Deutschland: Verlangsamter Anstieg der Geschäftstätigkeit und des Auftragseingangs im Februar

Deutschland: Verlangsamter Anstieg der Geschäftstätigkeit und des Auftragseingangs im Februar



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 54.7 (Januar 55.7)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 53.3 (Januar 54.4)

Die deutschen Dienstleister vermeldeten für Februar den dritten Monat in Folge eine Steigerung ihrer Geschäftstätigkeit und Neuauftragszahlen, wenngleich die Zuwachsraten geringer ausfielen als im Januar. Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit gab binnen Monatsfrist um 1.0 auf 54.7 Punkte nach, blieb damit aber weiterhin deutlich oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze und auch über seinem langjährigen Mittel von 53.0.

Neben den Dienstleistern verzeichnete auch die Industrie im Februar Wachstum. Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, sank zwar von 54.4 auf 53.3 Punkte, hielt sich aber den dritten Monat in Folge über der 50er-Marke und signalisierte ein robustes Wachstum der deutschen Privatwirtschaft. Die Steigerungsrate nahm jedoch gegenüber ihrem 19-Monatshoch von Januar ab.

In allen sechs von der Umfrage erfassten Dienstleistungsbereichen konnte eine erhöhte Geschäftstätigkeit verzeichnet werden, was die meisten Umfrageteilnehmer vor allem mit der Zunahme an eingehenden Aufträgen und der Abarbeitung der Auftragsbestände begründeten.

Insgesamt legte die Zahl der Anfragen im Dienstleistungssektor marginal zu, einzig der Bereich Vermietung & Unternehmensnahe Dienstleistungen vermeldete ein stagnierendes Niveau. Zwar lassen einige Aussagen der Befragten darauf schließen, dass sich die Ausgabebereitschaft der Kunden seit Jahreswechsel verbessert hat, dennoch blieb der Konkurrenzdruck hoch und die Nachfrage instabil. Auf den Privatsektor umgerechnet stieg die Zahl der Neuaufträge immerhin leicht und etwas geringer als im Januar an.

Dass die Geschäftstätigkeit dennoch weiterhin kräftig zunahm, lag hauptsächlich daran, dass die Dienstleister auf umfangreiche Auftragspolster zurückgreifen konnten. Diese bauten sie insgesamt schneller ab als in den letzten beiden Monaten, um eine Unterauslastung ihrer Kapazitäten zu vermeiden. Zwar nahmen bei einigen Unternehmen die Orderbestände zu, die Zahl der Unternehmen mit schwindenden Polstern war jedoch doppelt so hoch. Obwohl die Auftragsbestände der Hersteller anwuchsen, verbuchte die Privatwirtschaft ins-gesamt den zwanzigsten Rückgang in Folge.

Wie auch in den letzten beiden Monaten wurden im Dienstleistungssektor neue Arbeitsplätze geschaffen. Aufgrund der Stellenstreichungen in der Industrie ergaben sich für den Privatsektor allerdings stagnierende Beschäftigungszahlen.

Der leichte Beschäftigungsanstieg im Dienstleistungssektor ist zumindest teilweise auf die verbesserten Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zurückzuführen. Diese fielen im Februar insgesamt so positiv aus wie seit Juni 2011 nicht mehr.

Die Kostenbelastung der Dienstleistungsunternehmen nahm im Februar kräftig zu, wenngleich die Inflationsrate auf ein Drei-Monatstief sank. Einige Dienstleister begründeten den Anstieg mit höheren Energiepreisen. Die Hersteller profitierten hingegen von Vergünstigungen für einige Rohmaterialien wie z.B. Stahl und vermeldeten einen starken Abfall ihrer Einkaufskosten. Die Privatwirtschaft insgesamt verzeichnete daher die geringste Inflationsrate seit August 2012.

Die Dienstleister reagierten auf die gestiegenen Kosten mit der stärksten Erhöhung ihrer Angebots-preise seit Mai 2012. Auch die Hersteller hoben ihre Preise an, wodurch sich das Preisniveau auf privatwirtschaftlicher Ebene den fünften Monat in Folge erhöhte.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Im letzten Quartal hatte sich das deutsche BIP noch um 0.6 % verringert, doch für dieses Quartal stehen die Chancen auf Wirtschaftswachstum gut. Die aktuellen Umfragedaten zeigen einen deutlichen Leistungsschub und die bisherigen Werte legen die Möglichkeit nahe, dass das BIP sogar mit der höchsten Rate seit dem ersten Halbjahr 2011 steigen könnte.

Wenngleich die Leistungszuwächse nicht so hoch ausfielen wie noch im Januar, haben die weiter steigenden Auftragszahlen bei Industrie- und Dienstleistungsunternehmen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Unternehmen auch in der nächsten Zeit expandieren werden.

Die Dienstleister haben daher ihre Prognosen den dritten Monat in Folge nach oben angepasst, welche nun so positiv ausfallen wie seit Juni 2011 nicht mehr. Dies führte auch dazu, dass sie ihre Beschäftigtenzahlen weiter anhoben.”