US-Zölle - Bank Austria: 30 Prozent kosten Austro-BIP 0,4 Prozent
Und dazu 15.000 Jobs
Zwar laufen weiter Verhandlungen um eine Lösung im
von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Zollstreit, doch dessen
Drohung von 30 Prozent Zoll auf Exporte aus der EU und Österreich
sitzt tief. Alleine in der Alpenrepublik würde dies 15.000 Jobs
kosten und das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent nach unten
drücken, besagt eine am Dienstag veröffentlichte Berechnung der Bank
Austria im Rahmen ihres regelmäßigen Konjunkturindikators.
Grundsätzlich hat sich demnach die Stimmung in den heimischen
Industriebetrieben verschlechtert - aufgrund der rückläufigen
Aufträge aus dem Ausland und der Verunsicherung durch die
US-Zollpolitik mit einem bisher fehlenden Abkommen der EU mit den
USA. Zwischenzeitlich haben immerhin die Beruhigung der Inflation
und die Lockerung der Geldpolitik durch die EZB trotz der
geopolitischen Herausforderungen und Verunsicherungen zu einer
Stabilisierung der Konjunkturlage in Österreich geführt, halten die
Bank-Austria-Ökonomen fest.
Keine Wachstumssignale
Die Rezession ende, Wachstumssignale fehlten allerdings. Eine
wachsende Inlandsnachfrage im zweiten Halbjahr sollte Impulse
bringen und die Stagnation könnte beendet werden. Ein kräftiger
Aufwärtstrend zeichne sich jedoch angesichts der bestehenden
Herausforderungen nicht ab.
Eine maßgebliche Unterstützung der heimischen Wirtschaft durch
die Auslandsnachfrage könne aber nicht erwartet werden. Dem stehe
einerseits eine gesunkene preisliche Wettbewerbsfähigkeit und
andererseits eine protektionistische Handelspolitik ausgehend von
den USA im Wege. "Die jüngste Ankündigung eines Zolltarifs von 30
Prozent auf alle US-Importe aus der EU und damit auch aus Österreich
würde die österreichische Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 0,4
Prozentpunkte belasten und rund 15.000 Arbeitsplätze kosten",
schätzt Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Der Konjunkturindikator sank im Juni gegenüber Mai minimal auf
minus 2,1 Punkte. Dieser Wert unter der Wachstumsschwelle war
immerhin der zweitbeste nach Mai. Wachstum signalisierte dieses
Barometer zuletzt gegen Jahresmitte 2022.
phs/bel
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