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Datum/Zeit: 24.01.2023 11:10
Quelle: Allgemeines - Presseaussendung

Industrie: Vorboten einer konjunkturellen Stabilisierung


IV-GS Neumayer/IV-Chefkonom Helmenstein: Konjunkturelle Grokrise abgewendet, anhaltend schwierige Situation in der Industrie im ersten Halbjahr

Die jngste IV-Konjunkturerhebung lsst Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung erkennen. Whrend sich die Einschtzung des aktuellen Geschftsganges durch die Unternehmen weiter verschlechtert, sollte sich die rezessive Dynamik in der Industrie auf Sicht von sechs Monaten abschwchen. Damit wird ein Wiedereinschwenken auf einen Expansionspfad ab der Jahresmitte 2023 wahrscheinlicher, brachte Christoph Neumayer, Generalsekretr der Industriellenvereinigung (IV), am heutigen Dienstag in einer Pressekonferenz das derzeitige Konjunkturbild auf den Punkt. Der gesamthaft betrachtet schwachen europischen wie auch globalen Konjunkturdynamik vermag sich die heimische Industrie nicht zu entziehen.

Das aus der Koinzidenz mehrerer Grokrisen (Pandemie, russischer Angriffskrieg in der Ukraine, Inflation) erwachsende, negative Momentum auf die heimische Konjunkturentwicklung beginnt zu schwinden. Whrend die pandemiebezogenen Beschrnkungen bereits weitgehend aufgehoben wurden, sodass vor allem im Dienstleistungssektor, insbesondere in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, zustzliches Erholungspotenzial erschlossen werden kann, haben auch die Erzeugerpreise ihren oberen Wendepunkt durchschritten, was auf einen allmhlich abnehmenden Kostendruck vor allem in der Industrie hindeutet. Eine Normalisierung der Preise wichtiger Industrierohstoffe hat dazu ebenso beigetragen wie ein ausgeprgter Rckgang der Frachtraten im internationalen Gtertransport und eine anhaltende Entspannung bei den Lieferkettenstrungen.

Dennoch htte die vorhandene Auftragsreichweite fr sich genommen nicht ausgereicht, um ein Durchtauchen der wirtschaftlichen Schwchephase zu ermglichen. Im Zusammenwirken mit den enormen ffentlichen Ausgaben der EU-Mitgliedstaaten zur Abfederung der Inflationsfolgen, welche nach dem derzeitigen Beschlussstand ein Ausma in einer Grenordnung von 7% fr Deutschland und sterreich erwarten lassen, kann ein erheblicher Rckgang der Wirtschaftsleistung jedoch abgewendet werden, so IV-Chefkonom Christian Helmenstein. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive geht dieser Konjunkturzyklus ohne eine weitere Grokrise der Dimension einer Lehman-Insolvenz oder eines COVID-Lockdowns zu Ende. Die Lage beginnt sich zum Besseren zu wenden, vorausgesetzt, dass keine Eskalation des Krieges in der Ukraine eintritt oder weitere unvorhergesehene Negativschocks zu verzeichnen sein werden.

Umso wichtiger ist es, die Voraussetzungen fr nachhaltiges Wachstum in sterreich ohne Zeitverzgerung zu strken. Dazu zhlt wesentlich, die Energiekosten am heimischen Produktionsstandort, die bei einem Mehrfachen des nordamerikanischen und asiatischen Niveaus verharren, durch eine Vielzahl von Manahmen so weit zurckzufhren, dass eine inkrementelle De-Industrialisierung mit daraus erwachsenden Wohlstandsverlusten abgewendet werden kann. Dazu zhlen auch Manahmen der Entbrokratisierung und strukturellen Verbesserungen im ffentlichen Sektor sowie zur Bekmpfung des Fachkrftemangels, formuliert Christoph Neumayer die Kernforderungen der Industrie an die Adresse der Politik.

Die Ergebnisse der aktuellen IV-Konjunkturumfrage

Das IV-Konjunkturbarometer, welches als (gewichteter) Mittelwert aus den Beurteilungen der gegenwrtigen Geschftslage und der Geschftslage in sechs Monaten bestimmt wird, passiert erneut die Nullmarke im Gegensatz zum vorhergehenden Termin dieses Mal allerdings in umgekehrter, nmlich positiver Richtung. Sein Wert steigt von -2,0 Punkten auf 7,5 Punkte.

Die leichte Verbesserung des IV-Konjunkturbarometers ist ausschlielich auf die Teilkomponente der Geschftsaussichten zurckzufhren, welche ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau von -46 Punkten angehoben wurden. Dennoch befinden sich selbige bei einem aktuellen Wert von -20 Punkten weiterhin auf Rezessionsniveau. Diese Trendumkehr ist beinahe zur Gnze darauf zurckzufhren, dass zum aktuellen Termin noch gut ein Viertel der Respondenten eine abermalige Verschlechterung des Geschftsganges erwartet, whrend dies zum letzten Termin bei mehr als der Hlfte der Fall war.

Die Einschtzung der aktuellen Geschftslage hat sich erwartungsgem weiter von +42 Punkten auf +34 Punkte eingetrbt. Mit entsprechender zeitlicher Verzgerung folgt sie damit der Teilkomponente der Geschftsaussichten, wenngleich nicht im selben Ausma.

Mit einem Saldo von +32 nach zuvor +52 Punkten liegen die Gesamtauftragsbestnde in der Industrie nach wie vor auf einem auskmmlichen Niveau, allerdings setzt sich ihr Abbau in beschleunigter Weise fort. Dementsprechend verringert sich die Auftragsreichweite in einem betrchtlichen Tempo, was wiederum mit der berwiegend negativen Einschtzung der nheren Geschftsaussichten korrespondiert. Wenig Untersttzung kommt diesbezglich von der Komponente der Auslandsauftrge, deren Saldo sich von +49 Punkten auf +33 Punkte verringert. Zudem steht diesbezglich zu erwarten, dass die rasche Aufwertung des Euro gegenber dem US-Dollar im Ausma von 11% innerhalb von drei Monaten die preisliche Wettbewerbsfhigkeit der sterreichischen Exporteure in den kommenden Quartalen zustzlich beeintrchtigen wird.

Angesichts des momentan erheblich eingetrbten Konjunkturbildes halten die Unternehmen an ihrer vorsichtigen Produktionsplanung fest. In saisonbereinigter Analyse der kurzfristigen Produktionserwartungen verharrt der Saldo bei -3 Punkten nach zuvor -6 Punkten in negativem Terrain, was die Aussichten einer rezessiven Entwicklung in der sterreichischen Industrie in den kommenden Monaten unterstreicht.

Nach einem regelrechten Einbruch bei der Einschtzung der Beschftigungsaussichten zum vorhergehenden Termin ist eine Stabilisierung derselben marginal oberhalb der Nulllinie (Saldo von +1 Punkt) zu verzeichnen. Der auch hier zu beobachtende Vorzeichenwechsel ist das Ergebnis von zwei parallel zueinander verlaufenden Prozessen. Einerseits erhlt nahezu ein Fnftel der Unternehmen eine positive Einstellungsneigung aufrecht und beabsichtigt eine Ausweitung der Humankapitalbasis. Zugleich beginnt der Anteil jener Unternehmen, welche ihren Beschftigtenstand nicht zu halten vermgen, auf Sicht der nchsten drei Monate geringfgig zurckzugehen, und zwar um 2 Prozentpunkte.

Mit einem Saldo von +41 Punkten nach zuvor +42 Punkten erhrtet sich die Einschtzung, dass auf der Ebene der Erzeugerpreise der obere Wendepunkt der Preisauftriebsdynamik durchschritten worden ist. Der nach wie vor auergewhnlich hohe und dazu noch stabile Wert dieses Indikators weist jedoch darauf hin, dass der zuletzt zu gewrtigende Preisauftrieb weder ein auf wenige Warenkategorien beschrnktes noch ein vorbergehendes Phnomen sein wird.

Die Vielzahl der konjunkturellen Strfaktoren wirkt auf die aktuelle Ertragslage der Unternehmen zurck. Nachdem der betreffende Saldo zuvor vier Mal in Folge gefallen war, verharrt er zu diesem Termin bei einem Saldo von unverndert +9 Punkten. Mit -13 Punkten nach zuvor -35 Punkten kommt der Saldo der Ertragserwartungen auf Sicht des nchsten Halbjahres weiterhin in negativem Terrain zu liegen. Der Anteil der Respondenten mit der Erwartung einer anhaltenden Ertragserosion berwiegt somit weiterhin jenen mit der Erwartung einer Verbesserung ihrer Ertragssituation. Dennoch nimmt die hiermit zum Ausdruck kommende Intensitt des Konjunkturpessimismus ab.

Die IV-Konjunkturumfrage: Zur Befragungsmethode

An der jngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung beteiligten sich 403 Unternehmen mit rund 294.000 Beschftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: Den Unternehmen werden drei Antwortmglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible Saldo aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlssigung der neutralen gebildet.

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