Konjunktur

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Datum/Zeit: 10.04.2021 12:58
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Eurozone verzeichnet im März dank boomender Industrie wieder Wachstum



Dank der Rekordsteigerung der Industrieproduktion verzeichnete die Eurozone im März wieder Wachstum. Dies signalisiert der finale IHS Markit Eurozone Composite Index (PMI®), der binnen Monatsfrist um 4,4 Punkte auf 53,2 zulegte – der höchste Wert seit letztem Juli. Die Vorabschätzung wurde ebenfalls übertroffen.

Das zweitstärkste Wirtschaftswachstum seit zweieinhalb Jahren war in erster Linie auf das Rekordplus der Industrieproduktion zurückzuführen. Im Gegensatz dazu kam es im Servicesektor abermals zu Geschäftseinbußen, die allerdings so schwach ausfielen wie nie seit Beginn der Talfahrt vor sieben Monaten.

Fast alle von der Umfrage erfassten Länder vermeldeten im März wieder Wachstum, allen voran Deutschland, wo die boomende Industrie für den stärksten Wachstumsschub seit über drei Jahren sorgte.

Auch in Irland ging es mit der Wirtschaft kräftig bergauf, gefolgt vom moderaten bzw. leichten Zuwachs in Italien und Spanien. Frankreich vermeldete Stagnation, nachdem es hier zuvor sechs Monate lang abwärts gegangen war.

Rangliste Composite Output Index März:

Deutschland 57,3 (Flash: 56,8) 37-Monatshoch
Irland 54,5 8-Monatshoch
Italien 51,9 8-Monatshoch
Spanien 50,1 8-Monatshoch
Frankreich 50,0 (Flash: 49,5) 7-Monatshoch

Dank der anziehenden Binnen und Exportnachfrage wies der Gesamt-Auftragseingang im März das höchste Plus seit zweieinhalb Jahren aus, Wachstumstreiber war auch hier die Industrie. Die Exportneuaufträge legten sogar so stark zu wie nie seit Beginn der Erhebung dieser Daten vor sechseinhalb Jahren.

Erstmals seit November 2018 nahm der Auftragsbestand zu, weshalb der zweite Stellenaufbau in Folge so stark ausfiel wie zuletzt im Juni 2019. Sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor stieg die Beschäftigung.

Der Kostenauftrieb fiel im März so stark aus wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr. Ausschlaggebend hierfür waren laut Befragten in erster Linie Lieferverzögerungen, vor allem in der Industrie. Da die Unternehmen die höheren Kosten teilweise an die Kunden weitergaben, legten die Verkaufspreise so kräftig zu wie zuletzt Anfang 2019.

Verstärkte Hoffnungen darauf, dass die Impfkampagnen das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte beflügeln werden, sorgten dafür, dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im März auf ein 37-Monatshoch stiegen.

Servicesektor

Mit aktuell 49,6 Punkten nach 45,7 im Februar notierte der finale IHS Markit Eurozone ServiceIndex zwar zum siebten Mal hintereinander unter der neutralen 50-er Marke, er signalisierte jedoch insgesamt nur noch geringfügige Geschäftseinbußen.

Deutschland und Irland vermeldeten Zuwächse, in allen übrigen von der Umfrage erfassten Ländern kam es erneut zu Geschäftseinbußen, die jedoch nur noch leicht ausfielen, insbesondere in Frankreich und Spanien.

Das achte Auftragsminus in Folge war nur noch minimal. Das Exportneugeschäft wies den 31. Monat in Folge einen Rückgang aus.

Angesichts der optimistischsten Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist seit über drei Jahren stieg die Beschäftigung im März zum zweiten Mal hintereinander. Zugelegt haben die Beschäftigtenzahlen diesmal in Frankreich, Deutschland und Irland.

Der zehnte Anstieg der Einkaufspreise in Folge fiel im März so stark aus wie zuletzt im Februar 2020. Folglich konnten die Angebotspreise auch erstmals seit über einem Jahr wieder leicht angehoben werden.

Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite-PMI:

„Nach vier rückläufigen Monaten ging es mit der Eurozone im März nicht nur wieder bergauf, die Wirtschaftsleistung legte sogar noch stärker zu als von der sehr zuverlässigen Vorabschätzung signalisiert.

Angeführt vom rasanten Produktionswachstum in Deutschland boomte der Industriesektor, und der schwer gebeutelte Servicesektor stabilisierte sich dank der nochmals verbesserten Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist wieder weitgehend.

Hoffnungen, dass die Umsätze mit der erfolgreichen Durchführung von Impfkampagnen in den nächsten Monaten wieder anziehen, sorgten dafür, dass die Wachstumserwartungen aktuell so optimistisch ausgefallen sind wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Dank der verstärkten Nachfrage hat der Auftragsbestand bereits so kräftig zugenommen wie zuletzt vor knapp drei Jahren, was immer mehr Unternehmen zu Neueinstellungen veranlasste. Der Jobaufschwung sollte das Verbrauchervertrauen und die Ausgaben im zweiten Quartal 2021 weiter steigen lassen.

Alles in allem deutet die aktuelle Umfrage darauf hin, dass die Wirtschaft die jüngsten Lockdowns dank der boomenden Industrie und Anzeichen dafür, dass die Social Distancing-Maßnahmen und die Mobilitätsbeschränkungen dem Servicesektor deutlich weniger stark geschadet haben als zur selben Zeit im letzten Jahr, weitaus besser verkraftet hat als von vielen erwartet. Diese Widerstandskraft deutet nicht nur darauf hin, dass die Unternehmen und ihre Kunden wieder mit besseren Zeiten rechnen, sondern auch, dass sie sich zunehmend an ein Leben mit dem Virus angepasst haben.

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