Konjunktur

Konjunktur

Datum/Zeit: 12.09.2021 13:17
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutsche Bauwirtschaft schrumpft auch im August, während Lieferengpässe andauern



Im deutschen Baugewerbe setzte sich der Abschwung auch im August fort, wie die jüngsten PMI-Daten zeigen. Demnach ging die Bautätigkeit weiter zurück und beim Auftragseingang schlug erneut ein Minus zu Buche. Viele Unternehmen waren zudem nach wie vor von massiven Lieferengpässen sowie stark steigenden Kosten betroffen. Immerhin, der Geschäftsausblick fiel etwas weniger pessimistisch aus als zuletzt.

Der saisonbereinigte IHS Markit Bau-Index - der die monatlichen Veränderungen der Aktivität im gesamten deutschen Baugewerbe in einem Wert zusammenfasst - rutschte im August auf 44,6 Punkte ab nach 47,1 im Vormonat. Damit verharrt er nicht nur in der Kontraktionszone, sondern notiert auch auf dem niedrigsten Wert seit Mai.

Vor allem der gewerbliche Bau und der Tiefbau ziehen die Branche nach unten. In beiden Teilbereichen schrumpfte die Geschäftstätigkeit gegenüber Juli abermals. Zudem rutschte im August auch der Wohnungsbau erstmals seit drei Monaten ins Minus, allerdings nur moderat.

Auch die Zahl der Neuaufträge ging zum wiederholten Male und stärker als im Vormonat zurück. Weniger öffentliche Ausschreibungen, Kapazitätsengpässe sowie steigende Preise, die die Nachfrage drücken, waren die am häufigsten genannten Gründe für den Rückgang.

Die Beschäftigung im Bausektor ging derweil erneut zurück. Immerhin, der Rückgang schwächte sich ab und fiel so gering aus wie seit März nicht mehr.

Im Gegensatz dazu schrumpfte die Einkaufsmenge der Unternehmen stärker als im Vormonat. Der entsprechende Index sank zwar auf den niedrigsten Wert seit einem halben Jahr, notierte aber immer noch über den Werten von Gesamt-Bautätigkeit und Auftragseingang. Dies lag vor allem daran, dass einige Unternehmen versuchten, die Auswirkungen längerer Vorlaufzeiten durch Mehreinkäufe abzumildern.

Auch im August blieben die Meldungen über Lieferverzögerungen auf historisch hohem Niveau. Nach wie vor gibt es für eine ganze Reihe wichtiger Materialien, darunter Dämmstoffe, Stahl und Holz teils gravierende Engpässe. Der entsprechende Index verbesserte sich zwar erneut und entfernte sich damit weiter vom Rekordtief im Mai, dennoch fiel die Verlängerung stärker aus als zu jedem Zeitpunkt vor April.

Das die Nachfrage das Angebot immer noch deutlich übersteigt zeigte sich in einem weiteren markanten Anstieg der Preise für Rohmaterialien und Baustoffe. Nachdem die Inflationsrate in den letzten vier Monaten jeweils Rekordhochs erreicht hatte, gab sie jetzt auf den niedrigsten Wert seit März nach, blieb im historischen Vergleich aber nach wie vor hoch. Auch die von Subunternehmern verlangten Preise verteuerten sich erneut, wenn auch etwas weniger stark als zuletzt.

Zu guter Letzt signalisieren die Umfrageergebnisse, dass sich der Aufwärtstrend beim Geschäftsausblick weiter fortsetzte. Zwar notierte der entsprechende Index immer noch knapp im negativen Bereich, da viele Manager weiterhin Bedenken hinsichtlich Lieferengpässen und des damit verbundenen Preisdrucks haben. Aber der Pessimismus war so niedrig wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Phil Smith, Associate Director bei IHS Markit kommentiert die aktuellen Umfrageergebnisse:

"Auch der August war für das deutsche Baugewerbe wieder ein schwieriger Monat, wie die neuesten Umfrageergebnisse zeigen. Eine der Hauptsorgen bleibt der rapide Anstieg der Preise für Rohstoffe und Baumaterialien, der, wie einige Umfrageteilnehmer berichten, die Nachfrage massiv drückt, da sich die Kosten für Bauprojekte ebenfalls merklich verteuern. Der enorme Preisdruck entsteht hauptsächlich aufgrund der anhaltenden Probleme in den Lieferketten. So wiesen abermals zahlreiche Bauunternehmen auf die weitverbreiteten Lieferengpässe und langen Wartezeiten im Einkauf hin.

Dennoch signalisieren die aktuellen Daten zumindest eine leichte Verbesserung der Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist, wenngleich die Pessimisten immer noch leicht in der Überzahl sind.

Momentan hat die Branche Mühe, in Schwung zu kommen. Da belastet das Minus im Wohnungsbau – sonst zumeist der Lichtblick des Sektors – die Gesamt-Bautätigkeit noch zusätzlich."

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