Großes Interesse an voestalpine-HBI aus Texas
Großes Interesse an voestalpine-HBI aus Texas
Im März fiel die Standortentscheidung für die Direktreduktionsanlage des voestalpine-Konzerns zugunsten des La Quinta Trade Gateway in San Patricio County nahe der Stadt Corpus Christi (Texas, USA). Die Anlage ist auf eine Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen HBI (Hot Briquetted Iron) ausgerichtet und verfügt über einen direkten Tiefseezugang zum Golf von Mexiko. Das Interesse potentieller Kunden am Produkt „Eisenschwamm“ ist groß. Nun hat der erste Interessent eine Absichtserklärung zum Bezug von HBI unterzeichnet. Der größte mexikanische Stahlhersteller Altos Hornos de Mexico (AHMSA) wird ab 2016 jährlich mehrere hunderttausend Tonnen an hochqualitativem HBI vom neuen voestalpine-Standort beziehen. Mit einer Reihe weiterer Interessenten laufen zum Teil bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindliche Gespräche.
Rund 550 Mio. EUR investiert die voestalpine in die neue Direktreduktionsanlage in Texas, die im vollen Betrieb mit etwa 150 Mitarbeitern 2 Millionen Tonnen an höchstwertigem HBI als Vormaterial für die Stahlherstellung erzeugen wird. Umso erfreulicher ist, dass bereits zwei Monate nach Bekanntgabe dieser bisher größten Auslandsinvestition des Konzerns mit dem ersten Kunden AHMSA eine Absichtserklärung (Memorandum of Understandig) hinsichtlich einer langfristigen Lieferbeziehung unterzeichnet werden konnte. „Wir freuen uns über den gelungenen Markteintritt und die rasche Vereinbarung mit dem AHMSA-Konzern. Damit ist ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche und nachhaltige Geschäftsbeziehung getan“, so Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG. Der mexikanische Stahlhersteller mit Sitz in Monclóva, nahe Monterrey profitiert von der geografischen Nähe und kann das hochwertige Material im neu installierten Lichtbogenofen des groß angelegten Investmentprojekts „Fénix“ optimal einsetzen.
AHMSA hat im Rahmen mehrerer gemeinsamer Treffen großes Interesse am von der voestalpine produzierten HBI gezeigt. Mit der nun getroffen Absichtserklärung sichert sich das mexikanische Stahlunternehmen langfristig den Zugang zu hochqualitativem Vormaterial für sein Werk in Monclóva. Das Unternehmen hat erst kürzlich seine bestehenden Rohstahlkapazitäten um rund 40 % erhöht. Der voestalpine-Konzern, der selbst etwa die Hälfte der Produktion für seine Standorte in Europa benötigt, kann damit bereits vor Baubeginn der Anlage eine stabile Abnahme für einen ganz erheblichen Teil der verbleibenden Hälfte sicherstellen. Die Lieferbeziehungen sollen unmittelbar mit dem geplanten Betriebsbeginn der Anlage Anfang 2016 beginnen.
Die Direktreduktionsanlage wird aus vorkonzentriertem Eisenerz („Eisenerzpellets“) hochqualitatives DRI/HBI („Eisenschwamm“), das mit höchstwertigem Schrott oder Roheisen vergleichbar ist und damit ein hervorragendes Vormaterial zur Rohstahlerzeugung darstellt, produzieren. Im Gegensatz zur koksbasierten reinen Hochofenroute wird bei der geplanten Direktreduktion ausschließlich wesentlich umweltfreundlicheres Erdgas als Reduktionsmittel verwendet.