Auftakt der Berichtssaison

Auftakt der Berichtssaison



Der US-Arbeitsmarktbericht für März fiel enttäuschend aus. Die Zahl an neu geschaffenen Stellen belief sich im entsprechenden Monat auf lediglich 88.000 (Februar: 268.000), was dem schwächsten Wert seit neun Monaten entspricht. Die Markterwartung belief sich auf 200.000 Stellen. Die auf einer Befragung von Haushalten basierende Arbeitslosenrate verringerte sich allerdings auf 7,6% (Februar: 7,7%), den niedrigsten Wert seit vier Jahren. In der Eurozone war die Zahl an veröffentlichten, wichtigen Konjunkturdaten eher gering. Die Einzelhandelsumsätze haben sich sowohl im Monatsvergleich als auch im Jahresvergleich den Erwartungen entsprechend leicht zurückgebildet.

Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen haben sich in den letzten Tagen in Summe nur wenig verändert. Der wesentlich schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht sorgte nur vorübergehend für eine starke Nachfrage nach diesen „sicheren Häfen“. Die Renditen sind seither aber wieder angestiegen. Hier hat sich die Veröffentlichung des Fed-Protokolls ausgewirkt, demzufolge sich in der letzten Sitzung einige Ausschussmitglieder für eine baldiges Ende der extrem expansiven Geldpolitik in den USA ausgesprochen haben. Das Thema Zypern konnte die Anleihenmärkte der Eurozonenmärkte nicht mehr weiter beunruhigen, vor allem in Spanien und Italien sind die Renditen weiter gefallen. Etwas anders allerdings die Entwicklungen in Slowenien, das Probleme mit seinem Bankensektor hat. Bei einer Auktion sechsmonatiger Treasury bills wurde eine Rendite von 1,7% erzielt, jedoch konnte nur die Hälfte des geplanten Volumens platziert werden. Zugleich ist die Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihe erstmals seit langer Zeit wieder über die Schwelle von 6% gestiegen. Die Verunsicherung der Märkte erklärt sich durch die nur zögerlichen Fortschritte bei der Restrukturierung des Bankensektors – noch immer stehen keine genauen Zahlen fest. Die slowenische Regierung hat allerdings angekündigt, bis Juni Ergebnisse zu liefern. Zudem wirkte auch belastend, dass die Europäische Kommission in ihrem jüngst fertiggestellten Warnmechanismus übermäßige makroökonomische Ungleichgewichte in Slowenien festgestellt hat. Im Speziellen erkennt die Kommission großes Risiko für die Finanzstabilität und entsprechend negative Auswirkungen auf die öffentliche Verschuldung. Slowenien war neben Spanien der einzige Mitgliedstaat für den übermäßige Ungleichgewichte festgestellt wurden.

Die Aktienkurse zeigten in den letzten Tagen setzten eine eher uneinheitliche Tendenz. In den USA belastete die Veröffentlichung der jüngsten US-Arbeitsmarktberichts die Märkte nur kurzfristig. Zuletzt erhöhte sich die Kaufneigung der Marktteilnehmer mit dem Auftakt der US-Berichtssaison. Der Aluminiumproduzent Alcoa, der traditionell die US-Berichtssaison einläutet, verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinnzuwachs. Das Konzernergebnis übertraf auch die Markterwartungen, nicht jedoch der Umsatz, der leicht rückläufig war. Der ATX stieg im Berichtzeitraum leicht an, der DAX war hingegen rückläufig. In den nächsten Tagen wird in den USA die Zahl an Unternehmen, die ihre Quartalszahlen veröffentlichen werden, deutlich ansteigen. In Europa wird die Berichtssaison erst Ende des Monats an Fahrt gewinnen. Das Austauschverhältnis des Yen im Verhältnis zum Euro ist auch in den letzten Tagen weiter gestiegen. Mit einem Wechselkurs von knapp über 130 JPY/EUR hat die japanische Währung in dieser Woche ein Vierjahrestief erreicht. Hintergrund für die Entwicklung war die Ankündigung der japanischen Zentralbank, ihre Geldpolitik massiv zu lockern. Mit vereinzelten Impulsen von der Berichtssaison erwarten wir in den nächsten Tagen mehrheitlich etwas steigende Aktienkurse. Die Renditen in der Eurozone und den USA sollten niedrig bleiben, die ultraexpansive Geldpolitik sollte die Märkte unterstützen, auch wenn das Fed-Protokoll teilweise Ernüchterung gebracht hat.