Aktie der VIG aktuell höchst attraktiv
Die Vienna Insurance Group präsentierte in dieser Woche Zahlen für das erste Halbjahr 2011. Die
Bruttoprämien konnten um 3,1% auf EUR 4,7 Mrd. gesteigert werden, die abgegrenzten Nettoprämien wiesen
ein Plus von 1,8% auf EUR 4,1 Mrd. auf. Während man im Bereich Schaden/Unfall Zuwächse von 7,6%
verzeichnete, fielen die Beiträge der Lebensversicherung aufgrund rückgängiger Einmalerläge (vor allem in
Österreich) um 2,7%. Rückläufige Prämieneinnahmen in Österreich (-3,8%) konnten durch starke Zuwächse in
Osteuropa mehr als kompensiert werden. Hervorzuheben sind die Prämienanstiege in Tschechien (+12%) und
Polen, wo man nach einem Prämienplus von fast 44% bereits zur Nummer 3 am Versicherungsmarkt aufgerückt
ist.
Die Combined Ratio lag im ersten Halbjahr bei 97,1% und damit unter dem Wert des Vorjahres (98,3%). Das
Vorsteuerergebnis stieg um 10,4% auf EUR 282 Mio., das Nettoergebnis um 9,5% auf EUR 215 Mio. Der
Ausblick (geringes einstelliges Prämienwachstum und 10% Anstieg bei Vorsteuergewinn) für das Gesamtjahr
wurde bestätigt. Voraussetzung sei allerdings, dass es zu keiner dramatischen Verschlechterung der
wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen komme.
Unsere Schätzungen werden wir aufgrund der sich eintrübenden wirtschaftlichen Situation ein wenig
zurücknehmen, gleiches gilt für unser Kursziel. Dass die Aktie der VIG dennoch aktuell höchst attraktiv ist,
zeigen unter anderem die Tatsache, dass die VIG deutlich unter ihrem aktuellen Buchwert notiert (bei rund 0,8x),
sowie die Kriegskasse „Net cash Position“ für weitere Akquisitionen in Höhe von > EUR 1 Mrd. Gerade im Falle
eines wirtschaftlichen Abschwungs könnten sich attraktive Akquisitionsmöglichkeiten ergeben. Dass man sich die
polnische Warta anschauen will, bestätigte das Unternehmen.
Im aktuellen Umfeld zählen Versicherungen nicht gerade zu den Liebkindern der Investoren. Dass es aber
gerade in dieser Branche große Unterschiede in der Qualität der Bilanzen der Unternehmen gibt, interessiert
ebenfalls die wenigsten. Die Vienna Insurance Group hat - abgesehen von einer Solvency Ratio von deutlich
über 200% - auch so gut wie kein Sovereign Debt Exposure in den PIIGS Staaten (inkl. Italien). Der Anteil an den
gesamten Finanzanlagen beträgt nicht einmal 0,5%. Allianz und AXA kommen hier auf 7,7%. Die Generali
aufgrund ihres italienischen Heimmarktes auf 19,8%. In Prozent des Eigenkapitals bedeutet dies 3%. Bei den
anderen großen europäischen Playern zeigt sich hier ein anderes Bild. Bei der AXA liegt das PIIGS Sovereign
Debt Exposure in Prozent des Eigenkapitals bei 73%, bei der Allianz bei 86% und bei der Generali bei 372% (!).