Konjunktur

Konjunktur

Datum/Zeit: 26.09.2020 11:35
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Eurozone im September: Erholung verliert weiter an Fahrt, Wachstum stagniert



Das Wachstum der Eurozone stagnierte im September weitgehend, wobei die Entwicklungen auf Sektoren- und Lnderebene zunehmend auseinander liefen. So wurde das beschleunigte Wachstum in der Industrie, angefhrt von Deutschland, vom neuerlichen Rckgang der Geschftsttigkeit im Servicesektor infolge der wieder steigenden Infektionszahlen berkompensiert.

Der Stellenabbau setzte sich zwar fort, er verlangsamte sich jedoch, vor allem in der Industrie, nicht zuletzt dank der wieder optimistischeren Geschftsaussichten binnen Jahresfrist. Der Preisdruck lie gegenber August nach.

Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion sank im September zum zweiten Mal hintereinander und bte gegenber August weitere 1,8 Punkte auf 50,1 ein. Damit kennzeichnet der Index momentan annhernde Stagnation, nachdem er im Zuge der Erholung von der Corona-Krise im Juli stark zugelegt und sich auch im August deutlich ber der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten gehalten hatte. Wieder steigende Infektionszahlen und die anhaltenden Social Distancing-Manahmen schadeten der Nachfrage, insbesondere in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen.

Die Industrieunternehmen fuhren ihre Produktion hingegen dank des strksten Auftragszuwachses seit ber zweieinhalb Jahren so stark hoch wie zuletzt im Februar 2018. Der Servicesektor hingegen, wo bereits im August nahezu Stillstand geherrscht hatte, vermeldete die krftigsten Geschftseinbuen seit Mai, wenngleich das Minus nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie zum Hhepunkt der Pandemie.

Deutschland blieb beim Aufschwung fhrend, doch auch hier konterkarierte der erste Rckgang der Geschftsttigkeit im Servicesektor seit Juni die strkste Produktionssteigerung in der Industrie seit Januar 2018, was zur Folge hatte, dass die Erholung zum zweiten Mal in Folge insgesamt an Fahrt verlor.

Frankreichs Wirtschaft schrumpfte erstmals seit vier Monaten wieder, hier wurde das mige Produktionswachstum in der Industrie von den Geschftseinbuen im Servicesektor berkompensiert.

In den brigen von der Umfrage erfassten Lndern sank die Wirtschaftsleistung im September zum zweiten Mal hintereinander, nachdem sie im Juli kurzfristig gewachsen war, wobei sich die Talfahrt aufgrund verstrkter Geschftseinbuen im Servicesektor und einem verlangsamten Wachstum der Industrieproduktion wieder beschleunigte.

Der siebte Stellenabbau in Folge schwchte sich gegenber dem April-Rekord zwar weiter ab, er fiel jedoch erneut strker aus als jemals zuvor seit 2013 vor dem Ausbruch der Pandemie.

In der Industrie wurden per Saldo so wenig Arbeitspltze abgebaut wie zuletzt im Februar, im Servicesektor beschleunigte sich der Stellenabbau hingegen, was die auseinanderlaufenden Wachstumstrends zwischen den beiden Sektoren verdeutlicht. In Deutschland und Frankreich verlagsamte sich der Jobabbau jeweils, in den brigen Lndern beschleunigte er sich.

Der Rckgang der Auftragsbestnde verlangsamte sich insgesamt. Whrend sie sich in der Industrie in rasantem Tempo stapelten, sanken sie im Servicesektor wegen des rcklufigen Neugeschfts dort mit beschleunigter Rate. In der Industrie deuten die steigenden Auftragspolster auf zunehmende Kapazittsengpsse hin, im Servicesektor bedeuten die aktuellen Zahlen hingegen, dass sich so langsam berkapazitten entwickeln.

Die durchschnittlichen Verkaufs- bzw. Angebotspreise fr Gter und Dienstleistungen wurden zum siebten Mal hintereinander reduziert, diesmal so stark wie zuletzt im Juni, da die Unternehmen eigenen Angaben zufolge zunehmend gezwungen waren, zur Ankurbelung der Umstze Preisnachlsse einzurumen.

Der vierte Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise in Folge fiel hingegen schwcher aus als im August. In der Industrie sanken die Einkaufspreise, was oftmals mit der Aufwertung des Euro in Zusammenhang gebracht wurde, whrend die Kosten im Servicesektor weiter zulegten, was des fteren mit den hheren Ausgaben fr CoronaSchutzmanahmen begrndet wurde.

Rcklufige Verkaufspreise bei gleichzeitig steigenden Kosten deuten darauf hin, dass die operativen Gewinnmargen der Unternehmen so stark unter Druck geraten sind wie seit Dezember 2018 nicht mehr.

Anlsslich des verbesserten Ausblicks in der Industrie und im Servicesektor sowie in Deutschland, Frankreich und in den brigen Lndern fielen die Geschftsaussichten binnen Jahresfrist im September so optimistisch aus wie zuletzt im Februar. Durch die Bank rechnet man offensichtlich damit, dass sich die Folgen des Einbruchs der Corona-Pandemie im Verlauf der nchsten zwlf Monate weiter abschwchen werden.

Chris Williamson, Chief Business Economist bei IHS Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-PMI:

Die Erholung der Eurozone kam im September zum Erliegen, da die wieder steigenden Infektionszahlen mit dem Corona-Virus in den Servicesektoren aller Lnder zu neuerlichen Geschftseinbuen fhrten.

Offensichtlich haben wir es momentan mit einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten zu tun: Die Industrieproduktion boomt dank der anziehenden Nachfrage, insbesondere von den Auslandsmrkten, und der Wiedererffnung der Einzelhandelsgeschfte in vielen Lndern. Der weitaus grere Servicesektor rutschte hingegen wieder in die Rezession ab, da vor allem die verbrauchernahen Geschfte wieder stark von der allgemeinen Besorgnis ber die Corona-Pandemie betroffen waren.

Die Sorge ber Kosten und berkapazitten bei einer zunehmenden Anzahl von Dienstleistern fhrte berdies dazu, dass sich der Stellenabbau im Servicesektor beschleunigte. Zum Glck verlangsamte sich der Jobabbau in der Industrie aufgrund zunehmender Kapazittsengpsse. Dies deutet darauf hin, dass der Hhepunkt des Beschftigungsrckgangs hinter uns liegt.

Ein ermutigendes Signal ist auch, dass sich der Ausblick weiter aufgehellt hat, wenngleich der Optimismus oftmals auf sinkenden Infektionszahlen beruht, was in den nchsten Monaten ja keineswegs sicher ist. Die Hauptsorge ist momentan, ob sich die September-Schwche im vierten Quartal 2020 weiter intensiviert und die Wirtschaft nach einer enttuschend kurzen Erholung im dritten Quartal wieder in die Rezession absackt.

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