Flutopfer klagen Verbund

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Flutopfer klagen Verbund



 Nach dem öffentlichen Eingeständnis des Verbundes, dass die Region Eferding absichtlich geflutet wurde, haben sich nun geschädigte Unternehmer und Privatpersonen zu einer Initiative zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen den Verbund gerichtlich vorzugehen. 

Geplant ist, die durch das Hochwasser entstandenen geschätzten Schäden in Höhe von Euro 250 Mio. beim Verbund einzuklagen. 

Die Verbund AG hat mehrere Versäumnisse zu verantworten. So wurden die Pegelstände an die falsche E-Mail-Adresse übermittelt und konnte daher die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt oder evakuiert werden. Darüber hinaus standen der behördlichen Einsatzleitung die vom Verbund nach der Wehrbetriebsordnung zu liefernden Informationen während der gesamten Dauer der Hochwasserkatastrophe nicht zur Verfügung. Weiters stellt sich die Frage, ob es nicht möglich gewesen wäre, durch vorzeitiges Öffnen der Schleusen die drohende Flut abzuleiten und damit eine Überflutung zu verhindern. 

Es besteht darüber hinaus der Verdacht, dass der Wasserstand in Stauraum Aschach zu schnell abgesenkt wurde und dadurch im Stauraum der Wasserspiegel trotz Hochwasser absank. Gleichzeitig wurden dadurch die darunter liegenden Bereiche geflutet. 

Dr. Rabl von HFSR Rechtsanwälte: "Die von mir vertretenen Geschädigten haben einen Gesamtschaden von geschätzten Euro 6 Mio. Ist dem Verbund eine Verletzung der Wehrordnung vorzuwerfen, so sind daraus Schadenersatzansprüche abzuleiten. Besonders relevant ist dabei aus meiner Sicht, dass der Verbund offensichtlich seine Warnpflicht verletzt hat und daher für die dadurch verursachten Schäden haftet. Klagen werden vorbereitet."

Christoph Schilchegger, Sprecher der Opferinitiative, dazu: "Ich habe in meinem Betrieb einen Schaden von ca. Euro 2 Mio. Wäre ich rechtzeitig von der absichtlichen Flutung informiert worden, hätte ich sofort reagieren und damit Schäden vermeiden können."

Die Initiative "Flutopfer" plant vorerst außergerichtliche Gespräche mit der Verbund AG, damit rasch und unbürokratisch geholfen werden kann. Darüber hinaus soll das von Rudi Anschober in Auftrag gegebene Gutachten der Universität Kassel, das das Verschulden am Hochwasser klären soll, abgewartet werden.