Pleite-Konzern Alpine in Offshore-Leaks-Datenbank
NEWS: Pleite-Konzern Alpine in Offshore-Leaks-Datenbank
Mehrheitsanteil an Autobahn-Gemeinschaftsunternehmen in China landete in Briefkasten-Firma in der Karibik.
Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der in die Pleite geschlitterte Baukonzern Alpine in der Steueroasen-Datenbank des Offshore-Leaks-Projekts des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) auftaucht. Hintergrund ist ein Autobahn-Projekt in Ningbo in China, bei dem die Alpine im Jahr 2002 einen Auftrag als "General-Bau-Agent" erhielt.
Treibende Kraft war die Wiener Firma ELVAG rund um den früheren Chef der Pyhrn-Autobahn AG, Heinz Talirz. 2004 musste die Alpine dann für 14,08 Millionen US-Dollar selbst eine Beteiligung von 11,5 Prozent bei der chinesischen Betreiberfirma Ningbo Shanjieling Expressway Co. Ltd. (NSEC) eingehen, um das chinesische Joint-Venture nicht zu gefährden.
Wie aus der Offshore-Leaks-Datenbank hervorgeht, verkaufte die Stadt Ningbo im Jahr 2006 einen Anteil von 65 Prozent an der NSEC an eine Briefkastenfirma namens "Ning Shing Yong Jin Company Limited" mit Sitz auf den British Virgin Islands. Die Alpine war in die Vorbereitung der Transaktion eingebunden. Wenige Monate später klagte die NSEC die Alpine vor dem Hohen Volksgericht der Provinz Zhejiang auf Rückzahlung einer bereits geleisteten Millionen-Vergütung für die Baudienstleistungen. Der Rechtsstreit soll bis heute nicht abgeschlossen sein.
NEWS wurde als einziges österreichisches Medium vom ICIJ als Partner beim Offshore-Leaks-Projekt ausgewählt und hat vertieften Einblick in Tausende Firmendaten, Urkunden und E-Mails von Treuhandfirmen aus Steueroasen.