Konjunktur

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Datum/Zeit: 09.06.2019 10:16
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutsche Baubranche im Mai mit schwächsten Zuwächsen seit vier Monaten



Der deutsche Bausektor verzeichnete im Mai das niedrigste Wachstum seit vier Monaten, wie die jüngsten Umfrageergebnisse zeigen. Auch die Zuwächse bei Beschäftigung und Einkaufsmenge fielen schwächer aus, was zumindest teilweise auf das erste Minus im Auftragseingang seit August 2018 zurückgeführt werden kann.

Auf Kostenseite signalisierten die Daten eine weitere Inflationsabschwächung bei den Einkaufspreisen und den Subunternehmerraten.

Der saisonbereinigte Bau-Index, welcher die monatlichen Veränderungen der Gesamtaktivität im deutschen Baugewerbe in einem Wert zusammenfasst, notierte im Mai bei 51,4 Punkten (April 53,0) und damit auf dem niedrigsten Stand seit Januar. Nach dem 14-Monatshoch vom März verlor die Baubranche somit erneut an Schwung. Der aktuelle Wert liegt aber immer noch komfortabel über dem langjährigen Durchschnitt von 47,8.

Unangefochtener Spitzenreiter bei den Teilbereichen war auch im Mai der Wohnungsbau, wenngleich sich die Wachstumsrate den zweiten Monat hintereinander abschwächte. Ähnlich sah es im Gewerblichen Bau aus, der das niedrigste Plus der letzten vier Monate verzeichnete. Im Tiefbau hingegen schlug zum zweiten Mal in Folge ein Minus zu Buche. Zudem fiel der Rückgang so kräftig aus wie seit April 2018 nicht mehr.

Die Abschwächung der Bautätigkeit im Mai lag vor allem an der nachlassenden Nachfrage in der gesamten Baubranche. So schrumpften die Neuaufträge zwar nur moderat, aber doch so deutlich wie seit April 2018 nicht mehr.

Dementsprechend gingen auch die Zuwachsraten bei Einkaufsmenge und Beschäftigung auf den jeweils tiefsten Stand seit sieben Monaten zurück. Außerdem wurden zum ersten Mal seit November letzten Jahres wieder weniger Subunternehmer eingesetzt als im Vormonat.

Trotz geringerer Nachfrage kam es auch im Mai zu Lieferverzögerungen im Einkauf. Das Ausmaß der Verschlechterung der Lieferfristen entsprach weitestgehend dem bisherigen Durchschnitt für 2019 und dem Gesamtjahr 2018.

Allerdings zeigte sich abermals, dass der Spielraum der Lieferanten bei der Preisgestaltung kleiner wird, nachdem die Preise für Baustoffe und Materialien den vierten Monat in Folge auf den nun tiefsten Stand seit über einem Jahr sanken. Gleichzeitig ging auch die Steigerungsrate der Subunternehmerpreise gegenüber April signifikant zurück. Demnach fiel die Verteuerung so gering aus wie zuletzt im Januar 2017.

Die deutschen Bauunternehmen zeigten sich hinsichtlich ihrer Geschäftsaussichten über die kommenden zwölf Monate grundsätzlich optimistisch. Ein Großteil der Umfrageteilnehmer setzt dabei vor allem auf eine Belebung der Auftragseingänge sowie auf geplante Kapazitätserweiterungen. Allerdings schwächte sich die Zuversicht vom Hoch im März weiter ab. Denn einige Unternehmen klagten über die zunehmend geringere Zahl an Ausschreibungen und die Verzögerung von Projekten aufgrund von Unsicherheiten seitens der Kunden.

Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit, kommentiert den aktuellen IHS Markit Bau-Index:

„Nach dem soliden Anstieg der Geschäftstätigkeit zu Beginn des Frühjahrs verlor der deutsche Bausektor im Mai weiter an Dynamik und verzeichnete das geringste Wachstum seit vier Monaten.

Dabei fällt der Beitrag der einzelnen Teilsektoren zur Gesamtleistung nach wie vor denkbar ungleich aus. Während der Wohnungsbau zum wiederholten Mal den Löwenanteil des Wachstums schulterte, wirkte der schrumpfende Tiefbau erneut wie ein Bremsklotz.

Insgesamt war es für die Branche ein weitgehend positiver Jahresbeginn. Allerdings birgt der erste Rückgang der Neuaufträge seit neun Monaten zumindest auf kurze Sicht das Risiko einer Abkühlung. Der Stellenaufbau verlangsamte sich weiter, da immer mehr Unternehmen vorerst abwarten, ob die Nachfrage wieder anzieht.“

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