Deutliche Ergebnisverschlechterung im 1. Quartal 2013

70,00 EUR +2,19%
Hoch 70,00 Tief 68,40 Vortag 68,50

Deutliche Ergebnisverschlechterung im 1. Quartal 2013



Andritz hat Investoren diese Woche mit einer Gewinnwarnung negativ überrascht. Das operative Ergebnis im 1. Quartal 2013 sank im Jahresvergleich deutlich, um 80,4%, auf EUR 14,2 Mio. Der Grund für die Ergebnisverschlechterung liegt im Pulp&Paper Bereich, wo es zu erheblichen Kostenüberschreitungen im Zusammenhang mit Lieferungen von Produktionstechnologien und Ausrüstungen für ein Zellstoffwerk in Südamerika. Hierfür wurde eine Rückstellung im mittleren zweistelligen Euro-Millionenbereich gebildet. Andritz ist jedoch der Meinung, dass ein beträchtlicher Teil der Mehrkosten durch Faktoren außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs verursacht wird, und wird diese Ansprüche im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten auch mit Nachdruck vertreten. Der Auftragseingang der Andritz Gruppe im 1. Quartal 2013 betrug EUR 1.288,3 Mio. (EUR 96 Mio. davon Schuler) – ein Rückgang um 5,4% im Jahresvergleich. Aufgrund der erstmaligen Konsolidierung von Schuler sank die Nettoliquidität auf EUR 884,9 Mio. (nach EUR 1.285,7 Mio. zum 31.12.2012).

Ausblick

Die Entwicklungen im 1. Quartal 213 sind aus Sicht des Managements sehr unerfreulich. Das Management ist der Meinung, dass die nun gebildeten Vorsorgen ausreichend sind; kann aber nicht garantieren, dass in den kommenden Quartalen nicht weitere finanzielle Vorsorgen getroffen werden müssen. Zukünftig wird Andritz bei derartigen Projekten noch selektiver vorgehen und das Ertrags-/Risikoprofil jedes Projekts noch stärker berücksichtigen. In unserem nächsten Update werden wir die veränderte Ertragslage für 2013 entsprechend abbilden, was zu deutlich geringeren Gewinnschätzungen je Aktie führen wird. Wir beabsichtigen ebenso unser Kursziel zu senken. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass Andritz mittel- bis langfristig weiter ein sehr interessanter Wert bleibt. In einer ersten Reaktion hat der Markt der Aktie jedoch den bisherigen Vertrauensbonus entzogen.