Europäisches KMU-Barometer: Verhaltene Entwicklung des Geschäftsklima

Europäisches KMU-Barometer: Verhaltene Entwicklung des Geschäftsklima

 

 "Europas KMU sind damit konfrontiert, dass
sich der latente Abwärtstrend weiter fortsetzt. Wie die aktuelle
Umfrage der UEAPME (Europäischer Dachverband der kleinen und
mittleren Unternehmen) zeigt, liegt der KMU-Geschäftsklimaindex in
der EU bereits seit 2 Jahren unter der 70-Punkte-Linie, welche als
Schwelle für ein neutrales Geschäftsklima steht", betonte heute,
Dienstag, der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der WKÖ,
Christoph Schneider. Das Geschäftsklima innerhalb der EU zeige dabei
nur geringere Unterschiede zwischen den Kernländer und den
Peripheriestaaten der Eurozone (PIIGS). Die Erwartungen für das
1.Halbjahr 2013 gehen von einer Bodenbildung aus, so Schneider,
"wobei Umsätze und Investitionen nach wie vor überwiegend negativ
eigenschätzt werden".

Die deutlich positivere Entwicklung der Finanzmärkte spiegle sich
damit noch nicht in der Realwirtschaft wider. Die nach wie vor nur
verhaltenen Investitionsabsichten der europäischen KMU seien ein
Indiz für das noch bestehende Maß an Ungewissheit, mit dem
europäische KMUs momentan konfrontiert sind. Verschärft werde die
Situation durch die leicht anziehenden Kreditrichtlinien in Europa,
analysiert der WKÖ-Experte.

Jene KMUs, die am meisten unter der gegenwärtigen Situation
leiden, sind die sogenannten Kleinstunternehmer (unter 10
Beschäftigte). Branchenmäßig trifft es vor allem die Unternehmen, die
von der schleppenden Binnennachfrage des Euroraumes abhängen, vor
allem kleine Unternehmen im Dienstleistungs- und Baubereich. Die
Performance der mittleren Unternehmen ist traditionell in der Umfrage
besser. Allerdings zeichnet sich bei der erwarteten Auftragslage ein
leichter Aufwärtstrend ab. Kann dieser realisiert werden, ist mit
einem optimistischeren Ergebnis auf Ebene der Umsätze im kommenden
Halbjahr zu rechnen.

Österreichischen KMU: Weiterhin Rekord im Außenhandel erwartet

"Positiv ist, dass die heimischen KMU deutlich positivere
Aussichten aufweisen als der europäische Durchschnitt. Das Vertrauen
der österreichischen Unternehmen in ihre eigene Stärke und
Wettbewerbsfähigkeit ist aber - zu Recht - groß. Trotz eines
schwierigen europäischen Umfeldes erwarten die heimischen
Unternehmen, weiterhin ein solides Expansionstempo der Exporte. Wir
erwarten für das Gesamtjahr 2013 einen neuen Rekord der
Außenhandelsaktivität", so Schneider.

Vertrauensbildende Maßnahmen sowie die konsequente Fortführung der
Strukturreformen seien jedenfalls notwendig, um die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen KMU zu gewährleisten. Denn
diese sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und beschäftigen
in 21 Millionen Betrieben 87 Millionen Mitarbeiter. "Nur durch
unternehmensfreundliche und nachhaltige Systeme kann eine
Stimmungswende eingeleitet werden. Sowohl auf europäischer als auch
österreichischer Ebene sind Anreize nötig, um KMU den Zugang zu
Liquidität zu erleichtern. Für Europa gilt es zudem die
bürokratischen Belastungen für KMU geringer zu halten, wie im Small
Business Act festgehalten, so Schneider abschließend. (us)