Konjunktur

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Datum/Zeit: 25.09.2021 10:03
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Wachstum der deutschen Wirtschaft schwächt sich im September ab



Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im September spürbar verlangsamt. Wie die aktuelle IHS Markit-Umfrage weiter ergab, hielten die Lieferketten-Engpässe in der Industrie an, und auch im Servicesektor verlor der Aufschwung an Dynamik.

Trotz Abschwächung gegenüber den jüngsten Hochs blieb der Anstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise überdurchschnittlich stark, was auf die anhaltende Verteuerung von Energie und Materialien sowie die gestiegenen Transportkosten zurückzuführen war. Die Lieferschwierigkeiten und der Inflationsdruck gaben weiter Anlass zur Besorgnis und belasteten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist.

Der IHS Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion sank nach 60,0 Punkten im August auf 55,3 – der niedrigste Wert seit Februar.

Ungeachtet dessen übertraf der Index-Durchschnitt im dritten Quartal 2021 mit 59,2 Punkten den Wert des Vorquartals von 57,4 und war damit der höchste Wert seit zehneinhalb Jahren.

Die Lieferengpässe stellten für die Industrieunternehmen im September erneut ein großes Hindernis dar, weshalb der Produktionsindex hier mit 53,8 Punkten auf ein 15-Monatstief absackte. Der Service-Index Geschäftstätigkeit sank mit 56,0 Punkten auf ein Vier-Monatstief, nachdem er zwischen Juni und August im Zuge der Lockerungen der Corona-Restriktionen deutlich zugelegt hatte.

Die Lieferprobleme wirkten sich auch auf den Auftragseingang aus, der das niedrigste Plus seit Juli 2020 auswies. Immerhin übertraf der Index Neuaufträge erneut den Produktionsindex.

Rückläufig war den Befragten zufolge vor allem die Nachfrage seitens des Automobilsektors, was in erster Linie auf den Halbleitermangel zurückzuführen war.

Und da sich der Auftragszuwachs im September auch im Servicesektor abschwächte, sank der Index Gesamt-Auftragseingang auf den tiefsten Wert seit April. Ähnlich war die Entwicklung beim Exportneugeschäft, das das niedrigste Plus seit Jahresbeginn auswies.

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sorgte dafür, dass der Auftragsbestand insgesamt abermals überdurchschnittlich stark zunahm, angeführt von der Industrie. Der entsprechende Index gab von seinem Rekordhoch im Juli allerdings ein weiteres Mal nach.

Im Zuge anhaltender Kapazitätserweiterungen legte die Beschäftigung sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor mit annähernd identischer Rate zu. Da sich der Anstieg jedoch in beiden Sektoren zum zweiten Mal hintereinander verlangsamte, fiel der neunte Stellenaufbau in Folge insgesamt so verhalten aus wie zuletzt im Mai.

Die höheren Arbeits- und Transportkosten sowie die Verteuerung von Energie und Materialien sorgten dafür, dass der Kostenauftrieb im September stark blieb. Aufgrund der leichten Abschwächung in beiden Sektoren sank der Gesamt-Index jedoch auf ein Vier-Monatstief, wenngleich er damit noch immer zu einem der stärksten in der bisherigen Umfragegeschichte zählte.

Gleiches galt für den Anstieg der Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen, auch hier notiert der Gesamt-Index aktuell erneut auf einem der höchsten Werte seit Beginn der Erhebung dieser Daten im September 2002. Auf Sektorenebene lief die Entwicklung hier allerdings auseinander: In der Industrie beschleunigte sich der Anstieg der Verkaufspreise leicht, im Servicesektor sank der Index Angebotspreise auf ein VierMonatstief.

Wie bereits seit Beginn des dritten Quartals 2021 sank der Index Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im September zwar weiter und landete diesmal auf dem tiefsten Wert seit Dezember 2020, er blieb allerdings auf historisch hohem Niveau. In beiden Sektoren fiel der Ausblick etwas weniger optimistisch aus als zuletzt, was mit der Besorgnis hinsichtlich der Lieferprobleme und dem Preisanstieg begründet wurde.

Phil Smith, Associate Director bei IHS Markit, kommentiert:

„Laut unserem September-Flash hat sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft spürbar verlangsamt - ein Zeichen dafür, dass die Geschäftstätigkeit nach dem starken Anstieg im Sommer allmählich nachlässt. Trotz der Verlangsamung im September scheint die Zuwachsrate im dritten Quartal 2021 jedoch immer noch über der Rate von 1,6% zu liegen, die in den drei Monaten bis Juni verzeichnet worden war.

Die Umfrage deutet darauf hin, dass der Aufschwung im Verarbeitenden Gewerbe weiterhin gebremst wird und unter Lieferengpässen und steigenden Kosten leidet. Hinzu kommt, dass der Dienstleistungssektor das kleinste Plus seit Mai verzeichnete, da der Nachfrageschub infolge der Corona-Lockerungen weiter nachgelassen hat.

Zwar sind die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist nach wie vor positiv, was die anhaltende Hoffnung auf ein Ende der Pandemie widerspiegelt.

Dennoch werden die Wachstumserwartungen von der Besorgnis über die Lieferketten und den Risiken für die Nachfrage aufgrund steigender Preise getrübt."

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