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Datum/Zeit: 19.05.2021 15:45
Quelle: APA

Erste-Group-Chef Spalt will ESG stärker in den Fokus rücken


"Ökonomischer Erfolg nur mit Verantwortung möglich" - Spalt appelliert bei der HV an Geduld beim Kohleausstieg der Bank - Umgang mit Klimarisiken europaweit wichtiges Thema für Banken



--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Weitere Details aus der HV, Studien zu Klimarisiken der Banken ---------------------------------------------------------------------

Die Erste Group will ihre Rolle im Kampf gegen den Klimawandel sowie ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft in Zukunft noch stärker in den Fokus rücken. "Eine verantwortungsvolle Führung ist aus der Coronawelt nicht mehr wegzudenken. Ökonomischer Erfolg ist nur mit Verantwortung möglich", sagte Erste-Group-Chef Bernd Spalt am Mittwoch bei der Hauptversammlung. Die sogenannten ESG-Kriterien sollen künftig ein "strategischer Schwerpunkt" der Bank sein.

ESG steht für Environmental, Social, Governance (auf Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und bezeichnet Kriterien, an denen sich Unternehmen im Hinblick auf ihre Sozialverantwortung in der Gesellschaft messen. Dabei bezieht sich das E auf Klimathemen (Umweltverschmutzung, Treibhausgasemissionen), das S auf Aspekte rund um Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Diversity oder gesellschaftliches Engagement der Firma und das G betrifft die nachhaltige Unternehmensführung. Für Banken sind diese Kriterien nicht nur für das eigene Institut von Bedeutung, sondern werden häufig auch für Investments am Kapitalmarkt (beispielsweise in Aktien) oder bei der Kreditvergabe an Unternehmen herangezogen.

Die Erste Group ist im Bereich des Social Banking mit der "Zweite Sparkasse" schon seit Jahren intensiv engagiert. Sie wurde 2006 von der Erste Stiftung für Menschen gegründet, die bei herkömmlichen Banken kein Konto bekommen.

Im Hinblick auf den Klimaschutz hat die Bank im März ihre Unternehmenspolitik bezüglich der Finanzierung fossiler Energien überarbeitet und bekanntgegeben, bis 2030 aus der Kohlefinanzierung aussteigen zu wollen. Im Hinblick darauf appellierte Bankchef Bernd Spalt an die Geduld aller, die einen rascheren Ausstieg der Bank aus der Kohlefinanzierung fordern. Man habe eine Verpflichtung gegenüber den Kunden, diese "behutsam und verantwortungsvoll" bei der Transformation zu begleiten.

"Wir sind in langfristigen Vertrags- und Vertrauensverhältnissen drinnen", so Spalt. Ein zu schnelles Vorgehen bei dem Umstieg könnte Schaden verursachen und "könnte eventuell auch heißen, dass Heizungen kalt bleiben", sagte Spalt. Im Frühling war die Bank von Greenpeace Tschechien und von Fridays For Future für ihre zu lasche Vorgangsweise beim Kohleausstieg kritisiert worden.

Für große Firmenkunden plant die Erste Group zudem die konzernweite Einführung einer "ESG-Scorecard", die künftig bei Kreditvergabe-Entscheidungen eingesetzt werden soll. Derzeit sei die Datenlage zu Nachhaltigkeitsfaktoren in den Unternehmen in einigen osteuropäischen Ländern zwar noch mangelhaft, die fortschreitenden EU-weiten Bestimmungen und die Taxonomie sollten aber dafür sorgen, dass sich auch in der CEE-Region die Datenlage bald verbessert, so Spalt.

Wie Banken mit Klimawandel und Klimarisiken umgehen, ist europaweit ein großes Thema. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zu Wochenbeginn eine Studie veröffentlicht, der zufolge der Klimawandel erhebliche Risiken - beispielsweise von extremen Wettergeschehen wie Stürmen oder Überschwemmungen ausgelöst - für Banken bringt. Laut EZB verteilen sich rund 80 Prozent des Kredit-Engagements der Geldhäuser auf Unternehmen, die zumindest teilweise solchen physischen Risiken ausgesetzt sind. Kommen Firmen deswegen in Schwierigkeiten, könnten Kredite gefährdet werden oder an Wert einbüßen.

In einer gemeinsamen Studie der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien und des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) wurde zudem darauf hingewiesen, dass auch die richtige Struktur und das Timing bei der Einführung von Klimapolitiken von großer Bedeutung für die Finanzstabilität ist. Eine CO2-Steuer oder niedrigere Kreditkosten für grüne Investments (Stichwort: green supporting factor) könnten zwar eine höhere Wettbewerbsfähigkeit von kohlenstoffarmen Investitionen herbeiführen, gleichzeitig jedoch eine geringere Rentabilität von braunen, also kohlenstoffintensiven, Unternehmen auslösen, so die Autoren.

Dies könnte wiederum zu unvorhergesehenen Kreditausfällen bei braunen Unternehmen führen und damit ein erhöhtes Kreditrisiko für Banken und Investoren darstellen. Dadurch könnte es potenziell zu einer Kreditklemme kommen, die sich dann auch negativ auf grüne Firmen auswirken würde und so den Erfolg der Transformation hin zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft gefährden würde, führten die Studienautoren aus. "Die Glaubwürdigkeit der Politik ist entscheidend für den Aufbau von Vertrauen in den Bankensektor, der wiederum die erfolgreiche Umsetzung der Politik bestimmt und über seine Kreditkonditionen die negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Instabilität minimiert", erklärte IIASA-Forscher Nepomuk Dunz die Wechselwirkungen in einer Aussendung.

(Schluss) bel/kre

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