ATX: Erste Bank wartet auf Beruhigung der Lage

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ATX: Erste Bank wartet auf Beruhigung der Lage

Die Wr. Börse hat eine weitere sehr nervenaufreibende Woche hinter sich, wenngleich diese nicht annähernd so schlecht wie die letzte verlaufen ist. Im Wochenvergleich Donnerstag vs. Donnerstag ergab sich beim ATX jedoch ein deutliches Minus von 3,7%, das hauptsächlich auf den Ausverkauf letzten Freitag zurückzuführen ist. Von einer nachhaltigen Stabilierung zu sprechen, wäre allerdings noch zu früh. Der ATX hatte auch in dieser Woche eine wilde Berg- und Talfahrt hinter sich. Wochengewinner war Palfinger mit +21,7%, jedoch ohne nennenswerte News. Weiters im Plus lag SBO mit +13,0% und Intercell mit +7,7%. Nachmals deutlich verloren hat Vienna Insurance Group (-20,0%), obwohl das Unternehmen ihren Gewinnausblick trotz Island-Engagements bestätigt hat. Ebenso deutlich im Minus lagen STRABAG (-17,5%) und RHI (-17,4%). Von Unternehmensseite war diese Woche kaum etwas Positives zu hören, AUA gab eine Gewinnwarnung und Agrana legte ein schwaches Quartalsergebnis vor. Einzig die Antrittspressekonferenz vom neuen Immofinanz-/Immoest-Vorstandssprecher Kleibl konnte für etwas Beruhigung sorgen.

Was kann man nun erwarten? Wir denken, dass wir aktuell in eine sehr volatile Bodenbildungsphase einschwenken. Die Berichtssaison wird sicherlich noch eine Fülle von schwächeren Ergebnisausblicken bringen, andererseits diskontieren die aktuellen Kurse unserer Meinung nach zumeist schon eine deutliche Rezession und noch weit mehr. Ein Vergleich Gewinnrendite vs. 10-jährige Bondrendite zeigt, dass wir uns auf einem noch nie gesehenen Extremniveau zugunsten von Aktien befinden. Auch bei einer Revision der Gewinne im Schnitt von 30% nach unten, wäre der Aktienmarkt noch immer überaus attraktiv bewertet. Darüberhinaus beginnt seit dieser Woche der Euribor - als eine wichtige Benchmark für die Finanzierungskosten zwischen Banken und für Unternehmen - deutlich zu sinken. Dies sind erste gute Zeichen, die allerdings noch zu wenig sind, um die anhaltenden Unsicherheiten und Bedenken über eine Rezession zerstreuen können. Wir würden vorerst weiterhin abwarten und auf eine Beruhigung der Lage warten.