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Datum/Zeit: 11.11.2021 07:31
Quelle: euro adhoc

EANS-News: ÖSTERREICHISCHE POST Q1–3 2021: Umsatz und Ergebnis in den ersten drei Quartalen 2021 gesteigert



Mengenwachstum bei Paketen, Rückgang im Briefvolumen

Paketvolumen Österreich +16 %, Türkei +14 %, CEE +17 % in Q1-3 2021
Briefvolumen -4 %, Werbesendungen -0,2 % in Q1-3 2021
Umsatz Q1-3 2021 mit +22,2 % auf 1.830,5 Mio EUR (+8,8 % exkl. Aras Kargo)

Brief & Werbepost +1,1 % auf 893,4 Mio EUR
Paket & Logistik +57,1 % auf 905,6 Mio EUR (+22,8 % exkl. Aras Kargo)
Filiale & Bank +6,7 % auf 48,8 Mio EUR
Ergebnisverbesserung durch Paketwachstum

EBITDA +48,1 % auf 266,3 Mio EUR
EBIT +76,9 % auf 144,0 Mio EUR
o Brief & Werbepost +3,8 % auf 110,8 Mio EUR
o Paket & Logistik +48,7 Mio EUR auf 81,3 Mio EUR
o Filiale & Bank +9,1 % auf minus 33,9 Mio EUR
* Ergebnis je Aktie +51,9 % auf 1,57 EUR

Starker Cashflow, solide Bilanz

Operativer Free Cashflow von 196,5 Mio EUR
Bilanzsumme von 2,8 Mrd EUR und hohe liquide Mittel
Positiver Ausblick 2021

Umsatzanstieg von etwa 15 % erwartet
Steigendes Konzernergebnis (EBIT) von etwa 25 % prognostiziert
Weiterhin Fokus auf Investitionsprogramm zur Kapazitätssteigerung

"Die ersten drei Quartale 2021 sind für die Österreichische Post sehr erfolgreich verlaufen. Nach einem schwierigen Vorjahr - das ab Ende März 2020 von den Auswirkungen und Einschränkungen der COVID-19 Pandemie stark betroffen war - verbesserten sich durchwegs alle Kennzahlen des heurigen Jahres", so Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl einleitend. "Wir sind mit der operativen Entwicklung im Kerngeschäft aber auch dem stetigen Wachstum unserer Tochtergesellschaften sehr zufrieden", so Georg Pölzl weiter.

Der Konzernumsatz der ersten drei Quartale 2021 erhöhte sich in Summe um 22,2 %, getragen von organischem Wachstum von 8,8 % und der Vollkonsolidierung der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo. Nach hohen Steigerungsraten im Vorquartal erreichte das dritte Quartal 2021 einen Umsatzanstieg um 10,5 % bzw. 2,4 % exklusive der Tochtergesellschaft Aras Kargo. Dabei blieben die Basistrends im laufenden Geschäft unverändert: die Mengenrückgänge bei klassischen Briefen halten weiter an, das Werbegeschäft bleibt volatil und leicht rückläufig, während die Paketvolumen in den letzten Quartalen weiterhin Zuwächse verzeichneten.

Somit zeigte sich im Umsatzmix die strukturelle Veränderung und gestiegene Bedeutung des Paketgeschäfts. Der Anteil der Division Paket & Logistik am Gesamtumsatz lag in den ersten drei Quartalen bei 49,0 %, während sich der Anteil der Division Brief & Werbepost auf 48,3 % reduzierte. Der Paketumsatz verbesserte sich im Jahresvergleich um 57,1 % auf 905,6 Mio EUR. Nicht nur die türkische Tochtergesellschaft Aras Kargo sondern auch ein organisches Wachstum von 22,8 % in den ersten drei Quartalen 2021 bzw. 14,4 % im dritten Quartal verdeutlichen die Bedeutung dieses Geschäfts, dass vom stetigen Trend zum Online-Handel profitiert. Die Division Brief & Werbepost hat naturgemäß mit einer rückläufigen Mengenentwicklung zu kämpfen und verbesserte den Umsatz dennoch um 1,1 % auf 893,4 Mio EUR in den ersten neun Monaten 2021. Zuwächse verzeichnete auch die Division Filiale & Bank um 6,7 % auf 48,8 Mio EUR. Die bank99 ist im April 2020 gestartet und bietet ihren Kund*innen fokussierte Finanzdienstleistungen an. Ein weiteres Wachstum sollte hier durch die im Juni 2021 kommunizierte Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING in Österreich erfolgen. Das Closing wird vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen bis Ende 2021 erwartet.

Auch im Ergebnis der ersten drei Quartale 2021 spiegelte sich die verbesserte Umsatzentwicklung wider. Das EBITDA erhöhte sich vor dem Hintergrund einer stark von COVID-19 beeinträchtigten Entwicklung des Vorjahres und der Expansion im Paketgeschäft um 48,1 % auf 266,3 Mio EUR, das EBIT um 76,9 % auf 144,0 Mio EUR. Auch das dritte Quartal verbesserte sich im EBIT um 22,4 % auf 40,6 Mio EUR. Die Division Brief & Werbepost verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2021 einen Ergebnisanstieg (EBIT) von 3,8 % auf 110,8 Mio EUR. Der Anstieg ist auf den höheren Umsatz des Brief- und Werbegeschäfts nach einer stark durch COVID-19 belasteten Vorjahresperiode zurückzuführen. Das EBIT der Division Paket & Logistik steigerte sich von 32,6 Mio EUR auf 81,3 Mio EUR in den ersten neun Monaten 2021. Ein Ergebnisplus aufgrund der hervorragenden Umsatzentwicklung war in allen Märkten zu verzeichnen, insbesondere wirkte sich die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo positiv auf das Divisionsergebnis aus. Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 33,9 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021 nach minus 37,3 Mio EUR im Jahr zuvor. Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag in den ersten drei Quartalen 2021 bei 110,5 Mio EUR nach 64,5 Mio EUR im Jahr zuvor. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,57 EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 1,03 EUR im Vorjahr.

Die Entwicklung der ersten drei Quartale festigen die Prognose für das Gesamtjahr 2021. Zusätzlich zu Beeinträchtigungen durch die COVID-19 Pandemie ist zu erwarten, dass das Marktumfeld zunehmend von Makrothemen wie Lieferengpässen und mangelnder Verfügbarkeit von diversen Wirtschaftsgütern, aber auch Kostensteigerungen geprägt sein wird. Trotz einer daraus möglichen gedämpften Entwicklung im Online-Handel könnten auch im vierten Quartal die Rekordumsätze des Vorjahres wieder erreicht werden. Daher bleibt die Prognose eines Umsatzanstiegs für 2021 von etwa 15 % aufrecht. Auf Basis der vorliegenden Zahlen und der aktuellen Umsatzprognose ist für das Geschäftsjahr 2021 eine Ergebnisverbesserung von etwa 25 % zu erwarten (Basis EBIT 2020: 161 Mio EUR).

Der Fokus im vierten Quartal 2021 liegt auf einer guten operativen Performance. Die erwarteten Paketmengen sollen in gewohnt hoher Qualität bewältigt werden und das Logistik-Expansionsprogramm wird planmäßig fortgesetzt. Ziel ist es, die Sortierkapazität stetig zu erhöhen und eine nachhaltige Effizienzsteigerung sicherzustellen. "Mit dem Ausbau unseres Logistiknetzwerks und den organisatorischen Vorbereitungen für das vierte Quartal sehen wir uns bestens gerüstet, die zu erwartenden Transportmengen gut zu bewältigen", so Georg Pölzl abschließend.

KENNZAHLEN
                                                Veränderung
Mio EUR                   Q1-3 2020 1 Q1-3 2021 Mio EUR Q3 2020 1 Q3 2021
Umsatzerlöse              1.497,9     1.830,5   22,2 %  332,6     516,0   570,1
Brief & Werbepost         883,3       893,4     1,1 %   10,1      292,7   285,2
Paket & Logistik          576,6       905,6     57,1 %  329,0     208,7   277,6
Filiale & Bank            45,7        48,8      6,7 %   3,1       17,1    14,8
Corporate/Konsolidierung  -7,8        -17,4     <-100 % -9,6      -2,5    -7,4
Sonstige betriebliche     44,0        59,3      34,8 %  15,3      15,6    16,2
Erträge
Materialaufwand und
Aufwand für bezogene      -395,3      -516,9    -30,8 % -121,6    -134,9  -161,9
Leistungen
Personalaufwand           -746,2      -847,5    -13,6 % -101,3    -251,6  -259,9
Sonstige betriebliche     -221,8      -259,3    -16,9 % -37,5     -78,5   -82,5
Aufwendungen
Ergebnis aus nach der
Equity-Methode bil.       1,4         0,3       -81,8 % -1,2      0,9     -0,1
Finanzanlagen
EBITDA                    179,9       266,3     48,1 %  86,4      67,6    81,9
Abschreibungen            -98,5       -122,3    -24,2 % -23,8     -34,5   -41,3
EBIT                      81,4        144,0     76,9 %  62,6      33,2    40,6
Brief & Werbepost         106,7       110,8     3,8 %   4,1       33,5    28,4
Paket & Logistik          32,6        81,3      >100 %  48,7      14,5    21,6
Filiale & Bank            -37,3       -33,9     9,1 %   3,4       -8,6    -6,9
Corporate/Konsolidierung2 -20,7       -14,2     31,3 %  6,5       -6,2    -2,5
Finanzergebnis            3,9         1,6       -58,6 % -2,3      -1,2    -3,0
Ergebnis vor              85,3        145,6     70,7 %  60,3      32,0    37,6
Ertragsteuern
Ertragsteuern             -20,8       -35,1     -68,8 % -14,3     -6,6    -11,2
Periodenergebnis          64,5        110,5     71,4 %  46,0      25,4    26,3
Ergebnis je Aktie (EUR)3  1,03        1,57      51,9 %  0,54      0,37    0,39
Cashflow aus dem Ergebnis 191,8       315,9     64,7 %  124,0     74,6    89,7
Cashflow aus              518,5       412,7     -20,4 % -105,8    211,6   131,2
Geschäftstätigkeit
CAPEX                     61,6        93,9      52,3 %  32,3      23,9    46,9
Free Cashflow             581,0       370,0     -36,3 % -210,9    165,0   102,9
Operativer Free Cashflow4 94,6        196,5     >100 %  101,9     49,2    57,4

1 Angepasste Darstellung
2 Umfasst auch das konzerninterne Umlageverfahren
3 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
4 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

AUSZÜGE AUS DEM KONZERNLAGEBERICHT Q1-3 2021

UMSATZENTWICKLUNG IM DETAIL

Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post-Konzerns verbesserten sich in den ersten drei Quartalen 2021 um 22,2 % auf 1.830,5 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Umsatzanstieg bei 8,8 %. In den ersten neun Monaten 2021 verzeichnete die Division Paket & Logistik einen Umsatzanstieg von 57,1 % (organisches Wachstum +22,8 %) und die Division Brief & Werbepost ein leichtes Umsatzwachstum von 1,1 %. Auch die Division Filiale & Bank zeigte ein Umsatzplus von 6,7 % auf 48,8 Mio EUR in den ersten neun Monaten 2021.

Das bisherige Jahr 2021 zeigte im Divisionsvergleich eine große Veränderung mit der nunmehr gestiegenen Bedeutung des Paketgeschäfts. Die Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik stiegen von 38,3 % in den ersten drei Quartalen 2020 auf nunmehr 49,0 % der gesamten Umsätze im Berichtszeitraum. Einerseits brachte die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo seit 25. August 2020 Umsatzwachstum, welches sich in den ersten drei Quartalen 2021 auf 226,8 Mio EUR belief. Andererseits war der Umsatzanstieg in der Division Paket & Logistik von 57,1 % in den ersten drei Quartalen 2021 auch von einem organischen Wachstum durch Online-Bestellungen und positiven Sondereffekten durch Logistikdienstleistungen getragen. Der Anteil der Division Brief & Werbepost am Umsatz der Österreichischen Post reduzierte sich in den ersten neun Monaten 2021 auf 48,3 %. Während in den ersten drei Quartalen des Vorjahres - noch stark durch negative COVID-19 Effekte betroffen - ein Umsatzrückgang von 9,0 % verzeichnet wurde, zeigte sich im Berichtszeitraum 2021 ein leichter Anstieg von 1,1 %. Es waren im aktuellen Geschäftsjahr auch positive COVID-19 Effekte durch Sonderaussendungen zu verzeichnen. Die grundsätzliche Abnahme des klassischen Briefes durch die E-Substitution schreitet weiter voran. Andererseits war auch ein volatiles Werbegeschäft feststellbar. Nach einem starken Rückgang im Vorjahr war bei den Werbe- und Medienpostvolumen eine leichte Erholung zu bemerken. Mit 1. April des Vorjahres erfolgte eine Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost, welche positive Effekte auf die Umsatzerlöse hatte. Die Division Filiale & Bank erreichte in den ersten neun Monaten 2021 einen Anteil am Umsatz von 2,6 % mit Umsatzerlösen von 48,8 Mio EUR (+6,7 %). Die bank99 ist mit 1. April 2020 im Markt gestartet.

Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von 893,4 Mio EUR stammte in den ersten drei Quartalen 2021 zu 63,8 % aus dem Bereich Briefpost & Business Solutions, zu 26,4 % aus Werbepost und zu 9,8 % aus Medienpost.

Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der Umsatz mit 570,0 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021 um 0,7 % über dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufige Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen setzte sich fort. Nach einem turbulenten COVID-19 Jahr 2020 mit 8 % Briefvolumenrückgang (Q1-3) aufgrund massiver Lockdown Maßnahmen zeigte der Volumenrückgang für die aktuelle Periode einen Wert von 4 %. Im dritten Quartal 2021 erreichte der Mengenrückgang bei der klassischen Briefpost 6 % nach 7 % in der Vorjahresperiode. Die Entwicklung ist weiterhin geprägt von den schwierigen Rahmenbedingungen. Positive Effekte auf die Umsatzerlöse hatten Sonderaussendungen aufgrund von COVID-19 Maßnahmen und die Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost mit 1. April 2020. Die internationale Briefpost zeigte Zuwächse, der Bereich Business Solutions dagegen einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Werbepost generierte in den ersten drei Quartalen 2021 einen Umsatzanstieg von 1,5 % auf 236,3 Mio EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Rückgang von 14,4 % verzeichnet worden. Im Werbegeschäft hatten sich die COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen besonders negativ ausgewirkt. Es gibt aktuell eine erhöhte Volatilität, die Werbepost wird weiter strukturell rückläufig bleiben.
Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Periodenvergleich um 3,3 % auf 87,1 Mio EUR. Dieser Anstieg ist überwiegend auf die schwachen ersten drei Quartale des Vorjahres zurückzuführen (-10,3 %).

Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2021 um 57,1 % auf 905,6 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Umsatzanstieg in der Division Paket & Logistik in den ersten drei Quartalen 2021 bei 22,8 % bzw. bei 14,4 % im dritten Quartal. Nach hohen Zuwächsen im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+28 % in Österreich) ist beim Paketvolumen ein abgeschwächtes Wachstum zu verzeichnen. Das Volumenwachstum in Österreich betrug in den ersten neun Monaten 2021 16 % bzw. 7 % im dritten Quartal. Die gute Umsatzentwicklung im Paketgeschäft basiert unter anderem auf dem anhaltenden E-Commerce-Trend in allen Märkten. Die COVID-19 Pandemie hat im Online-Handel nachhaltige Effekte generiert. In der Berichtsperiode waren positive Sondereffekte durch Logistikdienstleistungen enthalten. Die türkische Tochtergesellschaft Aras Kargo, welche seit 25. August 2020 als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss miteinbezogen wird, trug mit 226,8 Mio EUR ebenfalls positiv zur Umsatzentwicklung der ersten drei Quartale 2021 bei. Der Trend hin zu einer schnelleren Zustellung von Paketen hält weiter an. Insgesamt entfielen in den ersten neun Monaten der Berichtsperiode 67,0 % des Divisionsumsatzes auf den Premium-Bereich (Zustellung erfolgt am Werktag nach der Aufgabe). Dies entspricht einem Anstieg von rund 76,9 % auf 606,9 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021. Der Anteil des Bereichs Paket Standard am Divisionsumsatz beträgt 24,2 %. In den ersten drei Quartalen 2021 verzeichnete dieser Bereich einen Zuwachs von 20,2 % auf 219,2 Mio EUR. Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen beinhaltet und auf den 8,8 % des Divisionsumsatzes entfallen, wurden in den ersten neun Monaten 2021 Umsätze in Höhe von 79,5 Mio EUR generiert. Dies entspricht einem Anstieg von 55,8 %. Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass in den ersten drei Quartalen 2021 62,1 % der Divisionsumsätze in Österreich erzielt wurden, mit einem Anstieg von 24,5 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. 37,9 % der Divisionsumsätze entfielen auf das internationale Geschäft der Tochtergesellschaften, davon 25,0 % auf die Türkei und 12,9 % auf Südost- und Osteuropa. Das Umsatzplus im wettbewerbsintensiven Raum Südost- und Osteuropa lag in den ersten drei Quartalen 2021 bei 15,2 %, getrieben durch gestiegene Paketmengen aufgrund der COVID-19 Pandemie.

Der Umsatz der Division Filiale & Bank verbesserte sich in den ersten drei Quartalen 2021 um 6,7 % von 45,7 Mio EUR auf 48,8 Mio EUR. Die Filialdienstleistungen reduzierten sich um 10,1 % von 33,3 Mio EUR auf 29,9 Mio EUR im aktuellen Berichtszeitraum aufgrund des Wegfalls diverser Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners, die im Vorjahr noch enthalten waren, sowie geringeren Erlösen aus Handelswaren und Filialprodukten. Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 18,9 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021 zeigte eine positive Entwicklung. Die bank99 ist mit 1. April 2020 in den Markt gestartet.

ERGEBNISENTWICKLUNG

Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten Aufwandspositionen der Personalaufwand (46,3 %), der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (28,2 %) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (14,2 %). Weiters entfielen 6,7 % auf Abschreibungen. Die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung mit der Vorjahresperiode ist durch die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo seit 25. August 2020 nur eingeschränkt gegeben.

Der Personalaufwand belief sich in den ersten drei Quartalen 2021 auf 847,5 Mio EUR, dies entspricht einem Anstieg von 13,6 % bzw. 101,3 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Personalaufwand in Summe um 7,2 % bzw. 53,5 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres, größtenteils bedingt durch den höheren Personalbedarf aufgrund der gestiegenen Paketmengen. Der operative Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode aufgrund der Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Mehraufwendungen durch das gestiegene Paketgeschäft. Der Österreichische Post-Konzern beschäftigte in den ersten neun Monaten 2021 durchschnittlich 27.303 Mitarbeiter*innen (Vollzeitkräfte), während in der Vorjahresperiode durchschnittlich 21.407 Mitarbeiter*innen tätig waren (+27,5 %). Auch hier beruht der Anstieg im Wesentlichen auf der Vollkonsolidierung der Aras Kargo sowie auch auf dem erhöhten Mitarbeiter*innenbedarf in der Logistik. Zusätzlich zu den operativen Personalaufwendungen umfasst der Personalaufwand der Österreichischen Post auch diverse nicht-operative Personalaufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen zurückzuführen sind. Der nicht-operative Personalaufwand der ersten drei Quartale 2021 ist durch einen höheren Rückstellungsbedarf als in der Vergleichsperiode des Vorjahres gestiegen und betrug in Summe rund 20 Mio EUR.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 30,8 % auf 516,9 Mio EUR, auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag diese Position um 6,2 % bzw. 23,9 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung ist überwiegend auf vermehrte Transportaufwendungen durch die gestiegenen Paketmengen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich in den ersten drei Quartalen 2021 um 34,8 % auf 59,3 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lagen die sonstigen betrieblichen Erträge um 16,5 % bzw. 7,1 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 16,9 % auf 259,3 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 9,5 % bzw. 20,9 Mio EUR über den ersten drei Quartalen des Vorjahres und betrafen im Wesentlichen die Optionen auf den Erwerb der restlichen 20 % der Anteile an der Aras Kargo sowie Vorsorgen im Zusammenhang mit Datenschutzverfahren.

Das EBITDA lag mit 266,3 Mio EUR um 48,1 % über dem Vorjahr von 179,9 Mio EUR, das entspricht einer EBITDA-Marge von 14,6 %. Die Erhöhung des EBITDA ist ein Resultat der hervorragenden Paket-Umsatzentwicklung in allen Märkten. Die Abschreibungen lagen mit 122,3 Mio EUR um 24,2 % bzw. 23,8 Mio EUR über dem Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf erfolgte Investitionen in neue Standorte für die Paket-Logistikinfrastruktur sowie auf die Vollkonsolidierung der Aras Kargo zurückzuführen. Das EBIT stieg von 81,4 Mio EUR auf 144,0 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021. Die EBIT-Marge betrug 7,9 %.

Das Finanzergebnis des Konzerns betrug 1,6 Mio EUR. Somit ergab sich, nach Abzug der Ertragssteuern von 35,1 Mio EUR, ein Periodenergebnis für die ersten drei Quartale 2021 von 110,5 Mio EUR nach 64,5 Mio EUR im Jahr zuvor. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 1,57 EUR im Vergleich zu 1,03 EUR in der Vorjahresperiode.

ERGEBNIS NACH DIVISIONEN

Das Konzern-EBIT der ersten drei Quartale 2021 stieg von 81,4 Mio EUR auf 144,0 Mio EUR und war geprägt von der Ergebnisverbesserung in der Division Paket & Logistik. Sowohl das nationale Geschäft mit höheren Paketmengen und positiven Sondereffekten als auch das internationale Paketgeschäft haben sich sehr gut entwickelt. Die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo trägt seit 25. August 2020 positiv zum Konzernergebnis bei.

Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die Division Brief & Werbepost in den ersten neun Monaten 2021 ein EBIT von 110,8 Mio EUR. Nach einer stark durch COVID-19 belasteten Vorjahresperiode stieg das Divisionsergebnis gegenüber den ersten drei Quartalen 2020 um 3,8 % bzw. 4,1 Mio EUR, vorwiegend bedingt durch höhere Umsatzerlöse des Brief- und Werbegeschäfts. In der aktuellen Berichtsperiode gab es positive Effekte wie die Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost mit 1. April 2020 sowie Sonderaussendungen und negative Effekte in Form von Rückstellungen.

Die Division Paket & Logistik zeigte Umsatzwachstum bei hohem Wettbewerbsdruck und erwirtschaftete ein EBIT von 81,3 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021. Das entspricht einer Steigerung von 48,7 Mio EUR gegenüber der Vorjahresperiode. Ein Ergebnisplus aufgrund der hervorragenden Umsatzentwicklung war in allen Märkten zu verzeichnen, insbesondere wirkten sich die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Sondereffekte bei Logistikdienstleistungen positiv auf das Divisionsergebnis aus.

Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 33,9 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2021 nach minus 37,3 Mio EUR im Jahr zuvor. Darin inkludiert ist ein Sondereffekt in Form einer Personalrückstellung, welcher vorwiegend im ersten Quartal 2021 erfasst wurde. Seit dem Start der bank99 ist ein positiver Ergebnistrend aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft erkennbar.

Das EBIT der Division Corporate (inkl. Konsolidierung und konzerninternes Umlageverfahren) veränderte sich von minus 20,7 Mio EUR auf minus 14,2 Mio EUR und inkludierte positive Erträge aus dem Verkauf von Immobilien. Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten umfassen neben den klassischen Governance-Aufgaben die Verwaltung und Entwicklung der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung wesentlicher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des Post Arbeitsmarkts.

CASHFLOW UND BILANZ

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte in den ersten drei Quartalen 2021 315,9 Mio EUR nach 191,8 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2020 (+64,7 %). Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit lag mit 412,7 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 518,5 Mio EUR. Hier sind als größte Effekte die Veränderungen der finanziellen Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen (Core Banking Assets) der bank99 in Höhe von 166,3 Mio EUR zu nennen, welche im Vergleichszeitraum des Vorjahres 375,8 Mio EUR betrugen. In den Core Banking Assets sind jene Posten zusammengefasst, die aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 resultieren.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten neun Monaten 2021 auf minus 42,7 Mio EUR nach 62,5 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Die Österreichische Post setzt auf die Kennzahl des Operativen Free Cashflows, um damit die Finanzkraft des operativen Geschäfts zu betrachten und daraus die Dividende des Geschäftsjahres abzudecken. Der Operative Free Cashflow belief sich ohne Berücksichtigung der Veränderung der Core Banking Assets auf 196,5 Mio EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 94,6 Mio EUR in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte in den ersten neun Monaten 2021 minus 187,5 Mio EUR nach minus 154,5 Mio EUR im Vorjahr und enthielt hauptsächlich Ausschüttungen in Höhe von 119,0 Mio EUR.

Die Österreichische Post setzt auf eine solide Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor allem an hohen liquiden Mitteln und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko. Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag per 30. September 2021 bei 2.809,0 Mio EUR. Aktivseitig bildeten Sachanlagen von 1.127,2 Mio EUR die größte Bilanzposition und inkludierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen von 294,5 Mio EUR. Zudem gab es immaterielle Vermögenswerte von 90,1 Mio EUR, die Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben sind per Ende des dritten Quartals 2021 mit 62,1 Mio EUR ausgewiesen. In der Bilanz sind Forderungen in Höhe von 343,7 Mio EUR ausgewiesen, die kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 280,6 Mio EUR enthalten. Andere finanzielle Vermögenswerte beliefen sich zum 30. September 2021 auf 65,8 Mio EUR. Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen lagen per Ende des dritten Quartals 2021 bei 789,6 Mio EUR und resultieren im Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit der bank99. Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigenkapital des Österreichischen Post-Konzerns zum 30. September 2021 bei 645,2 Mio EUR (Eigenkapitalquote von 23,0 %). Die Rückstellungen lagen mit Ende der Berichtsperiode bei 658,5 Mio EUR, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges betrugen 479,3 Mio EUR. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 726,8 Mio EUR resultieren aus der Geschäftstätigkeit der bank99 (Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der Kund*innen der bank99).

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