OMV-Chef Stern: Steuersenkung einzige Lösung für hohe Spritpreise
Stern im Ö1-Interview: Mangellage am Weltmarkt treibt Preise -
Staat kassiert Milliarden an Steuern - 25 Cent bleiben für
gesamte Wertschöpfungskette - Stern: Zahlen oder zu Fuß gehen
Angesichts hoher Treibstoffpreise ortet OMV-Chef
Alfred Stern eine weltweite Mangellage als treibende Kraft. Im
Ö1-"Journal zu Gast" betonte der Konzernchef am Samstag, dass
niedrigere Preise an den Zapfsäulen derzeit nur durch eine
Steuersenkung erreichbar seien. Staatliche Eingriffe in den Markt
lehnte Stern ab, da solche Maßnahmen zu einer Gefährdung der
heimischen Versorgungssicherheit führen würden.
Stern begründete die Kostenspirale mit einer internationalen
Verknappung infolge des Iran-Krieges. Auf dem Weltmarkt würden
derzeit etwa 20 Prozent des Öls sowie 10 Prozent der Treibstoffe
fehlen. Um die benötigten Mengen nach Österreich zu bringen, müsse
die OMV an der Börse in Rotterdam wettbewerbsfähige Preise zahlen.
"Irgendjemand auf dieser Welt, der nicht bereit ist, die hohen
Preise zu bezahlen, die wir in Europa und in Österreich bezahlen,
der wird zu Fuß gehen", so der OMV-Chef.
Den Vorwurf, die OMV verdiene sich auf Kosten der Kundschaft ein
"Körberlgeld", wies Stern zurück und verwies auf die massiven
staatlichen Einnahmen. Bei einem Preis von 1,70 Euro für einen Liter
Superbenzin würden 90 Cent allein auf Steuern und Abgaben entfallen.
Von den verbleibenden 80 Cent müssten 55 Cent die reinen Kosten für
das Öl abdecken. Demnach blieben der OMV lediglich 25 Cent, um das
Rohöl weltweit zu beschaffen, "in unserem Fall nach Italien nach
Triest zu bringen, über die 400 km lange Pipeline nach Schwechat zu
pumpen, unsere Raffinerie in Schwechat aufrecht zu erhalten und zu
betreiben und auch die Tankstellen zu betreiben und zu befüllen".
Staat verdient an Treibstoffen viel mehr als OMV
Im Jahr 2025 verzeichneten laut Stern alle OMV-Raffinerien
zusammen ein operatives Ergebnis von rund 1,1 Milliarden Euro. Das
Finanzministerium habe im selben Zeitraum hingegen 2,6 Milliarden
Euro durch Steuern auf Treibstoffe eingenommen.
Eine Steuersenkung sei folglich der einzige Weg, die Preise zu
drücken, ohne in die Versorgungssicherheit einzugreifen. Vor
staatlichen Eingriffen, wie etwa einem Preisdeckel oder einer
Margenbeschränkung, warnte der Konzernchef eindringlich. Solche
Maßnahmen würden unvermeidlich zu Engpässen führen. Seine Bilanz zu
künstlichen Preisbremsen lautet: "Wir können entweder ein billiges
Produkt haben, das dann nicht verfügbar ist, oder wir können das
bezahlen, um die Versorgungssicherheit herzustellen.".
ivn/wim
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