Brse Kurs nderung voestalpine 19.27 -0.1%      
Hoch:
Tief:
19.37 +0.4% 
18.94  -1.8% 
Brse Chart voestalpine
voestalpine

voestalpine

Datum/Zeit: 03.06.2020 10:03
Quelle: APA

voestalpine erlitt 2019/20 millionenschwere Verluste


Ergebnis nach Steuern mit 216 Mio. Euro im Minus - Im Jahr davor wurde noch fast eine halbe Milliarde Gewinn geschrieben - Ausblick düster: EBITDA könnte sich 2020/21 auf 600 Mio. halbieren - GRAFIK



Der Linzer Stahlkonzern voestalpine hat im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) herbe Verluste erlitten. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 216 Mio. Euro - nach einem Gewinn von 459 Mio. Euro im Jahr davor, wie das Unternehmen Mittwochfrüh bekanntgab. Der Konjunktureinbruch, interne "Sondereffekte" und die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise belasteten Umsatz und Ergebnis, hieß es.

Schon in den vorangegangenen Monaten hatte die voestalpine mit einer Serie von Gewinnwarnungen sowie zusätzlichen Sonderabschreibungen, Vorsorgen und Rückstellungen aufhorchen lassen - so etwa auch knapp vor Weihnachten, als sich diese Posten auf 360 Mio. Euro summierten. Die Covid-19-Pandemie erschwerte die ohnehin bereits missliche Lage zusätzlich in gewaltigem Ausmaß. Es kam zu Produktionskürzungen und temporären -stilllegungen "in nahezu allen Bereichen" sowie Kurzarbeit.

Im Mai 2020 waren den Angaben zufolge rund 10.400 Mitarbeiter in Österreich und etwa 3.000 in Deutschland in Kurzarbeit bzw. international weitere 2.400 in kurzarbeitsähnlichen Modellen.

Den Konzern belasteten schon vor der Coronakrise die deutlich gebremste Automobilkonjunktur, massive Anlaufschwierigkeiten infolge von Managementfehlern im neuen US-Autowerk in Cartersville, höhere Rohstoffkosten, das international generell schwächere wirtschaftliche Umfeld sowie die US-Strafzollpolitik. Bei Letzterer sind die indirekten Effekte deutlich schwerwiegender als anfangs eingeschätzt. Hinzu addierte sich im Dezember eine empfindliche Kartellstrafe in Höhe von 65,5 Mio. Euro wegen illegaler Preisabsprachen bei Grobblechen in Deutschland.

Das Geschäftsjahr 2019/20 der voestalpine sei seit Beginn von einer massiven Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds infolge der weltweiten Handelskonflikte geprägt gewesen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Darunter habe insbesondere die exportorientierte Industrie Europas, die rund zwei Drittel des Umsatzes der voestalpine ausmache, gelitten. Das für den Konzern wichtige Automobilsegment habe sich weltweit abgeschwächt. Hinzu gekommen sei ein globaler Anstieg der Preise für Eisenerz bei gleichzeitig sinkenden Stahlpreisen. Ein erster genereller Aufwärtstrend zu Beginn des vierten Geschäftsquartals sei durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie abrupt gestoppt worden.

Der Konzernumsatz sank im abgelaufenen Fiskaljahr von 13,6 Mrd. auf 12,7 Mrd. Euro (minus 6,2 Prozent). Die rückläufige Entwicklung spiegle den Konjunkturrückgang über den gesamten Jahresverlauf wider. "Angesichts des durch Covid-19 nochmals verschärften wirtschaftlichen Umfelds werden wir laufende Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme konsequent fortsetzen", kündigte voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner an.

Das Working Capital sei bereits deutlich reduziert worden, die voestalpine verfüge über eine hohe Liquidität. Auf operativer Seite hätten sich die Technologiesegmente Bahninfrastruktur und Lagersysteme in diesen schwierigen Zeiten "sehr gut entwickelt".

Doch der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 verheißt insgesamt noch keine Verbesserung: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde sich - nach 1,2 Mrd. im Vorjahr - zwischen 600 Mio. und 1 Mrd. Euro bewegen, könnte sich also halbieren. Grund dafür sei "die weitere volatile wirtschaftliche Entwicklung". 2019/20 schrumpfte der Wert bereits von 1,6 auf 1,2 Mrd. Euro um ein Viertel.

Das operative Ergebnis (EBIT) war 2019/20 mit 89 Mio. Euro negativ. Im Jahr davor waren hier noch Gewinne in Höhe von 779 Mio. Euro geschrieben worden. Der Rückgang auf Ergebnisseite sei aufgrund der "internen Sondereffekte" stärker ausgefallen als beim Umsatz. Nach den Abschreibungen und Sonderrückstellungen im dritten Geschäftsquartal 2019/20 machte die Covid-19-Pandemie im April 2020, also zu Beginn des Fiskaljahres 2020/21, eine weitere außerplanmäßige Abschreibung erforderlich. In Summe hätten diese Sondereffekte das EBITDA mit 83 Mio. Euro und das EBIT (inklusive der EBITDA-Effekte) mit 485 Mio. Euro belastet.

Der Umsatz verringerte sich 2019/20 konjunkturbedingt um 6,2 Prozent von 13,6 Mrd. auf 12,7 Mrd. Euro. Der Personalstand wurde von weltweit 51.907 auf 49.682 Mitarbeiter zurückgeschraubt (minus 4,3 Prozent).

Ungeachtet der Coronakrise und der Kurzarbeit will der Konzern eine - freilich massiv gekürzte - Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie ausschütten. Im Jahr davor hatten die Aktionäre noch 1,10 Euro je Anteilsschein erhalten. Gemessen am durchschnittlichen Börsenkurs der voestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2019/20 von 23,38 Euro ergebe sich eine deutlich reduzierte Dividendenrendite von 0,9 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent).

Das Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) erhöhte sich per Ende März gegenüber dem Jahr davor deutlich von 47 Prozent auf 67 Prozent. Dazu führten den Konzernangaben zufolge neben der negativen Ergebnisentwicklung auch bilanztechnische Vorschriften sowie die Rückzahlung der Hybridanleihe mit einem Volumen von 500 Mio. Euro per 31. Oktober 2019. Die Nettofinanzverschuldung stieg von 3,1 auf 3,8 Mrd. Euro - dazu trugen die Umstellung der Rechnungslegungsstandards (IFRS 16) mit 436 Mio. Euro und die Rückzahlung der Hybridanleihe mit 500 Mio. Euro wesentlich bei. Das Eigenkapital sank per Ende März von 6,7 Mrd. auf 5,6 Mrd. Euro um 16,3 Prozent. Das sei neben der Ergebnisentwicklung auf die Kündigung der Hybridanleihe, die als Eigenkapital ausgewiesen wurde, sowie die Dividendenzahlungen im Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 zurückzuführen.

Bei den Investitionen steigt die voestalpine auf die Bremse. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bewegten sie sich mit 777 Mio. Euro "erstmals seit 2011/12 unter dem Niveau der planmäßigen Abschreibungen". Heuer soll die Investitionstätigkeit weiter zurückgefahren und der Fokus verstärkt auf die Optimierung der zuletzt realisierten Hightech-Anlagen gelegt werden. 2019 nahm die voestalpine eine Elektrolyse-Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff am Standort Linz in Betrieb, die "einen wesentlichen Schritt am Weg der voestalpine zu einer dekarbonisierten Stahlproduktion" darstellen soll. Auch der Bau des hochautomatisierten Edelstahlwerkes am Standort Kapfenberg schreite voran. Aufgrund von Lieferengpässen infolge von Covid-19 werde sich die Fertigstellung aber in die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2021 verschieben. In Donawitz wurde eine neue Stranggussanlage ("CC4") mit einer Jahreskapazität von 950.000 Tonnen weitgehend finalisiert und im chinesischen Automotive-Werk Shenyang nahm die bereits dritte "phs-ultraform"-Linie zur Produktion von höchstfesten automobilen Leichtbaukomponenten ihren Betrieb auf.

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat sich auf das operative Ergebnis des voestalpine-Konzerns naturgemäß erst im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres ausgewirkt. Der behördlich verfügte "Lockdown" von Wirtschaft und Gesellschaft zur Eindämmung des Coronavirus sei zum Teil in Europa sowie in Nord- und Südamerika und sogar in Teilen Asiens noch in Kraft. Ein dramatischer Rückgang der Gesamtwirtschaft im ersten Geschäftsquartal 2020/21 zeichne sich bereits ab.

"Der Fokus im Geschäftsjahr 2020/21 wird deshalb auf ergebnisstabilisierenden Maßnahmen wie konsequentem Kosten- und Working-Capital-Management sowie Cashflow-Generierung liegen", betonte Eibensteiner. Die Investitionen werden weiter spürbar zurückgeschraubt. Im Geschäftsjahr 2020/21 sollen sie mit einem Wert von rund 600 Mio. Euro deutlich unter den bisherigen Investitionsvolumina und unter Abschreibungsniveau liegen.

Ein stabilisierendes Element, das "selbst in dieser ökonomischen Ausnahmesituation" seine Wirkung zeige, sei die Diversifikation des Konzerns auf Produkt- und Marktebene. Die voestalpine ist mit rund 500 Standorten in mehr als 50 Ländern weltweit tätig. In China werde aktuell nahezu auf dem Niveau vor Ausbruch der Coronakrise produziert. Auch der Bereich Eisenbahninfrastruktur werde in vielen Regionen als systemrelevant eingestuft und verzeichne in den meisten Regionen der Welt eine gute Nachfrage. Der Bereich Hochregallagersysteme, getrieben vom Onlinehandel, habe durch den "Lockdown" einen zusätzlichen Schub erhalten und verzeichne aktuell eine sehr gute Auftragslage.

( 0677-20, Format 88 x 94 mm) (Schluss) kre/ivn

 ISIN  AT0000937503
 WEB   http://www.voestalpine.com

neuere Beitrge nchste voestalpine News: voestalpine - Baader bestätigt nach Zahlen Kursziel von 22,0 Euro aeltere Beitrge

News zu voestalpineMeldungen zu voestalpine
Datum Meldung
03-07-2020voestalpine sucht 160 neue Lehrlinge in der Steiermark
02-07-2020voestalpine-Werk in den USA hat bisher 1,5 Mrd. Euro gekostet
02-07-2020voestalpine-Werk in den USA hat bisher 1,5 Mrd. Euro gekostet
25-06-2020Voest verlängert Kurzarbeit für über 10.000 Mitarbeiter in Österreich
25-06-2020trend: Voestalpine verlngert die Kurzarbeit fr ber 10.000 Mitarbeiter
[weitere Meldungen voestalpine >>]

Medien Berichte voestalpineMedia-Monitoring voestalpine
Datum Meldung
29-06-2020Voestalpine wchst mit Weichen in Frankreich, China, Argentinien
26-06-2020Voest-Chef: Wir suchen noch Lehrlinge
07-06-2020Wiener Privatbank besttigt fr voestalpine die Empfehlung Verkaufen
05-06-2020Exane BNP Paribas besttigt fr voestalpine die Empfehlung Underperformer
28-05-2020Morgan Stanley besttigt fr voestalpine die Empfehlung Untergewichten
[weitere Meldungen voestalpine >>]

Forumvoestalpineletzte Forenbeitrge voestalpine
Warren Buffett
voestalpine 2019/20 und danach in schwierigem Fahrwasser
06.07.2020 09:49 voestalpine sucht 160 neue Lehrlinge in der Steiermark
firststax
voestalpine 2019/20 und danach in schwierigem Fahrwasser
02.07.2020 14:39 RE: Texas 3x so teuer wie geplant
scheibenkleist
voestalpine 2019/20 und danach in schwierigem Fahrwasser
02.07.2020 14:14 RE: Texas 3x so teuer wie geplant
Warren Buffett
voestalpine 2019/20 und danach in schwierigem Fahrwasser
02.07.2020 12:57 Texas 3x so teuer wie geplant
Vecernicek
voestalpine 2019/20 und danach in schwierigem Fahrwasser
01.07.2020 13:44 RE: Live-Übertragung der Hauptversammlung
weitere Foren Beitrge aeltere Beitrge



ATX (Wiener Börse Index) : 2277.94 +0.5% ATX Intraday Chart Brse Wien
          [Aktienkurse >>]

Brse NewsBRSE-NEWS
Allgemeines-Absatzvolumen des Einzelhandels im Euroraum um 17,8% gestiegen
Konjunktur-Leistungsbilanzberschuss der EU von 59,9 Mrd. Euro
Allgemeines-Hauspreise im Euroraum 5,0% gestiegen
Allgemeines-Abwesenheiten vom Arbeitsplatz auf Rekordhhe
Allgemeines-EU-Bevlkerung im Jahr 2020 bei fast 448 Millionen
Allgemeines-Lehren aus den bisherigen virtuellen Hauptversammlungen
Immofinanz-Schlag gegen den Streubesitz, der signifikant verwssert wird
Allgemeines-S&P 500: Die technischen Indikatoren geben weiter uneinheitliche Signale
ATX (Wiener Börse Index) -ATX: Untersttzung hlt (noch)
OMV-Corona-Krise hinterlsst deutliche Spuren im 2. Quartal
Immofinanz-EUR 356 Mio. ber Kapitalmanahmen aufgenommen
Agrana-1. Quartal 2020/21 Bericht besttigt vorlufige Zahlen, neue COVID-19 angepasste 2020/21 Guidance noch nicht mglich
Lenzing-Halten-Empfehlung besttigt mit neuem Kursziel von EUR 46,40
ATX (Wiener Börse Index) -Marktanalyse sterreich
   [weitere News >>]