SYZ & CO: Abkühlung, aber keine Rezession dank Schwellenländern

SYZ & CO: Abkühlung, aber keine Rezession dank Schwellenländern
Analysten setzen auf Large Caps und defensive Werte

Genf, 24. Januar 2008. Die Analysten das Privatbank SYZ & CO rechnen mit keiner Rezession in den USA, denn die Weltwirtschaft ist ihrer Ansicht nach in einer Phase der Neuverteilung des Gleichgewichts. Die Stärke der Schwellenländer mitsamt der anhaltenden Nachfrage nach importierten Gütern wird die Situation stabilisieren. Nach Meinung der Analysten wird die Weltwirtschaft die Wachstumsmarke von 4 % überschreiten. Das Wirtschaftswachstum in Europa wird sich 2008 den Experten aus Genf zufolge abkühlen und auf sein langfristiges Potential von 2 % zurückkehren. Die Ausweitung der Anleihespreads wird das Wachstum ebenso belasten wie der verzögerte Effekt der Zinserhöhungen, der starke Euro und die Krise an einigen Immobilienmärkten, unter anderem in Spanien. Deutschland ist dabei am besten für eine Konjunkturabschwächung gewappnet, denn es ist stark auf die Schwellenländermärkte ausgerichtet und weist dynamische Konsumzahlen auf. Die Volatilität an den Aktienmärkten bleibt weiterhin hoch. Den Aktien kommt jedoch nach wie vor eine attraktive Bewertung zugute. Zur Vorsicht raten die Analysten allerdings bei indischen und chinesischen Werten sowie bei zyklischen Sektoren. Sie empfehlen hingegen Large Caps und defensive Werte wie Pharma-, Versicherungs- und Versorgertitel. Zur Portfoliostabilisierung eignen sich SYZ & CO zufolge Anleihen, insbesondere Obligationen in Euro und mit bester Bewertung.

Das Expertenteam der Privatbank SYZ & CO rechnet derzeit mit einer Verlangsamung des globalen Wachstums, insbesondere in den Industriestaaten. Das Ende des Immobilienbooms etwa in Großbritannien, Spanien und Australien ist dabei nur einer der Gründe. Zur Stabilisierung in den USA wird insbesondere die Handelsbilanz beitragen: Die Vereinigten Staaten profitieren vom Export, der Dollar-Schwäche und der soliden Weltwirtschaftslage. Auch die Geldpolitik dürfte das Wachstum mit mehreren Zinssenkungen auf ein Niveau von etwa 3 % stützen. SYZ & CO schätzt das US-amerikanische BIP-Wachstum im Jahr 2008 auf +1,7 %. Den Analysten zufolge wird die Kerninflation im laufenden Jahr nicht unter die 2 %-Marke sinken.

Die europäische Wirtschaft wird insbesondere auf hohe Export- und Konsumzahlen angewiesen sein. Eine Verlangsamung der Wirtschaft wird unumgänglich sein. Angeheizt durch den enormen Anstieg der Rohstoffpreise wird die Inflation nach Ansicht der Analysten voraussichtlich bis zum Frühjahr über der 3 %-Marke verharren. Die EZB dürfte, hin- und hergerissen zwischen Inflationsdruck und Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die Zinsen in der ersten Jahreshälfte unverändert lassen, um sie danach auf ca. 3,5 % zu senken.

Die Schwellenländer sehen die Experten der Genfer Privatbank als „neue Superhelden“, auf denen damit auch eine gewisse Verantwortung lastet. Angesichts der derzeitigen Schwächephase in den Industrieländern nimmt ihr Gewicht in der Weltwirtschaft zu, die Fundamentaldaten haben sich deutlich verbessert (Abbau der Auslandsverschuldung, kontrollierte Inflation und kontrollierte öffentliche Ausgaben). Aufgrund der hohen Produktivität, der vielen Verbraucher und der steigenden Rohstoffpreise ist das Wachstumspotential nach wie vor enorm, auch wenn die Inflationstendenz und soziopolitische Probleme dieses Bild gelegentlich trüben können. Die Abkühlung in den USA wird auch an diesen Ländern nicht spurlos vorübergehen, eine moderate Abkühlung wäre nach Meinung der Analysten in diesen Ländern aber sogar zuträglich, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Nach vier glänzenden Jahren leiden die europäischen Aktienmärkte momentan unter mangelnder Transparenz und verhaltenem Gewinnwachstum. Die heftigen Kursschwankungen dürften in der ersten Jahreshälfte andauern. Dies liegt vor allem an den Unsicherheiten über die Qualität der Bilanzen von Banken sowie über das Ausmaß ihrer Verluste und Rückstellungen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise. Zyklische Unternehmen dürften die allgemeine Verlangsamung des Wachstums zudem deutlicher zu spüren bekommen. Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte beurteilt das Research-Team indes optimistischer. Grund hierfür sind die extrem attraktiven Bewertungen, resultierend aus dem Rückgang der Bewertungskennzahlen im letzten Jahr und der ausgezeichneten Rentabilität der meisten Unternehmen. 2008 wird es vor allem auf eine gezielte Titelauswahl ankommen, um „Value- Fallen“ zu meiden. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus denkbar, dass der Markt das Jahr mit einem Plus von 5-10 % abschließt.

In den eigenen Portfolios bevorzugen die Experten der Privatbank weiterhin defensive Titel. An der letztes Jahr begonnenen Branchenrotation wird sich voraussichtlich nichts ändern. Die Neubewertung der defensiven Titel wird unverändert zu Lasten zyklischer Werte gehen. Telekommunikationstitel, Pharmaunternehmen und Versorger dürften zu den Gewinnern zählen. Pessimistisch beurteilen sie hingegen nach wie vor die Aussichten für Bankentitel, da Banken in den kommenden Quartalen wahrscheinlich weitere Abschreibungen im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise melden werden. In der Versicherungsbranche sehen sie weiterhin Anlagechancen, da Versicherungswerte derzeit unterbewertet und von der Subprime-Krise kaum betroffen sind. Vorsicht prägt weiter die Haltung der Analysten zu kleinen und mittleren Unternehmen. Aufgrund ihrer Risikoaversion dürften Anleger sich zunehmend für Blue Chips interessieren, die derzeit überdies relativ günstig zu haben sind.

Attraktive Werte kommen laut des Research-Teams derzeit u.a. von den Emittenten Roche, Novartis, E.On, Vivendi, Allianz, Siemens und Volkswagen. Roche zeichnet sich SYZ & CO zufolge durch seine klare Marktführerschaft im Onkologiebereich und sein geringes Risiko durch Generika aus. Das Analysten-Team rechnet mit einem Gewinnwachstum von 15 % zwischen 2007 und 2009. Siemens wiederum gehört zu den großen Gewinnern der starken Stromnachfrage auf der ganzen Welt. Für die Auswahl der Anleihenemittenten setzen die Analysten sowohl auf Ratings als auch auf Sektoren.