ATX: Kurs/Buchwert auf noch nie dagewesenem Tief

5.809,61 EUR -0,73%
Hoch 5.898,11 Tief 5.796,68 Vortag 5.852,36
ATX: Kurs/Buchwert auf noch nie dagewesenem Tief

Von einer Jahresendrallye ist aktuell leider nichts zu sehen an den Märkten und es fehlen auch derzeit die Impulse. Die sicher für Aktien positiv zu sehende Zinssenkung seitens der EZB wird leider von immer wieder schlechten Unternehmensnachrichten aufgewogen. Zumindest dürfte sich aber die Zeit der Bodenbildung weiter fortsetzen, obwohl sicherlich auch ein nochmaliges Testen der Tiefststände nicht ausgeschlossen werden kann. Von einer weihnachtlichen Ruhephase sind wir an der Wr. Börse damit noch einiges entfernt. Das ATX-Wochenminus von 3,3% lag in etwa im Schnitt anderer europäischer Märkte. Wochengewinner war ganz klar die AUA-Aktie (+36,5%) nach der Ankündigung des Lufthansa Übernahmeangebots zu EUR 4,44. Weiters auf der Gewinnerliste unser Dauerfavorit Intercell (+10,5%) - hier warten Investoren nun auf die lange angekündigte Marktzulassung des Japan Enzephalitis Impfstoffs. Wienerberger konnte sich diese Woche um 8,7% erholen, ohne dass es grosse Neuigkeiten gegeben hätte. Auf der Verliererseite befinden sich in dieser Woche ganz klar die Ölwerte: SBO -13,2%, OMV -9,0%.

In der nächsten Woche können wir noch mit Ergebnissen von Zumtobel, Pankl und EVN rechnen. Weiters werden sicher noch einige Analysten-Reports den Markt bewegen, bevor sich dann auch von dieser Front langsam Weihnachtsruhe einstellen wird. Aufgrund der nach wie vor bestehenden labilen Marktphase sehen wir derzeit Aktiensparpläne als eine der besten Strategien an. Da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob und wann der Tiefpunkt erreicht ist, bieten Sparpläne eine langfristige Glättung der Einstiegskurse auf aktuell sicher tiefen Kursniveaus. Der ATX notiert mit ca. 0,8x K/BW insgesamt, was ein seit langem noch nie da gewesener Tiefstwert ist. Auch die Höherverzinsung des Aktienmarkts gegenüber Staatsanleihen ist eklatant, wobei natürlich die Gewinnschätzungen sicher noch mit Vorsicht zu genießen sind. Auf Einzeltitelbasis favorisieren wir weiterhin klar defensive Werte (Verbund, EVN, Österr. Post), Intercell, Vienna Insurance Group und sicherlich auch Andritz und Kapsch TrafficCom.