ifo Institut: Richtigstellung einer Fehlinterpretation

ifo Institut: Richtigstellung einer Fehlinterpretation



Am Samstag, 26. Januar 2013, machte die Meldung die Runde, ifo Präsident Sinn erwarte eine langanhaltende Wirtschaftsflaute, und wegen der fehlenden Qualifizierung dieser Aussage konnte man den Eindruck gewinnen, die Aussage beziehe sich auf Deutschland oder Europa als Ganzes. Die Nachricht entspringt einer Fehlinterpretation eines am Samstag korrekt von der FAZ verbreiteten Textes, denn dort war allein von Südeuropa die Rede.

Prof. Sinn hat seit drei Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass Deutschland wegen der Umlenkung der Kapitalströme ("Das Kapital bleibt im deutschen Heimathafen") einen sich über viele Jahre erstreckenden Wirtschaftsaufschwung erwarten kann, der zwar durch Konjunkturflauten temporär unterbrochen werden kann, aber doch eine generell günstige Grundtendenz impliziert. Dieser Aufschwung ist das Spiegelbild der Flaute im Süden, die selbst durch den Mangel an Kapital zustande kommt. Die differenzielle Entwicklung zwischen Nord- und Südeuropa ist erforderlich, um die außenwirtschaftlichen Gleichgewichte wiederherzustellen und den Süden relativ zum Norden zu verbilligen, so wie es bei separaten Währungen durch Abwertungen möglich wäre.

In dem Maße, wie öffentliche Kreditgarantien das deutsche Sparkapital doch wieder ins Ausland leiten, wird diese differenzielle Entwicklung freilich abgeschwächt.