Konjunktur - Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft verlangsamt sich im Januar weiter

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Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft verlangsamt sich im Januar weiter



Der Abwärtstrend der Eurozone-Privatwirtschaft hat sich im Januar zum dritten Mal hintereinander verlangsamt. Dies signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der gegenüber Dezember um 1.0 Punkte auf 48.2 stieg und damit ein Zehn-Monatshoch erreichte. Der Tiefpunkt der Rezession dürfte damit zwar endgültig überwunden sein, die Wirtschaftsleistung war jedoch zum 16. Mal innerhalb der letzten 17 Monate rückläufig.

In der Industrie fielen die 11. Produktionseinbußen in Folge schwächer aus als in den letzten zehn Monaten. Auch im Servicesektor verlangsamte sich die Talfahrt, so dass der Index Geschäftstätigkeit ein 10-Monatshoch erreichte.

Auf Länderebene liefen die Entwicklungen jedoch deutlich auseinander, vor allem zwischen den beiden Schwergewichtsländern Deutschland und Frankreich. Während die deutsche Privatwirtschaft insgesamt wieder so kräftig expandierte wie seit einem Jahr nicht mehr, schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Frankreich so stark wie zuletzt im März 2009.

Im deutschen Servicesektor liefen die Geschäfte im Januar so gut wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr, und auch die Industrieproduktion wurde erstmals seit März 2012 wieder – wenngleich nur geringfügig – ausgeweitet. In Frankreich ging es im Januar hingegen in beiden Sektoren stärker bergab als im Dezember.

Außerhalb dieser beiden Länder verlangsamte sich die Talfahrt zum vierten Mal hintereinander, so dass die Wachstumseinbußen insgesamt so schwach ausfielen wie zuletzt im März 2012.

Auftragseingang und Beschäftigung

Beim Auftrageingang schlugen insgesamt die niedrigsten Verluste seit 11 Monaten zu Buche. Der entsprechende Index erreichte in der Industrie ein 11-, im Servicesektor ein 10-Monatshoch. Die Exportorderbücher in der Industrie wiesen sogar das niedrigste Minus seit eineinhalb Jahren aus.

Auch die Auftragsbestände nahmen mit der niedrigsten Rate seit letzten März ab. Der 13. Jobabbau in Folge beschleunigte sich hingegen und fiel so kräftig aus wie zuletzt im November 2009. In beiden Sektoren wurden im Januar per Saldo mehr Stellen gestrichen als im Dezember. Deutschland und Frankreich vermeldeten verstärkte Rückgänge, und auch in den übrigen Ländern beschleunigte sich der Jobabbau im Durchschnitt nochmals.

Gedämpfter Preisdruck

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Verkäufe anzukurbeln, wurden die Verkaufspreise zwar den zehnten Monat in Folge reduziert, der Rückgang fiel jedoch so schwach aus wie zuletzt im Mai letzten Jahres. In beiden Sektoren sanken die Verkaufspreise, am stärksten im Servicesektor.

Die Einkaufspreise legten hingegen erneut zu, die Teuerungsrate fiel jedoch niedriger aus als in den zurückliegenden drei Monaten.

Geschäftsaussichten auf 8-Monatshoch

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich im Servicesektor zum dritten Mal hintereinander und waren so optimistisch wie seit acht Monaten nicht mehr. In Deutschland erreichte der Index ein 8-, in Frankreich ein 5-Monatshoch, und in den übrigen Ländern verbesserte sich der Index insgesamt auf ein 10-Monatshoch.

In der Industrie erreichte der Frühindikator Quote Auftragseingang/ Fertigwarenlager den höchsten Wert seit 11 Monaten. Dies deutet darauf hin, dass die Firmen die Produktion in den kommenden Monaten wieder hochfahren werden.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Unsere Januar-Vorabschätzung deutet darauf hin, dass sich die Talfahrt der Eurozone zum Jahresauftakt 2013 weiter verlangsamt hat. Auch wenn die offiziellen Daten zunächst noch den verstärkten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2012 bestätigen, lassen unsere Januar- Flashes keinen Zweifel daran, dass sich der Ausblick zwischenzeitlich merklich aufgehellt hat. Frühindikatoren wie die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist und die Quote Auftragseingang/ Fertigwarenlager signalisieren überdies, dass sich der Abwärtstrend in den kommenden Monaten weiter abschwächen sollte, so dass die Eurozone noch im ersten Halbjahr 2013 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren könnte.

Ein Alarmzeichen ist jedoch der beschleunigte Jobabbau, zeigt dies doch, dass die Unternehmen vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung weiter vorsichtig bleiben und bestrebt sind, die Kosten zu senken.

Dass die Entwicklungen zwischen den Eurozone- Ländern in Besorgnis erregendem Ausmaß auseinanderlaufen, dürfte für erhöhte Spannungen unter den Politikern sorgen. Während Deutschland eine kräftige Wachstumsbelebung vermeldet, geht es mit der französischen Wirtschaft so stark bergab wie seit Anfang 2009 nicht mehr. “




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