Russische Fremdwährungskreditnehmer protestierten gegen Raiffeisen
Fremdwährungskredite haben sich durch Rubelverfall massiv
verteuert
Einige Dutzend Fremdwährungskreditnehmer
haben am Dienstag Räumlichkeiten von Raiffeisen im Zentrum Moskaus
gestürmt, um auf ihre Probleme bei der Rückzahlung von Dollar- und
Eurokrediten aufmerksam zu machen und die Bank zu Zugeständnissen zu
bewegen. Dies berichtete der russische Fernsehsender "Doschd"."Ich will nicht jemanden bezahlen, der die Nöte der russischen
Kunden nicht versteht: Wir befinden uns schon ein Jahr lang in einer
äußerst schwierigen Lage", erklärte ein Teilnehmer der Protestaktion
in dem am Dienstag vom Fernsehsender veröffentlichten Video. Zu
sehen war auch ein Flugblatt, auf dem die Tochter der
österreichischen Raiffeisen Bank International AG (RBI) als
"Gaskammer für russische Kreditnehmer" bezeichnet wurde.
Bereits vergangene Woche hatten Fremdwährungskreditnehmer in der
russischen DeltaKredit-Bank für ihre Anliegen demonstriert, in
dieser Woche sind laut Medienberichten Demonstrationen in etwa zehn
weiteren Banken in Moskau geplant.
Vor dem Hintergrund der Proteste hatte laut Wirtschaftszeitung
"Wedomosti" (Montagausgabe) die russische Sowkombank beschlossen,
bis Ende 2016 ihren Kunden Rückzahlungen von Dollarkrediten zu einem
Wechselkurs von 60 Rubel/Dollar anzubieten. Der offizielle
Dollarwechselkurs der Russischen Zentralbank lag am Dienstag mit
77,8 Rubel deutlich höher.
Kredite in Dollar oder Euro, die in Russland traditionell
deutlich geringere Kreditzinsen als Rubelkredite aufwiesen, haben
sich für Russen mit stagnierenden Rubeleinkünften in den vergangenen
zwei Jahren massiv verteuert. Der Rubel hat seit Anfang 2014 und dem
Beginn der russischen Konfrontation mit der Ukraine im Verhältnis
zum Dollar oder Euro mehr als oder nahezu die Hälfte seines Wertes
eingebüßt. Einige Banken hatten bereits im Frühjahr 2014 die Ausgabe
von Dollar- oder Euro-Krediten an Privatpersonen eingestellt, im
vergangenen Dezember verfügte die Russische Zentralbank auch
Einschränkungen für Firmenkredite in Fremdwährungen. Auf der
Homepage der russischen Raiffeisen-Tochter werden Privatkunden
derzeit ausschließlich Rubelkredite mit jährlichen Zinsen zwischen
17,9 und 27,9 Prozent angeboten.
(Schluss) hgh/snu
ISIN AT0000606306
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http://www.rbinternational.com/