Konjunktur

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Datum/Zeit: 08.12.2019 13:15
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutschland: Trotz marginaler Verbesserung zum Vormonat - Wachstum im Dienstleistungssektor verhalten



Wie die jngsten Daten zeigen, wuchs der deutsche Servicesektor auch im November nur langsam. Wie bereits in den beiden Vormonaten nahm die Geschftsttigkeit nur leicht zu und die Unternehmen griffen vor allem auf ihre vorhandenen Bestnde zurck, um das Wachstum aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz setzte sich der solide Jobaufbau ob der wiederauflebenden Zuversicht der Dienstleister fort.

Der finale und saisonbereinigte IHS Markit Service-Index Geschftsttigkeit notierte im November bei 51,7 Punkten und verbesserte sich damit nur um Haaresbreite zum Oktober (und lag ber der Vorabschtzung von 51,3). Zwar wurde damit der hchste Wert der letzten drei Monate verzeichnet, dieser lag dennoch unter dem Durchschnitt der Wachstumsphase, die im Juni 2013 ihren Anfang nahm (54,2).

Fnf der sechs betrachteten Teilsektoren verbuchten ein Plus, angefhrt von starken Zuwchsen bei Hotels & Gaststtten, Finanzdienstleistungen und Post & Telekommunikation.

Einbuen gab es lediglich im Bereich Transport & Lagerhaltung. Die Zahl der Neuauftrge im Servicesektor nahm im November den dritten Monat in Folge ab, jedoch nur marginal. Viele Befragte fhrten dies auf die Verunsicherung ihrer Kunden und einen weiteren Rckgang der Nachfrage aus dem Ausland zurck.

Die gegenwrtige Nachfrageschwche nebst allgemein getrbten Wirtschaftsprognosen drckten erneut die Erwartungen der Dienstleister im Hinblick auf die Geschftsaussichten binnen Jahresfrist. Dennoch erholte sich deren Zuversicht im November leicht und kletterte wieder ber die Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten, die im Oktober erstmals seit sieben Jahren unterschritten worden war.

Vor dem Hintergrund des - wenn auch weniger - rcklufigen Auftragseingangs war ein Groteil des Aufschwungs der Abarbeitung unerledigter Projekte zu verdanken. Die Auftragsbestnde sanken deutlich und den vierten Monat in Folge.

Trotz des abnehmenden Arbeitsvolumens stellten die Unternehmer auch im November zustzliche Mitarbeiter ein. Der Stellenaufbau beschleunigte sich im Vergleich zum Vormonat leicht und fiel gemessen am Langzeitdurchschnitt solide aus, lag allerdings deutlich unter den Spitzen vom Jahresanfang.

Der steigende Personalbedarf in Verbindung mit immanentem Fachkrftemangel spiegelte sich in den Aussagen vieler Umfrageteilnehmer zu zunehmendem Lohndruck wider.

Dieser war wiederrum einer der Hauptursachen fr den steilen Anstieg der Betriebskosten ingesamt, die sich berdurchschnittlich stark erhhten.

Wie es bisher in jedem Monat seit Februar 2015 der Fall war konnten viele Firmen die gestiegenen Ausgaben mittels Preiserhhungen berkompensieren. Die Angebotspreisinflation beschleunigte sich entsprechend und lag ber dem Langzeitmittel der zuvor erwhnten, im Frhjahr 2015 gestarteten Serie.

Composite Index bleibt in der Schrumpfungszone

Composite-PMI Indizes sind gewichtete Durchschnittswerte vergleichbarer Industrie- und Dienstleisterindizes. Die Gewichtung spiegelt dabei die relative Gre des Industrie und Dienstleistungssektors laut offiziellen BIP-Daten wider. Der Composite Index Deutschland ist ein gewichteter Durchschnitt des Produktionsindex der Industrie und des Index Geschftsttigkeit des Servicesektors.

Der deutsche Composite Index legte im Umfragemonat um 0,5 Punkte auf 49,4 zu. Obgleich dies die zweite Verbesserung in Folge markierte, so war dieser Wert doch einer der schwchsten der vergangenen sieben Jahre. Ausschlaggebend waren hier ein minimal greres Wachstum im Dienstleistungssektor und ein zwar nach wie vor starker, aber verlangsamter Rckgang im verarbeitenden Gewerbe.

Die Zahl der Neuauftrge sank im November den fnften Monat hintereinander in beiden betrachteten Wirtschaftsbereichen, allerdings geringfgiger. Gleiches galt fr den Auftragseingang aus dem Ausland, bei dem das kleinste Minus seit zehn Jahren verbucht wurde.

Nachdem die Beschftigung im Oktober erstmals seit sechs Jahren gesunken war, kehrte sie im November wieder auf Wachstumsterrain zurck, fiel aber dennoch nur moderat aus. Der Jobaufbau bei den Serviceanbietern konnte gerade so weitere (wenngleich weniger) Stellenkrzungen in der Industrie berkompensieren.

Der Preisdruck blieb verhalten, sodass die Verkaufspreise moderat erhht wurden, whrend die Einkaufspreisinflation sich auf ein 43-Monatstief verlangsamte. Die Trends liefen dabei auf Sektorenebene auseinander; hier kontrastierten sinkende Einund Verkaufspreise bei den Herstellern mit - bedingt durch hhere Lhne und Gehlter - steigenden Ausgaben und Preisen bei den Dienstleistern.

Letztlich signalisierten die jngsten Daten eine sektorenbergreifende Verbesserung der Geschftsaussichten binnen Jahresfrist. Ein Optimismusschub sowohl bei den Serviceanbietern als auch bei den Produzenten sorgte dafr, dass der entsprechende Index erstmals seit vier Monaten wieder in den positiven Bereich kletterte.

Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit, kommentiert die aktuellen PMI Daten:

Einerseits setzten die Dienstleister zwar ihren Wachstumskurs fort und wurden bislang noch nicht in die Abwrtsspirale der anhaltenden Rezession im produzierenden Gewerbe gezogen. Andererseits fielen die Zuwchse in den letzten drei Monaten so schwach aus wie seit sechseinhalb Jahren nicht und auch der allgemeine Konjunkturverlauf lsst sich bestenfalls als unspektakulr beschreiben.

Nachdem die Umstze im Einzelhandel im Oktober gefallen waren, brachte der November gute Neuigkeiten. So sorgte die wiederauflebende Kauflaune der Kunden in der allzu wichtigen Vorweihnachtszeit fr einen soliden Jobaufbau im Servicesektor, was sich wiederum in Form einer leichten Verbesserung der Arbeitsmarktsituation auf den Privatsektor als Ganzes auswirkte.

Wie die jngsten Daten zeigen, war der Preisdruck im Dienstleistungssektor vor allem bedingt durch gestiegene Lhne und Gehlter nach wie vor relativ hoch.

Dies drfte die Kaufbereitschaft der Verbraucher und gleichermaen die Einzelhandelsumstze ankurbeln.

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