber nicht davon ab, ihre Personalbestände saldiert zu erhöhen. Grund für die Neueinstellungen sind nicht nur die aktuellen Auftragszahlen sondern auch die weiterhin positiven Geschäftsaussichten.”