Porr/Strabag-Konsortium für Vamed abgesagt - Porr übernimmt Thermen
Strabag verhandelt Übernahme der technischen Betriebsführung
des AKH Wien - Wiener Rathaus hatte laut Medienbericht
Bedenken
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Mehr Hintergrundinformationen (2., 4. und 5. Absatz)
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Die Baukonzerne Porr und Strabag wollen das
Österreich-Kerngeschäft des heimischen Krankenhausbetreibers und
Gesundheitsdienstleisters Vamed nicht mehr gemeinsam übernehmen. Der
durch eine Beteiligungsgesellschaft abgeschlossene Kaufvertrag wurde
"heute aufgehoben, da die Umsetzung nicht in der vorgesehenen Weise
erfolgen konnte", teilte die Strabag mit. Die Porr übernimmt das
österreichische Projektentwicklungsgeschäft der Vamed und die
Thermenbeteiligungen in Österreich.
Laut dem deutschen Gesundheitskonzern Fresenius, dem das
Vamed-Kerngeschäft als Verkäufer aktuell gehört, wird der Verkauf
durch die neue Vorgehensweise "beschleunigt und vereinfacht". "Die
neue Vereinbarung steht noch unter Vorbehalt behördlicher
Zustimmung", hieß es vom deutschen Gesundheitskonzern. Bei der laut
APA-Informationen zuständigen EU-Kommission wurde der geplante
Verkauf bis heute noch nicht angemeldet - weder in der ursprünglich
geplanten noch in der aktuellen Konstellation. Das geht aus einer
entsprechenden Datenbank der Brüsseler Behörde hervor.
Strabag übernimmt AKH Betriebsführung möglicherweise allein
Die Strabag verhandelt nun allein einen Erwerb der Vamed-KMB
Krankenhausmanagement und Betriebsführungsges.m.b.H. mit den
Geschäftsbereichen der AKH Wien technische Betriebsführung und den
Bauprojekten des AKH Wien. Auch mit dem Wiener Gesundheitsverbund
(WIGEV) gebe es diesbezüglich konstruktive Gespräche, hieß es von
der Strabag.
Wie der "Kurier" unlängst berichtete, gab es im Wiener Rathaus
bedenken, dass die beiden Baukonzerne durch einen Kauf der
technischen Betriebsführung des AKH Wien sich Bauaufträge für bis
2030 geplante Sanierungen, Neu- und Zubauten im Wert von 1,4 Mrd.
Euro sichern wollen.
"Vitality-World"-Thermen gehen an Porr
Zu den Vamed-Thermen zählen in Österreich die
"Vitality-World"-Thermen in Wien, Geinberg, Längenfeld, Kaprun, Laa
und die St. Martins Therme in Frauenkirchen. Der Kaufpreis wird laut
Porr einen symbolischen Euro betragen. Zusätzlich werde man die
Gesellschaften noch entsprechend kapitalisieren, um
Verbindlichkeiten auszugleichen, erklärte der Baukonzern am Freitag
in einer Aussendung. Das österreichische Projektentwicklungsgeschäft
umfasst Beratungs- und Projektleistungen im Gesundheitsbereich.
Der bereits im Mai 2024 angekündigte Kauf der
Vamed-Kerngesellschaft durch Porr und Strabag verzögerte sich wegen
der fehlenden Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Der
deutsche Gesundheitskonzern Fresenius will sich komplett von seiner
Österreich-Tochter Vamed trennen. Im Februar wurde der Verkauf des
internationalen Vamed-Projektgeschäfts Health Tech Engineering (HTE)
an die Worldwide Hospitals Group (WWH) abgeschlossen. Die
Vamed-Rehakliniken wurden im Herbst 2024 an den französische
Finanzinvestor PAI Partners veräußert. Das
Krankenhausdienstleistungsgeschäft wurde in den Vamed-Mutterkonzern
Fresenius eingegliedert.
cri/spo/tpo/ivn
ISIN AT000000STR1 AT0000609607
WEB http://www.strabag.com
http://www.porr-group.com
ISIN GB00B1VYCH82
WEB http://www.thomascookgroup.com/