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Datum/Zeit: 06.02.2019 12:55
Quelle: APA

RBI traf im Schlussquartal Vorsorge für mögliche spätere Ausfälle


Sondereffekte drückten Ergebnis im 4. Quartal - Im Gesamtjahr Milliardengewinn - Strobl: "Gut gerüstet" - Dividende steigt um die Hälfte - GRAFIK



Neue Rechnungslegungsnormen für international bilanzierende Banken besagen, dass für Kredite und deren allfälligen zukünftigen Ausfall weit im voraus vorgesorgt wird - und nicht wie bisher wenn schon ein Kreditausfall eingetreten ist. Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat dem entsprechend im 4. Quartal 2018 spürbar höhere Risikovorsorgen in ihren Büchern stehen.

Ein Sondereffekt, wird bei Raiffeisen betont. Damit kam das Quartalsergebnis unter den vorherigen Quartalen zu liegen. Im Gesamtjahr 2018 gab es trotzdem einen fast 14-prozentigen Nettogewinnanstieg auf 1,27 Mrd. Euro, der Milliardengewinn hatte sich abgezeichnet. Im Markt war zunächst mehr erwartet worden, der Börsenkurs gab heute in den ersten Handelsstunden nach. Bis Mittag erholte sich die Aktie aber. Die Bank ist mit ihren Zahlen zufrieden und macht außerordentliche Effekte geltend, hauptsächlich wegen der Bilanzierung nach "IFRS 9".

"Wir haben im vierten Quartal die Möglichkeiten zur Bildung von zusätzlichen Risikovorsorgen ausgeschöpft, die uns die neuen IFRS-Regeln bieten. Außerdem haben wir uns für außerordentliche Ereignisse, die nicht in den Risikomodellen abbildbar sind, gut gerüstet", schilderte Bankchef Johann Strobl.

"Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2018 sehr zufrieden", erklärte Strobl in einer Aussendung. "Wir haben das sehr gute Vorjahresergebnis deutlich übertroffen, unsere Kapitalquoten signifikant verbessert und die NPL-Ratio (den Anteil der notleidenden Kredite an den Gesamtkrediten) gesenkt." Der Hauptversammlung wird eine um die Hälfte höhere Dividende von 93 Cent je Aktie vorgeschlagen, was mehr als 300 Millionen Euro kostet. Die Ausschüttungsquote liegt nach vorläufigen Zahlen bei 24 Prozent.

Operativ meldete die RBI am Mittwoch einen um 4,2 Prozent verbesserten Zinsüberschuss, der Provisionsüberschuss stieg noch etwas stärker an. Vergleichsweise moderat, um 1,2 Prozent, legten hingegen die Verwaltungsaufwendungen zu.

Die Bank sprach in einer Mitteilung zu den vorläufigen Zahlen 2018 am Mittwoch von negativen Sondereffekten von 159 Mio. Euro aus der "Verfeinerung" der IFRS-9-Modelle (im Ausmaß von rund 108 Mio. Euro) sowie Vorsorgen für "andere außerordentliche Ereignisse, die nicht in den Risikomodellen abbildbar" seien (rund 51 Mio. Euro).

Die gesamten Kreditvorsorgen beliefen sich im vierten Quartal 2018 damit in Summe auf 222 Mio. Euro - nachdem nach massiven Auflösungen von Wertberichtigungen in den ersten neun Monaten in dieser Position sogar ein positiver Saldo von 56 Mio. Euro gestanden war. Aufs Gesamtjahr gesehen sind die Kreditrisikokosten 2018 mit 166 Mio. Euro um 146 Mio. Euro geringer ausgefallen als im Jahr 2017 (312 Mio. Euro).

Wegen der zu Jahresende 2018 gebildeten zusätzlichen Risikovorsorgen ist das Schlussquartalsergebnis 2018 mit 98 Mio. Euro deutlich geringer ausgefallen als in den Vorquartalen, wo es jeweils zwischen 300 und 400 Millionen waren - und auch niedriger als im letzten Quartal des Jahres 2017 (206 Mio. Euro).

Ins Gewicht gefallen ist im Geschäftsjahr 2018 auch der Verkauf der polnischen Tochter Polbank (Kernbank-Verkauf), was das Ergebnis mit 120 Mio. Euro belastet hatte, allerdings bei den Kapitalquoten eine Verbesserung brachte. Die harte Kernkapitalquote der RBI lag Ende 2018 (vorläufig) bei 13,4 Prozent.

Trotz des Verkaufs der Polen-Bank sind die Kredite (Kundenkredite) voriges Jahr um 4 Prozent angestiegen. Auch die Zinsspanne hat sich verbessert. Endgültige Zahlen und Details wird die stark in Osteuropa und Russland aktive Bankengruppe am 13. März veröffentlichen. Zum Teil wurden Zahlen von 2017 angepasst.

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