Rothensteiner: Raiffeisen-Bankengruppe geht es zufriedenstellend
Gruppe blieb 2015 mit 280 Mrd. Euro Bilanzsumme Nummer eins in
Österreich - Besseres Ergebnis trotz Niedrigzinsen -
Raiffeisen wichtigste Bankenmarke - Zukunftsthema
Digitalisierung
Der österreichischen Raiffeisen-Bankengruppe (RBG)
geht es laut ihrem Sprecher, RZB-Chef Walter Rothensteiner,
"durchaus zufriedenstellend". Im Vorjahr habe sie mit einer
Bilanzsumme von 280 Mrd. Euro zum zehnten Mal ihre Spitzenposition
unter den heimischen Bankengruppen behaupten können.Die Bilanzsumme ging aber leicht von 286 auf 280 Mrd. Euro
zurück, davon entfielen 138 Mrd. auf die RZB. Zum Vergleich: Die
Erste-Gruppe kam auf 200 Mrd. Euro und die UniCredit Bank Austria
auf 194 Mrd. Euro.
"Die Gruppe steht nach wie vor solide da und dabei sollte es auch
bleiben", sagte Rothensteiner am Donnerstag im Klub der
Wirtschaftspublizisten. Durch das niedrige Zinsniveau leide zwar die
Profitabilität, im derzeitigen Bereich könne man aber "noch
ordentlich arbeiten".
Im Vorjahr stieg das Betriebsergebnis der Gruppe um 19 Prozent
auf 3,4 Mrd. Euro, fast verdreifacht hat sich das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf 1,984 Mrd. Euro. Weltweit
werden 73.854 (2014: 77.055) Mitarbeiter in 4.750 (5.081)
Bankstellen beschäftigt. Für den Rückgang waren vor allem die
Probleme in der Ukraine verantwortlich. In Österreich sind es 24.238
Mitarbeiter in 2.124 Bankstellen.
Von Kreditklemme könne keine Rede sein, so Rothensteiner. Beim
Kreditvolumen der Firmenkunden kam es jedoch zu einen
vergleichsweise höheren Rückgang um 2 Prozent. Die Nachfrage von
Großkunden sei zurückhaltend. Bei den Privatkrediten fiel dagegen
der Anstieg etwas höher aus. Negativzinsen werde es keine geben.
Die Marktanteile bei den Privatkunden blieben im Vorjahr mit 40
Prozent bei den Kunden und 33 Prozent bei den Hauptkunden (die ihre
Haupt-Bankverbindung bei Raiffeisen haben) stabil, bei den
Firmenkunden stieg der Kundenanteil leicht auf 47 Prozent bzw. 38
Prozent bei den Hauptkunden. Raiffeisen sei die wichtigste
Bankenmarke in Österreich und nach wie vor mit den Begriffen
"Sicherheit" und "Vertrauen" verbunden, so Rothensteiner.
Die komplett neu ausgerichtete Leasinggesellschaft habe mit 47
Mio. Euro ihr bisher bestes Ergebnis erzielen können. Ihr
Marktanteil am Neugeschäft betrage 14,8 Prozent. Die Bausparkasse
habe unverändert einen Marktanteil von einem Drittel. Die
Uniqa-Gruppe inklusive Raiffeisen Versicherung komme auf einen
Marktanteil von 23 Prozent und ein Prämienvolumen von 3,5 Mrd. Euro.
Die Kapitalanlagegesellschaft (Raiffeisen Capital Management) kam -
inklusive Kepler-Fonds und Salzburg-Invest - auf ein Fondsvolumen
von 29 Mrd. Euro und einen Marktanteil von 26 Prozent. Alle diese
Firmen wurden im Vorjahr im 19. Wiener Bezirk zusammengezogen.
Beim Online-Banking sei die Gruppe mit einem Marktanteil von 40
Prozent und 1,7 Millionen Kunden klarer Marktführer, so
Rothensteiner weiter. Täglich habe man 37.000 Abfragen. Seit Mai
gebe es auch eine Bezahl-App für mobiles und bargeldloses Bezahlen.
Die "digitale Regionalbank" ist laut Rothensteiner auch ein
wichtiges Zukunftsthema. 70 Mio. Euro und zwölf Projekte liefen
derzeit, um die Vernetzung von regional und digital zu schaffen. Es
gehe um kundenfreundliche Lösungen mit personalisierten Angeboten
für Standardprodukte. Auch ein Relaunch des Online-Portals sei
geplant.
(Schluss) ggr/ivn
ISIN AT0000606306
WEB http://www.rzb.at
http://www.raiffeisen.at
http://www.rbinternational.com/