Strabag-Chef Haselsteiner ist enttäuscht über bisherige Entwicklung des Baukonzerns in Russland
"trend": Strabag-Chef Haselsteiner ist enttäuscht über bisherige Entwicklungdes Baukonzerns in Russland
Hält an Partnerschaft mit Deripaska fest - Situation sei aber "viel, viel schwieriger, als wir es eingeschätzt haben"
Hans Peter Haselsteiner, der am 14. Juni den Vorstandsvorsitz an den bisherigen Strabag-Vorstandskollegen Thomas Birtel abgibt, ist mit der Entwicklung des Baukonzerns im Hoffnungsmarkt Russland unzufrieden. "Dass alles so wahnsinnig lang dauert, ist eine große persönliche Enttäuschung", sagt der langjährige Strabag-Boss in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend". Die Aufstockung der 26-Prozent-Beteiligung an Transstroy, einem Straßenbauunternehmen des Oligarchen und Strabag-Aktionärs Oleg Deripaska, auf 51 Prozent zieht sich seit Jahren. Der Russland-Auftragsbestand wurde wegen des Stornos eines Großprojekts in Moskau zuletzt um 486 Millionen Euro reduziert. Auch das Wiedererwachen des Nationalismus in Russland, die Bürokratie und "der eklatante Mangel an tauglichem Management" sind laut Haselsteiner die Hauptgründe dafür, "dass Russland viel, viel schwieriger ist, als wir es eingeschätzt haben."
Gerüchte, dass daran die Partnerschaft mit Deripaska scheitern könnte, dementiert er aber. Deripaska-Statthalter Siegfried Wolf bestätigt im "trend", dass die Basic-Element-Gruppe ihre Anteile an der Strabag wie vereinbart 2014 "auf über 25 Prozent aufstocken" wird. Haselsteiner wird nach der Hauptversammlung der Gesellschaft im Juni Generalbevollmächtigter des Strabag-Vorstands unter Birtel sein und an der strategischen Ausrichtung des Konzerns arbeiten.