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Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Juni:
Österreichs Industrie: Auftragswachstum signalisiert Besserung im
zweiten Halbjahr nach schwacher erster Jahreshälfte
- Bank Austria EinkaufsManagerIndex mit fortgesetzter Stabilisierungstendenz: Anstieg
im Juni um 0,1 auf 48,3 Punkte
- Durchwachsener Produktionstrend, aber weitere Verbesserung der Auftragslage
- Leichte Verlangsamung des Beschäftigungsrückgangs
- Bedächtig, aber stetig: Erholung in zweiter Jahreshälfte dank günstigerem
Exportumfeld bringt 2013 Industriewachstum um ein Prozent – 2014 um vier Prozent
Produktionsplus
- Industrie trägt Konjunkturauffrischung in Österreich auch 2014 – BIP-Wachstum steigt
von 0,4 auf 1,6 Prozent im kommenden Jahr
Die österreichische Industrie findet vorerst nur langsam den Weg aus dem Konjunkturtal. Die
monatliche Umfrage unter heimischen Einkaufsmanagern zeigt aktuell eine Stabilisierung des
Geschäftsumfelds im Sektor an. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex setzte im Juni die
Aufwärtsbewegung des Vormonats mit einem kleinen Schritt fort. Trotz eines Anstiegs um 0,1
Punkte liegt der Indikator mit einem aktuellen Wert von 48,3 noch unterhalb der
Wachstumsgrenze von 50 Punkten“, erklärt Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer.
Bereits seit einem Jahr hat der Bank Austria EinkaufsManagerIndex nicht mehr die
Wachstumsschwelle übersteigen können, doch der Tiefpunkt zu Ende des ersten Quartals 2013
ist mittlerweile überwunden. Seitdem ist ein stetiger Forschritt am Weg zur
Konjunkturauffrischung spürbar. „Die Auftragslage hat sich im Juni weiter verbessert und in
einigen weiteren Teilergebnissen spiegelt sich eine Stärkung der Nachfrage wider. Der
Jobabbau verlangsamt sich und die aktuelle Preisdynamik entlastet, doch die leicht sinkende
Produktionsleistung trübt das Bild“, beschreibt Bruckbauer die wichtigsten Details aus der
aktuellen Umfrage von Markit Economics im Auftrag der Bank Austria.
„Den zweiten Monat in Folge haben die heimischen Industriebetriebe diesen Juni mehr Aufträge
verzeichnen können. Doch die Auftragspolster sind wieder geringfügig dünner geworden und die
Produktionsleistung ist nach dem leichten Anstieg im Vormonat sogar etwas zurückgenommen
worden“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Auch die Reduktion der Einkaufsmenge
weist auf das mittlerweile zwar gestärkte, aber noch immer recht durchwachsene
Nachfrageumfeld für die exportorientierte Industrie Österreichs hin.
Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen legen die österreichischen Erzeuger großen
Wert auf eine weitere Optimierung der Lagerhaltung. „Sowohl die Bestände in den Vormaterialals
auch Verkaufslagern wurden im Juni abermals verringert, um die anfallende Kostenbelastung
in den wenig umsatzdynamischen Monaten gering zu halten. Die aktuellen Lagerbewegungen
weisen jedoch auch auf die sich abzeichnende leichte Nachfragestärkung hin. Die
Lagerbestände im Verkauf haben sich im Juni recht deutlich verringert und der Lagerabbau im
Einkauf hat sich spürbar verlangsamt“, so Pudschedl.
„Auch die jüngsten Preistrends untermauern, dass sich dank der stärker werdenden Nachfrage
die Industriekonjunktur aufzufrischen beginnen dürfte. Trotz scharfem Wettbewerb haben sich
die Verkaufspreise im Juni weitgehend stabilisiert. Zudem hat sich das Tempo der Verbilligung
von Vormaterialien und Rohstoffe auf den internationalen Märkten eingebremst“, meint
Bruckbauer. Den sechsten Monat in Folge führte die Preisdynamik im Ein- bzw. Verkauf nun
bereits zu einer Kostenentlastung für die heimischen Betriebe, wovon im Juni insbesondere
Betriebe des Vorleistungs- und Investitionsgüterbereichs profitierten.
Die stark exportabhängige österreichische Industrie hat sich trotz des schwachen internationalen
Umfelds im laufenden Jahr bislang recht gut gehalten. In den ersten vier Monaten 2013
stagnierte die heimische Industrieproduktion. Sowohl im Mai als auch im Juni notierte der Bank
Austria EinkaufsManagerIndex knapp unter der Wachstumsschwelle, was bis zum
Sommerbeginn die verhaltene Entwicklung prolongiert hat, worauf auch der weitere – wenn auch
etwas verlangsamte – Beschäftigungsrückgang im Sektor hinweist. Angesichts eines leicht
gestärkten Nachfrageumfelds haben sich die Aussichten auf eine Belebung der
Industriekonjunktur in den kommenden Monaten jedoch gefestigt. Das Verhältnis der Auftragszu
den Lagertrends hat sich diesbezüglich als sehr aussagekräftiger Indikator erwiesen. Vorerst
wird die etwas gestärkte Nachfrage unter Berücksichtigung der vorhandenen Lagerkapazitäten
jedoch einen nur gemäßigten Produktionsanstieg auslösen. „Wir gehen für 2013 von einem
Wachstum in der verarbeitenden Industrie von einem Prozent aus. Die Industriekonjunktur hat
sich zwar stabilisiert, allerdings fehlen noch Kräfte, die eine nachhaltige Belebung ermöglichen.
Die positiven Signale von der US-Wirtschaft und die laufende Stabilisierung der europäischen
Konjunktur, allen voran in Deutschland, werden der heimischen Industrie jedoch mehr und mehr Schwung verleihen, der 2014 einen Produktionsanstieg um rund 4 Prozent erwarten lässt“,
analysiert Bruckbauer die Wachstumsaussichten für die heimische Industrie.
Der Produktionssektor wird sowohl in den kommenden Monaten als auch 2014 eine ganz
entscheidende Rolle für die Belebung der österreichischen Wirtschaft spielen, da die
Inlandsnachfrage durch die ungünstigen Arbeitsmarkttrends unter Druck steht. In Österreich wird
die exportstarke Industrie nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria wieder einmal zur
bestimmenden Stütze des Wirtschaftswachstums, das sich von 0,4 Prozent im laufenden Jahr
auf 1,6 Prozent 2014 erhöhen wird.
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