"profil" veröffentlicht internes Dossier der OeNB zur Hypo Alpe-Adria

"profil" veröffentlicht internes Dossier der OeNB zur Hypo Alpe-Adria


Bei sofortiger Abwicklung drohen Verluste von 16 Milliarden Euro - bei Kompromiss mit Europäischer Kommission zumindest fünf Milliarden

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Oesterreichische Nationalbank die Kosten einer kurzfristigen Zerschlagung der verstaatlichten Hypo Alpe-Adria errechnet. "profil" liegt ein mit April 2013 datiertes OeNB-Dossier (Titel: "Umstrukturierungsplan und mögliche Szenarien für die weitere Vorgehensweise") vor. Demnach würde die von der Europäischen Kommission geforderte Abwicklung der Bank bis Ende 2013 Verluste in der Höhe von 16 Milliarden Euro nach sich ziehen, wobei die Republik mit 14 Milliarden belastet würde. In dem Papier ist wörtlich von der Gefahr eines "Bank Run" die Rede. Dieses Szenario sollte laut Notenbank unbedingt vermieden werden. Im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen mit Brüssel schreibt die OeNB: "Eine mögliche Ziel-Kompromisslösung könnte sein, dass für den Verkauf der Töchter mehr Zeit eingeräumt wird; dafür müsste jedoch unter Umständen eine raschere Abwicklung des restlichen Portfolios erfolgen." Die OeNB drängt in diesem Zusammenhang auf die Gründung einer "Abwicklungseinheit", also einer Bad Bank. Doch selbst dieses Szenario würde laut dem Papier zusätzliche Verluste von zumindest fünf Milliarden Euro verursachen.