Teak Holz International - PwC widerruft Teak-Holz-Testat - Teak brachte Baum-Betrugsanzeige ein

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PwC widerruft Teak-Holz-Testat - Teak brachte Baum-Betrugsanzeige ein


Baumbestand viel zu hoch bewertet - THI vermutet, dass jemand innerhalb oder außerhalb des Unternehmens von Fehlbewertungen profitiert haben könnte



Beim hoch verschuldeten börsennotierten Plantagenbetreiber Teak Holz International (THI) ist es am Mittwoch turbulent zugegangen. Der Wirtschaftsprüfer PwC hat das Testat für den Jahresabschluss 2013 zurückgezogen, da die Teak-Bäume in Costa Rica zu hoch bewertet wurden. Die Firma selbst brachte zudem eine Betrugsanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen unbekannt ein.
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PwC erklärte am Abend, die mit hinweisenden Zusätzen ergänzten Bestätigungsvermerke für den THI-Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2013 mit sofortiger Wirkung widerrufen zu haben. Die Testate sind mit 28. März 2014 datiert.

In der Zwischenzeit hätten die Wirtschaftsprüfer aber neue Informationen erhalten und mussten feststellen, dass "die Bewertung der Teakholz-Plantagen für die Bilanz 2013 ... auf Basis von fehlerhaften Annahmen erfolgte". Die "biologischen Vermögenswerte" seien "wesentlich falsch, da überhöht, ausgewiesen worden."

Das Teak-Holz-Management hatte bereits Ende 2014 erklärt, dass auf den Plantagen in Costa Rica viel weniger Teakbäume stehen als in den Bilanzen der Vorjahre ausgewiesen, nämlich nur 660.000 statt 1,3 Millionen.

Für PwC haben diese überhöhten Bewertungen jedenfalls "zur Folge, dass die Voraussetzungen für die Erteilung der Bestätigungsvermerke nicht mehr gegeben sind". PwC hat die THI AG bis 2013 geprüft.

Auch die THI nahm in einer Aussendung zu den Fehlbewertungen Stellung. Nach Ansicht der Gesellschaft könne "kein Zweifel daran bestehen, dass sämtliche Verkehrswertgutachten beginnend mit der Sacheinlage im Jahr 2006 sowie in den Folgejahren ... fehlerhaft sind: Sie weisen überhöhte Bestandszahlen und Nutzflächen aus, was zu einer deutlich überhöhten Bewertung des Vermögens geführt hat."

Im Zusammenhang damit hat die THI am Mittwoch eine Sachverhaltsdarstellung bei der WKStA in Wien eingebracht. Es bestehe beispielsweise der Verdacht, dass schon 2006 "deutlich überhöhte Bestandsdichten (Bäume/Hektar) ausgewiesen wurden". Zusätzlich habe man der Staatsanwaltschaft "Verdachtsmomente im Hinblick auf undurchsichtige und möglicherweise fraudulente Gebarung beim Erwerb weiterer Plantagen im Jahr 2007 übermittelt".

Nach vorläufigen und ungeprüften Berechnungen der Gesellschaft hätte die "Einbringungsbewertung" 2006 statt bei 89 Mio. nur bei rund 13 Mio. Euro liegen sollen, erklärte THI.

Gegen wen sich die Anzeige richtet, wollte Martin Steiner von THI am Mittwochabend nicht sagen. "Es gibt Personen, die davon (von den Fehlbewertungen, Anm.) profitiert haben könnten", meinte er zur APA. Das könnte sowohl auf Personen innerhalb des Unternehmens als auch auf Dritte zutreffen, gab er sich auf Nachfrage kryptisch. Gegen die Bauern auf Costa Rica, von denen die Plantagen "zusammengekauft" wurden, richteten sich die Verdachtsmomente aber nicht. Aufgrund fehlender Unterlagen könne man keine Personen gezielt beschuldigen. "Wenn Geld abfließt und nicht alles den Bauern zufließt, kann das Geld wo auch immer hinfließen", so Steiner.

Teak Holz sitzt auf einem Schuldenberg von knapp 32 Mio. Euro und braucht dringend Geld. Die Gläubiger haben ein Stillhalteabkommen geschlossen. Im August wird eine 15,6 Mio. Euro schwere Wandelschuldanleihe fällig. Wegen der Fehlbewertungen wurde der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013/14, das am 30. September endete, noch immer nicht veröffentlicht. Auch alle weiteren Quartalsberichte hängen in der Luft.

(Schluss) snu/sp

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