Konjunkturdaten überwiegend schwach
Konjunkturdaten überwiegend schwach
Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen mehrheitlich schwach aus. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im März eingetrübt. Der entsprechende Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan verringerte sich nach vorläufigen Berechnungen auf 74,3 Punkte (Februar: 75,3 Punkte). Vor allem steigende Benzinpreise lasteten auf der Verbraucherstimmung. Die jährliche Inflationsrate blieb in den USA im Februar bei 2,9%. Gegenüber Januar stieg der Konsumentenpreisindex als Folge höherer Benzinpreise um 0,4% (Januar: 0,2% M/M). Die US-Industrieproduktion stagnierte im Februar (Januar: 0,4% M/M) im Vergleich zum Monat davor. Eine Verbesserung war beim Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia für das Verarbeitende Gewerbe der entsprechenden Region, der als ein bedeutender Indikator für die landesweite Entwicklung gilt, zu beobachten. Dieser stieg im März auf 12,5 Punkte (Februar: 10,2 Punkte). Werte über Null deuten auf ein Wachstum. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes der Eurozone haben sich weiter verschlechtert. Der Index für den Dienstleistungssektor sank im März gemäß einer ersten offiziellen Schätzung auf 48,7 Punkte (Februar: 48,8 Punkte). Der Index für das Produzierende Gewerbe verschlechterte sich auf 47,7 Punkte (Februar: 49,0 Punkte). Werte unter 50 Punkte deuten auf eine Kontraktion. Die Auftragseingänge in der Industrie verringerten sich in der Eurozone im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,3% (Dezember: +3,5%). Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sanken die Auftragseingänge um 3,3% (Dezember: -0,4%).
Gedrückt durch die üppige Liquiditätszufuhr der Europäischen Zentralbank setzten die Euro-Geldmarktzinsen zuletzt ihren Rückgang fort. Der 3-Monats-Euribor liegt mit 0,82% mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit Juli 2010. Auch in den nächsten Tagen dürfte sich der Abwärtstrend fortsetzten, wobei sich die Dynamik der Abwärtsbewegung verringern sollte.
Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sind in den letzten Tagen gesunken. Der Grund für die höhere Nachfrage nach diesen „sicheren Häfen“ lag vor allem in den zuletzt veröffentlichten schwachen Konjunkturdaten. Zwischenzeitlich erreichte die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe mit 2,08% das höchste Niveau seit Mitte Dezember. Die Rendite der US-Staatsanleihe gleicher Laufzeit stieg auf 2,40% und damit auf den höchsten Stand seit Ende Oktober. Auch in den nächsten Tagen sollten vor allem die veröffentlichten Konjunkturdaten (USA: Verbrauchervertrauen, Auftragseingänge langl. Güter, BIP-Wachstum; DE: ifo-Geschäftsklimaindex etc.) die Richtung der Renditen bestimmen. Außerdem dürften die Diskussionen über eine möglichen Aufstockung der Kapazität des Rettungsfonds ESM (derzeit EUR 500 Mrd) bzw. über eine mögliche Einigung auf eine Kombination der Rettungsschirme EFSF und ESM im Vorfeld des nächsten Finanzministertreffens, das am 30./31. März stattfindet, zunehmen. Mit vereinzelten positiven Impulsen von Seiten der anstehenden Konjunkturdaten erwarten wir in den nächsten Tagen etwas steigende Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen.
Die Mehrzahl der Aktienkurse ist zuletzt mit der Veröffentlichung mehrheitlich schwacher Konjunkturdaten im Umfeld einer ohnehin gewissen Neigung zu Gewinnmitnahmen nach den starken Kursanstiegen der letzten Monate gesunken. Auch hier sollten in den nächsten Tagen vor allem die anstehenden Konjunkturdaten die Richtung bestimmen. Die Anzahl von Unternehmen, die in der aktuellen Berichtssaison noch ihre Quartalszahlen präsentieren werden, ist mittlerweile auch in Europa gering. Trotz der Neigung zu Gewinnmitnahmen erwarten wir in den nächsten Tagen mit vereinzelten Impulsen von Seiten der veröffentlichten Konjunkturdaten mehrheitlich etwas steigende Aktienkurse.