Kapitalverkehrskontrollen in Zypern

Kapitalverkehrskontrollen in Zypern



Die Auftragseingänge für langlebige Güter sind in den USA im Februar als Folge einer hohen Nachfrage nach Flugzeugen um 5,7% M/M (Jänner: -5,2%) gestiegen. Ohne den volatilen Transportsektor war jedoch ein Rückgang um 0,5% (Jänner: +1,9%) zu beobachten. Im produzierenden Gewerbe der USA hat sich das Wachstum im März etwas beschleunigt. Der vom Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex verbesserte sich im entsprechenden Monat gemäß einer ersten Schätzung geringfügig auf 54,9 Punkte (Februar: 54,3 Punkte). Ein Wert über 50 Punkten deutet auf Wachstum hin, ein Wert darunter signalisiert eine Kontraktion. In der Eurozone haben sich die Einkaufsmanagerindizes im Monatsvergleich verschlechtert. Der Index für den Dienstleistungssektor sank im März gemäß einer ersten offiziellen Schätzung auf 46,5 Punkte (Februar: 47,9 Punkte), jener für das produzierende Gewerbe verschlechterte sich auf 46,6 Punkte (Februar: 47,9 Punkte). Beide Teilindizes lagen deutlich unter den Erwartungen. Die von Eurostat errechnete Kennzahl für das Wirtschaftsklima in der Eurozone fiel im März, etwas stärker als erwartet, um 1,1 Punkte auf 90,0 Punkte. Der separat ausgewiesene Geschäftsklimaindex verschlechterte sich ebenfalls, und fiel auf -0,86 Punkte. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, verschlechterte sich der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft entgegen den Erwartungen. Er fiel auf 106,7 Punkte (Februar: 107,4 Punkte). Dabei beurteilten die Unternehmensvertreter sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen etwas pessimistischer als im Vormonat. Auch die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland haben sich, entgegen den Erwartungen, zurückgebildet.

In Zypern gab es auch diese Woche eine Reihe von Turbulenzen. Die Europäischen Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds haben sich mit der zypriotischen Regierung über ein Rettungspaket geeinigt, das sich stark vom ursprünglichen Plan unterscheidet. Es wird nun keine Zwangsabgabe auf Spareinlagen unter 100.000 EUR eingeführt. Laiki, die zweitgrößte Bank des Landes, wird geschlossen und in eine good bank - die entsprechenden Vermögensgüter werden zur Bank of Cyprus transferiert - und eine bad bank aufgespalten. Nichtversicherte Einlagen bei den Instituten, also jene über 100.000 EUR, werden sehr hohe Verluste erleiden. Die Schätzungen der Zentralbank zufolge könnten die Verluste bei den Einlagen bei der Bank of Cyprus 40% und bei der Laiki bis zu 80% betragen. Die genauen Zahlen stehen aber noch nicht fest. In beiden Banken zusammen befinden sich etwa 11 Milliarden EUR an nichtversicherten Einlagen. Um Kapitalflucht zu verhindern wurden strenge, auf die einzelnen Banken zugeschnittene Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen mehrheitlich etwas gesunken. Die jüngsten Entwicklungen in Zypern lasteten auf der Kaufneigung der Marktteilnehmer. Vor allem in den letzten Tagen wurden stärkere Rückschläge verzeichnet. Insgesamt ist der ATX in der Berichtsperiode um etwa 4% und der DAX um etwa 1,5% gefallen während der Dow Jones sich kaum verändert hat. Wenig robust waren auch die Anleihenmärkte, die sich von den oben beschriebenen Problemen in Zypern schließlich doch beeindrucken ließen. Die Renditen der als „sichere Häfen“ geltenden deutschen und US-amerikanischen Anleihenmärkte sind gesunken. Besonders schwach entwickelten sich die Anleihenmärkte in Slowenien. Das Land hat, ähnlich wie Zypern, große Probleme mit seinem Bankensektor. Dieser ist allerdings im Vergleich zu seinem BIP weitaus kleiner. Auch in den nächsten Tagen werden die Entwicklungen in Zypern auf hohes Interesse bei den Marktteilnehmern stoßen. Insgesamt rechnen wir in der kommenden Woche mit wieder etwas robusteren Aktienmärkten. Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sollten wieder etwas zulegen.