Konjunktur

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Datum/Zeit: 24.06.2021 10:30
Quelle: WIFO

WIFO: Prognose für 2021 und 2022: Kräftiger Konjunkturaufschwung in Österreich


Weltweit haben sich die wirtschaftlichen Aussichten seit der letzten Prognose deutlich verbessert. Dies hat auch Folgen für die erwartete Erholung in Österreich. Vorlaufindikatoren deuten auf den Beginn einer Hochkonjunkturphase, die 2021 vorwiegend von der günstigen Industriekonjunktur getragen wird. 2022 wird der Tourismus überproportional zum heimischen Wirtschaftswachstum beitragen. Nach dem Rückgang im Vorjahr (‑6,3%) erwartet das WIFO für 2021 und 2022 ein reales BIP-Wachstum von 4% bzw. 5%.

"Die schwungvolle Industriekonjunktur prägt insbesondere im laufenden Jahr die gesamtwirtschaftliche Expansion. 2022 werden hingegen die marktbezogenen Dienstleistungen überproportional zum Wachstum beitragen, vor allem aufgrund der Erholung im Tourismus", so der Autor der aktuellen WIFO-Prognose Christian Glocker.

Die österreichische Volkswirtschaft überwindet die COVID-19-Krise deutlich schneller als bisher erwartet und steht am Beginn einer Aufschwungphase. Hierbei prägt vor allem der rasche Fortschritt der Impfkampagne die wirtschaftlichen Perspektiven, da die damit einhergehende Aufhebung der behördlichen Einschränkungen die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität ermöglicht. Neben dem Erstarken des privaten Konsums tragen eine hohe Investitionsdynamik, die durch öffentliche Investitionsanreize sowie zunehmende Kapazitätsengpässe getrieben wird, und die kräftige Ausweitung der Exporte zum Konjunkturaufschwung bei. Die heimischen Ausfuhren profitieren hierbei von der Erholung der Weltwirtschaft.

Vor diesem Hintergrund wird das reale Bruttoinlandsprodukt der österreichischen Volkswirtschaft 2021 um 4% und 2022 um rund 5% expandieren. Dabei wird das Vorkrisenniveau schon im Laufe des Sommers 2021 erreicht. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung (Outputlücke) dürfte bereits 2022 wieder überdurchschnittlich sein. Aus heutiger Sicht sollte die österreichische Volkswirtschaft Ende 2022 auf jenen Wachstumspfad zurückgefunden haben, den das WIFO vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie prognostiziert hatte.

Der Konjunkturaufschwung dürfte sich deutlich auf die Preise auswirken. Die Inflationsrate laut Harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) wird 2021 auf 2,3% anziehen (2020: 1,4%). Ausschlaggebend dafür ist neben der kräftigen Konsumnachfrage die Weitergabe der hohen Preise für Rohstoffe und Intermediärgüter. Auch 2022 dürfte der Preisauftrieb mit 2,1% hoch bleiben, nicht zuletzt aufgrund der überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung der Gesamtwirtschaft, die vor allem die inländische Preisdynamik antreibt.

Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfte auch 2022 anhalten. Da die Beschäftigung bereits im Frühjahr 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichte, wird jedoch eine Abschwächung des Wachstums erwartet: Die unselbständige Aktivbeschäftigung dürfte 2021 um 2,1% und 2022 um 1,6% ausgeweitet werden. Parallel dazu dürfte die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgehen, wodurch die Arbeitslosenquote 2021 auf 8,5% und 2022 auf 8,0% sinken sollte. Damit wird das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (7,4%) im Prognosezeitraum nicht erreicht werden.

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