Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer im NEWS-Exklusivinterview
Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer im NEWS-Exklusivinterview
Kulterer: "Kämpfe solange ich lebe um die wahren Schuldigen zu benennen. Die Bayern und Josef Pröll"
Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe ein umfassendes Interview mit dem früheren Langzeit-Chef der Hypo-Alpe Adria.
Kulterer, der mehrfach angeklagt ist, sieht sich als "politisches Opfer". Schuld am Milliardendebakel sei in erster Linie die BayernLB, die nach seiner Zeit "mitten in die Krise hineinexpandiert" hätten, was - so Kulterer - "tödlich sein musste".
Harte Kritik übt Kulterer auch an der Verstaatlichung der Bank unter dem damaligen Finanzminister Josef Pröll. Die Argumente zur Verstaatlichung seien "die größte Lüge der Zweiten Republik", Pröll habe nicht der Bank, sondern "den Bayern geholfen".
Wohl habe auch er selbst "Fehlentscheidungen" getroffen, würde man diese aber jedem Bankvorständen vorwerfen und dort auch anklagen, wünsche er "allen Bankern im Land viel Spaß". Kulterer: "Ihr landet alle auf der Anklagebank." Die Hypo sei auch nicht "Haiders Eventbank" gewesen - er habe sich "ständig Schreiduelle mit Haider" geliefert und diesem - im Gegensatz zu den Bayern - zahlreiche Sponsorings verweigert.
Gefragt, ob er ernsthaft glaube nicht im Gefängnis zu landen, sagt Kulterer: "Das hat für mich keine Bedeutung mehr. Ich wurde in der Öffentlichkeit schuldig gesprochen. Ich habe nichts mehr zu verlieren, ich habe schon alles verloren. Meine Familie, mein Geld, meinen Beruf. Daher kann ich nur mehr gewinnen."