Allgemeines

Allgemeines

Datum/Zeit: 17.06.2019 11:08
Quelle: APA

Lufthansa-Konzern leidet unter Preiskampf in Wien


Gewinnwarnung schickte Aktie auf Talfahrt - AUA-Sprecher: "Spaß hat derzeit keiner hier in Wien" - Lufthansa erwartet Preiskampf bis mindestens Ende 2019



Der AUA-Mutterkonzern Lufthansa bekommt den Preiskampf in Europa immer stärker zu spüren, eine der am heißesten umkämpften Fronten ist der Flughafen Wien. Seit der Pleite von Niki 2017 versuchen gleich mehrere Billigfluglinien, den Heimatflughafen der Austrian Airlines zu erobern. Aber: "Spaß hat derzeit keiner hier in Wien", sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Montag zur APA.

Die Lufthansa sprach in ihrer Mitteilung am Sonntagabend, mit der sie den Aktienkurs auf Talfahrt schickte, explizit von Österreich. Die Erträge im Europaverkehr, insbesondere in den Heimmärkten Deutschland und Österreich, seien durch anhaltende Überkapazitäten auf den Kurzstrecken unter Druck. Aggressiv in den Markt drängende Wettbewerber seien zudem bereit, erhebliche Verluste hinzunehmen, um ihre Marktanteile auszubauen.

"Wien ist ein schwieriger Markt und bleibt auch schwierig aufgrund des starken Wettbewerbs der Billigflieger", erklärte dazu der AUA-Sprecher. "Der Flughafen Wien ist um 25 Prozent gewachsen, auch wir wachsen aufgrund der guten Nachfrage, aber diese 25 Prozent sind sicherlich nicht nachhaltig und spiegeln eher den starken Andrang der Billigflieger wider. Auf das Ergebnis, und dabei bleiben wir, wird es sich negativ auswirken."

Die AUA hat schon im ersten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Der operative Verlust betrug 99 Mio. Euro, das ist ein um 26 Mio. Euro höherer Verlust als im Winterquartal 2018. In den vergangenen fünf Jahren gab es für die AUA keinen schlechteren Jahresauftakt. Den Gewinn des Vorjahres von 83 Mio. Euro wird die AUA heuer nicht mehr erreichen. Das Ziel für heuer lautet, in den schwarzen Zahlen zu bleiben.

Auch an den Billigfliegern Lauda, Level, Vueling, EasyJet und Wizz Air geht der Preiskampf nicht spurlos vorüber. Die Laudamotion-Mutter Ryanair berichtete im Geschäftsjahr 2018/19, das bis März lief, einen Gewinnrückgang von 39 Prozent auf 885 Mio. Euro. Allein für Lauda fielen Anlaufverluste von 139,5 Mio. Euro an. Der Chef der ungarischen Billigairline Wizz Air, Jozsef Varadi, nannte die Entwicklung in Wien kürzlich ein "Blutbad", meinte aber, trotz der Konkurrenz bereits ein Jahr nach dem Start profitabel zu sein.

Momentan steckt keiner der Konkurrenten zurück. Die Lufthansa-Führung geht davon aus, dass der europäische Markt mindestens bis Ende 2019 so herausfordernd bleibt. Lufthansa Group werde ihre führende Position in den Heimatmärkten im harten Wettbewerb verteidigen, hieß es in der Aussendung des Konzern. Die AUA versucht derzeit mit Kampfpreisen die Konkurrenz aus Wien zu vertreiben - vorerst ohne Erfolg. "Rückzugstendenzen sehen wir noch keine, eher das Gegenteil, aber was man auch sieht, ist, dass angekündigtes Wachstum von manchen Fluglinien verschoben wird von Wien in andere Hubs", erklärte AUA-Sprecher Thier.

Dem AUA-Personal steht wegen des Drucks auf die Profitabilität auch ein neues Sparprogramm ins Haus. "Wir wollen 30 Millionen Euro pro Jahr nachhaltig einsparen; durch Personal- und Sachkostenmaßnahmen", sagte Vorstandschef Alexis von Hoensbroech vor gut einer Woche im "Kurier". Details lies er offen: "Erst im Herbst werden wir mehr wissen. Wie viele und welche Mitarbeiter, inwieweit wir mit der Fluktuation auskommen und ob es einen Abbau geben wird."

Die Lufthansa hatte Sonntagabend mitgeteilt, wegen des harten Preiskampfes in Europa ihr Gewinnziel für heuer nicht mehr halten zu können. Die Kranich-Linie erwartet für 2019 nur noch einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro, bisher waren 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro erwartet.

Die Mitteilung ließ die Lufthansa-Aktie am Montagvormittag an der Frankfurter Börse abstürzen: Die Papiere verloren fast elf Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit fünf Jahren zu. Der Ausverkauf erfasste den gesamten Luftfahrt-Sektor. Aktien von Air France und der British-Airways-Mutter IAG verloren jeweils bis zu vier Prozent. Ryanair, EasyJet und Wizz büßten bis zu fünf Prozent ein.

Noch im Mai hatte die Lufthansa ihre Gewinnprognose trotz des schwierigen Umfelds bekräftigt. Nun hieß es, die bereinigte Ebit-Marge werde in diesem Jahr wohl eher bei 5,5 bis 6,5 (vorher: 6,5 bis 8,0) Prozent liegen. Für Eurowings erwartet der Konzern sogar eine negative bereinigte Ebit-Marge zwischen minus 4 und minus 6 Prozent. Dort würden die Kosten langsamer als erwartet sinken. Das Management habe für Eurowings nun "weitere Turnaround-Maßnahmen" beschlossen, die in Kürze vorgestellt werden sollen.

(Schluss) pro/kan

 ISIN  DE0008232125
 WEB   http://www.lufthansa.com/
       http://www.austrian.com

neuere Beitrge nchste Allgemeines News: Udolf-Strobl: sterreich auf dem besten Weg zur Innovationsspitze aeltere Beitrge

News zu AllgemeinesMeldungen zu Allgemeines
Datum Meldung
19-07-2019Kirchmayr wird PlusCity-Alleineigentümer Neue Brse Nachricht
18-07-2019Neues Inflationstool der OeNB online - ermglicht die Berechnung der persnlichen Inflationsrate
17-07-2019Google arbeitet nicht mehr mit Viagogo als Werbekunden zusammen
17-07-2019Juni-Inflation auf 1,6 Prozent gefallen, Wohnen und Energie teurer
16-07-2019Dieter Hengl löst Franz Witt-Dörring als CEO der Schoellerbank ab
[weitere Meldungen Allgemeines >>]

Medien Berichte AllgemeinesMedia-Monitoring Allgemeines
Datum Meldung
18-07-2019Wandelanleihen, die besseren Aktien?
18-07-2019Sdkoreas Notenbank berrascht mit Zinssenkung
18-07-2019Deutsche konomen wollen aus Mietern Eigentmer machen
17-07-2019Whrungsfonds kritisiert Deutschlands rigiden Sparkurs
17-07-2019Bankenabwicklungsfonds der Eurozone inzwischen halb voll
[weitere Meldungen Allgemeines >>]

ForumAllgemeinesletzte Forenbeitrge Allgemeines



ATX (Wiener Börse Index) : 2940.54 -0.5% ATX Intraday Chart Brse Wien
          [Aktienkurse >>]

Brse NewsBRSE-NEWS
Marinomed-BÖRSENFLASH - Marinomed-Aktie auf Allzeithoch
Allgemeines-Kirchmayr wird PlusCity-Alleineigentümer
DO & CO-Do&Co darf eigene Aktien erwerben
Addiko Bank-Addiko - Nach Börsengang derzeit fünf Großaktionäre
Post-shöpping-at vereint derzeit 600 Händler
BUWOG-Grasser-Prozess - Verhandlungsunfähigkeit von Plech wird geprüft
Allgemeines-Neues Inflationstool der OeNB online - ermglicht die Berechnung der persnlichen Inflationsrate
Allgemeines-Google arbeitet nicht mehr mit Viagogo als Werbekunden zusammen
Addiko Bank-US-Investmentriese bei Addiko eingestiegen
voestalpine-voestalpine - Deutsche Bank senkt Kursziel von 32,0 auf 30,0 Euro
voestalpine-voestalpine - Jefferies senkt Kursziel von 30,0 auf 28,0 Euro
Flughafen Wien-Am Flughafen Wien-Schwechat ist ein neuer Hangar fertig
Allgemeines-Juni-Inflation auf 1,6 Prozent gefallen, Wohnen und Energie teurer
Telekom Austria-# Telekom Austria - Gewinn im 2. Quartal auf 70 Mio. Euro gestiegen
   [weitere News >>]