Konjunktur

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Datum/Zeit: 10.02.2024 14:31
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutschland: Servicesektor verharrt zum Jahresauftakt den vierten Monat in Folge in der Schrumpfungszone


Ergebnisse auf einen Blick:

HCOB Dienstleistungsindex Deutschland bei 47,7 (Finalwert Dezember: 49,3), 5-Monatstief
HCOB Composite PMI Deutschland bei 47,0 (Finalwert Dezember: 47,4), 3-Monatstief
Strkste Geschftsttigkeitseinbuen seit August 2023, aber Ausblick verbessert sich

Die Geschftsttigkeit im deutschen Dienstleistungssektor ging im Januar nicht nur zum vierten Mal hintereinander sondern auch mit der krftigsten Rate seit vergangenem August zurck das zeigen die aktuellen Daten zum HCOB Dienstleistungsindex, erhoben von S&P Global Market Intelligence. Urschlich dafr war abermals die rcklufige Nachfrage. Nichtsdestotrotz sahen die Branchenakteure von Stellenkrzungen ab, denn die Prognosen fr die Geschfte binnen Jahresfrist verbesserten sich erneut.

Derweil blieb der Inflationsdruck hartnckig hoch. Demnach stiegen die Kosten so sprbar an wie seit acht Monaten nicht, was im Wesentlichen auf die wachsenden Lhne und Gehlter zurckzufhren war. Indes rangierte die im Vormonatsvergleich kaum vernderte Teuerungsrate der Angebotspreise nach wie vor ber ihrem Langzeitmittel.

Der finale und saisonbereinigte HCOB Index Geschftsttigkeit rutschte im Januar nochmals tiefer in den roten Bereich unterhalb der Referenzlinie von 50,0 Punkten. Nach 49,3 Punkten im Dezember notierte er nunmehr mit 47,7 auf einem Fnf-Monatstief. Das moderate Minus begrndeten die Befragten oftmals mit der Zurckhaltung unter den Kunden angesichts der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit und hoher Finanzierungskosten.

Dass die Nachfrageflaute weiterhin anhielt, belegen die erneuten Einbuen beim Auftragseingang die siebten in Folge. Dem Trend bei der Geschftsttigkeit entsprechend hat sich die Kontraktionsrate auch hier zum zweiten Mal hintereinander beschleunigt, und das trotz des verlangsamten Rckgangs beim Exportneugeschft.

Der Nachfragemangel sorgte zudem dafr, dass die Serviceanbieter verstrkt ihre unterledigten Projekte und Auftrge abarbeiteten. Die Abbaurate fiel dabei so krftig aus wie seit gut dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Obgleich sich der Druck auf die Kapazitten verringerte, wirkte sich das kaum auf den Arbeitsmarkt aus. Tatschlich blieb die sektorweite Beschftigung weitgehend unverndert, nachdem sie zum Jahresende 2023 leicht gefallen war. Der mehr oder minder konstante Trend der vergangenen sechs Monate setzte sich somit auch im Januar fort.

Die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Mitarbeiterzahlen zu halten, ging mit den verbesserten Geschftsaussichten fr die kommenden zwlf Monate einher. Der entsprechende Index legte zum zweiten Mal in Folge zu und kletterte auf den hchsten Stand seit Mai letzten Jahres. Dennoch lag er damit noch immer unter dem seit Beginn der Datenerhebung 1997 gemessenen Durchschnitt. Die Wachstumsprognosen waren oftmals an die Hoffnung auf eine abflachende Inflation, niedrigere Zinsen und einen Nachfrageschub geknpft. Nichtsdestotrotz bereiteten die Sorge ber eine Rezession und die geopolitischen Spannungen den Umfrageteilnehmern nach wie vor Kopfzerbrechen.

An der Preisfront signalisieren die jngsten Daten, dass sich der Inflationsdruck auf der Kostenseite weiter intensiviert hat. Die Teuerungsrate nahm hier den dritten Monat hintereinander zu und schnellte auf den hchsten Wert seit Mai 2023.

Verantwortlich dafr waren vor allem die steigenden Lhne und Gehlter, so die befragten Manager. Allerdings wirkten sich auch die hohen Energiepreise und die Inflation im Allgemeinen negativ aus.

Folglich hoben die Dienstleister ihre Angebotspreise abermals sprbar an, um die Ausgabenlast zumindest teilweise an ihre Kundschaft weiterzureichen. Zwar rangierte die dazugehrige Steigerungsrate unter den Durchschnittswerten von 2022 und 2023, aber weiterhin deutlich ber den Trends von vor der Pandemie.

Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, kommentiert die aktuellen Umfrageergebnisse:

"Schlechtes Ende, miserabler Start. So lautet das Resmee des deutschen Servicesektors zum Jahresauftakt, denn der HCOB Dienstleistungsindex hat sich im Januar gegenber dem bereits verhaltenen Dezember weiter verschlechtert.

Schmerzhaft ist insbesondere, dass das Neugeschft bereits seit sieben Monaten schrumpft und sich die Abwrtsdynamik das zweite Mal in Folge beschleunigt hat. Dass die Auftragsbestnde zudem so bemerkenswert schnell abgearbeitet wurden wie seit Juni 2020 nicht mehr, knnte mglicherweise auf eine Welle von Stornierungen durch die Kunden hindeuten.

Anders als im verarbeitenden Gewerbe ist der Inflationsdruck im Dienstleistungssektor weiterhin hoch. Die PMI-Kennzahlen sowohl fr die Angebotspreise als auch fr die Kosten rangieren immer noch deutlich ber ihren langfristigen Durchschnittswerten, selbst wenn die Indizes unter ihren Hchststnden von 2022 liegen. Was vor allem der Europischen Zentralbank Sorgen bereiten drfte, ist die in den letzten drei Monaten zu beobachtende Umkehr des Abwrtstrends bei der Kosteninflation.

Die Gewinnmargen zu verteidigen, fllt schwer, da die Nachfrage nach wie vor rcklufig ist, whrend sich die Teuerungsrate auf der Ausgabenseite beschleunigt. Letztere bersteigt dabei die Erhhung der Angebotspreise, wodurch die Profite unter Druck geraten. Die steigenden Kosten sind nach Angaben der befragten Unternehmen grtenteils auf hhere Lhne zurckzufhren. Die verstrkten Streikaktivitten der letzten Wochen und Monate sind ein Beweis fr das neu gewonnene Selbstvertrauen der Gewerkschaften, wenn es um wachsende Lohnforderungen geht. Dies liegt insbesondere im strukturellen Personalmangel begrndet. Daher erwarten wir eine lngere Phase hherer Inflation im Dienstleistungssektor, der in hohem Mae auf Arbeitskrfte angewiesen ist.

Es sieht so aus, als wren die Serviceanbieter nicht bereit, sich in eine Abwrtsspirale zu begeben. Stattdessen ist der Anteil der Branchenakteure, die mit einer Verbesserung der Geschftsttigkeit binnen Jahresfrist rechnen, gestiegen. Die positive Stimmung wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass die Beschftigung laut entsprechendem Index weitgehend stabil geblieben ist."

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