Konjunktur

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Datum/Zeit: 24.10.2021 11:25
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutsche Wirtschaft im Oktober: Weitere Wachstumsverlangsamung bei steigendem Preisdruck



Die deutsche Wirtschaft ist im Oktober nur noch leicht gewachsen. Der Rekordanstieg der Verkaufsbzw. Angebotspreise fr Gter und Dienstleistungen sorgte hingegen fr einen anhaltend hohen Inflationsdruck. Der Stellenaufbau blieb infolge weiterer Kapazittssteigerungen stark, und auch der Ausblick fiel wieder etwas optimistischer aus als zuletzt.

Der IHS Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion gab binnen Monatsfrist um 3,5 Punkte auf ein Acht-Monatstief von 52,0 nach und signalisierte damit eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Seit dem Rekordhoch im Juli ist der Index kontinuierlich gesunken.

Engpsse bei Vorprodukten und die daraus resultierende Nachfrageabschwchung im Automobilsektor waren auch im Oktober ein Hemmschuh fr die Produktion. Folglich sank der Produktionsindex in der Industrie mit 51,1 auf ein 16- Monatstief. Gleichzeitig verlor der Aufschwung im Servicesektor ein weiteres Mal an Fahrt, hier sank der Index Geschftsttigkeit zum dritten Mal in Folge und landete mit 52,4 Punkten auf dem tiefsten Wert seit Beginn der Wachstumsbelebung im Mai. Wie die aktuelle Umfrage weiter zeigt, waren auch die Dienstleister in zunehmendem Mae von Lieferproblemen betroffen.

Der Auftragseingang in der Industrie wies im Berichtsmonat das niedrigste Plus seit Beginn der Nachfragebelebung vor 16 Monaten aus. So litten zahlreiche Betriebe im Automobilsektor unter den anhaltenden Engpssen bei Computerchips. Das Exportneugeschft hielt sich hingegen wacker. Der Servicesektor verbuchte trotz des robusten Auslandsneugeschfts das niedrigste Auftragsplus seit sechs Monaten. Alles in allem sank der Index fr den Gesamt-Auftragseingang auf ein Acht-Monatstief.

Bei den Preisen zeigte sich ein weiter steigender Inflationsdruck. So legten sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise noch etwas strker zu als im September.

Die Einkaufspreise stiegen mit der zweithchsten Rate seit Umfragebeginn, lediglich bertroffen von der Rate im Juni. Beschleunigt hat sich der Preisauftrieb in beiden Sektoren, wobei die Industrie erneut fhrend war. Laut Befragten verteuerten sich Rohstoffe (oftmals Metalle und Kunststoffe) und Energie. Im Servicesektor legten die Einkaufspreise sogar mit neuer Rekordrate seit Umfragebeginn im Juni 1997 zu.

Die Verkaufs- bzw. Angebotspreise fr Gter- und Dienstleistungen stiegen so rasant wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung dieser Daten im September 2002. Beide Sektoren vermeldeten hier neue Allzeithochs.

Da die operativen Kapazitten erneut ausgeweitet wurden, blieb der Stellenaufbau nicht nur stark, er beschleunigte sich gegenber September sogar nochmals leicht. Die Auftragsbestnde nahmen zwar abermals stark zu, aufgrund des verringerten Zuwachses beim Neugeschft sank der entsprechende Index jedoch auf ein Sieben-Monatstief.

Dank der Dienstleister fielen die Geschftsaussichten binnen Jahresfrist wieder etwas optimistischer aus als zuletzt und lagen damit ber dem Langzeit-Durchschnittswert, der entsprechende Index notiert aktuell allerdings auf dem zweitniedrigsten Wert seit Jahresbeginn. In der Industrie fiel der Ausblick hingegen so wenig optimistisch aus wie zuletzt im Juli 2020.

Phil Smith, Associate Director bei IHS Markit, kommentiert:

Die Flash-PMI-Daten vom Oktober deuten darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland zu Beginn des vierten Quartals 2021 zu stagnieren beginnt. So hat sich die Wachstumsrate auf ein moderates Tempo verlangsamt, wobei Versorgungsengpsse die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe gebremst haben und die Erholung im Servicesektor weiter an Schwung verloren hat, was zum Teil auf Lieferprobleme zurckzufhren war, die auf diesen Sektor bergegriffen haben.

Besorgniserregend ist, dass die Wachstumsverlangsamung mit einer erneuten Beschleunigung des Anstiegs der Einkaufs- und Verkaufspreise der Unternehmen zusammenfllt. Im Sommer schienen die Preisindizes der Umfrage ihren Hchststand erreicht zu haben, aber der jngste Anstieg der Energie- und Kraftstoffpreise hat dazu beigetragen, den Inflationsdruck zu verstrken, so dass die Unternehmen die Verkaufspreise im Oktober mit Rekordrate anhoben, um die hheren Kosten zu decken.

Die Beschftigung legte im Oktober krftig zu, da die Unternehmen versuchen, die Nachfrage zu befriedigen und die zunehmenden Auftragsbestnde abzubauen. Sollte sich der derzeitige Trend bei den Neueinstellungen fortsetzen, knnte sich dies in hheren Lhnen niederschlagen, da die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer zunimmt.

Die Geschftsaussichten binnen Jahresfrist zwischen Dienstleistern und Industrieunternehmen klafften im Oktober auseinander, wobei sich letztere zunehmend Sorgen ber Probleme in der Lieferkette machen, die voraussichtlich bis weit ins Jahr 2022 anhalten werden.

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