Börse Kurs Änderung Agrana 18.9 -1.2%      
Hoch:
Tief:
19.3 +0.9% 
18.9  -1.2% 
Börse Chart Agrana
Agrana

Agrana

Datum/Zeit: 11.10.2018 12:29
Quelle: APA

Agrana-Risikostreuung federt Probleme beim Zuckersegment ab


Konzern hofft auf Erholung am Zuckermarkt nach Ende der EU-Zuckerquotenregelung - GRAFIK



Der börsennotierte Agrana-Konzern, vor allem mit der Marke "Wiener Zucker" bekannt, hat nach dem Aus der EU-Zuckerquotenregelung in seinem Zuckersegment mit einem Ergebniseinbruch zu kämpfen. Auch das Stärkesegment litt zum Halbjahr wegen des tiefen Bioethanol-Preises. Das inzwischen wichtigste Firmensegment Frucht läuft hingegen gut, hier wurde im Vergleich zur Vorjahresperiode mehr verdient.

Die Agrana wird vor allem mit dem Zuckergeschäft gleichgesetzt. Dabei ist der Zucker inzwischen die kleinste Sparte der Firma und trägt nur mehr rund 20 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Das inzwischen wichtigste Segment Frucht wurde ab den frühen 2000ern etabliert. Hier wird mit nachhaltigen Ergebnissen gerechnet, obwohl auch bei Fruchtsaftkonzentraten wie vor allem beim Apfelsaft die Preise wegen Rekordernten in Europa im Keller sind. Die Agrana hat daher Einkauf und Verkauf ganz eng miteinander abgestimmt. Beim Fruchtsegment geht es aber auch zu einem guten Teil um Fruchtzubereitungen für Joghurts und Mehlspeisen, wo die Nachfrage steigt.

Im Lichte des Endes der EU-Zuckerquote kann sich die Firma also besonders glücklich schätzen, mit ihren drei Segmenten breit aufgestellt zu sein. Trotzdem sank der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2018/19 um 7,4 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro ein, das Betriebsergebnis brach um knapp 52 Prozent auf 63 Mio. Euro ein und der Gewinn sank um fast 60 Mio. Euro auf 39,9 Mio. Euro.

"Jedenfalls bauen wir unsere globale Präsenz aus und investieren mehr als im vorigen Geschäftsjahr", erläuterte Vorstandschef Johann Marihart bei der Halbjahrespressekonferenz am Donnerstag in Wien. "Durch unsere gute Risikostreuung können wir die schwierige Situation beim Zucker gut durchstehen." Nach dem Quotenende in der EU brachen die Zuckerpreise auf Tiefstpreise ein, erläuterte der Unternehmenschef. Bei der Stärke gab es deutlich niedrigere Ethanolpreise also im Vorjahr. Im Fruchtbereich hingegen gebe es einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf mit den Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten. Geschäfte erhofft man sich vor allem in Schwellländern wie China und der Ukraine, der westliche Markt ist gesättigt.

Weißzucker notierte zuletzt bei rund 300 Euro je Tonne. Seit dem Frühjahr 2017, hier lag der Preis je Tonne bei fast 550 Euro, ging der Preis zurück. Beim Zucker wurde ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) von minus 4,1 Mio. Euro verzeichnet. Der Umsatz sank im Periodenvergleich um fast 100 auf 277,4 Mio. Euro. Europaweit wurde zuletzt mehr Zucker erzeugt, um den erwarteten Preisverfall über die Menge und erhoffte Exporte auszugleichen. Nur waren - entgegen der Hoffnungen - Exporte nicht lukrativ. Der Zucker hatte bereits zweiten Halbjahr des vorigen Geschäftsjahres 2017/18 nichts mehr zum Ergebnis beigetragen.

Jetzt gibt es aber Hoffnung auf eine Preiserholung, obwohl Indien zum Zuckergroß-Exporteur aufsteigen dürfte. Die Lagerbestände sinken, die EU-Zuckerproduktion dürfte wieder sinken, erläuterte Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer. Die schlechte Ergebnissituation aller Zuckerproduzenten in Europa werde dazu führen, dass sich der Markt wieder erhole, so Gattermayer. "Wir werden immer so viel Zucker produzieren, wie es vernünftig ist", sagte Marihart. "Wir werden damit auch wieder gutes Geld verdienen." Dass Lebensmittelketten eine Kampagne zu weniger Zucker in Produkten fahren, freue die Agrana zwar nicht, "in der Verarbeitung ist das aber nicht zu spüren". Was der Agrana nützt, ist dass ihr "Heimmarkt" von Österreich über Ungarn und die Slowakei bis Rumänien - kein Zucker-Überschussmarkt ist, so Marihart.

( 1049-18, 88 x 92 mm) (Schluss) phs/ggr

 ISIN  AT000AGRANA3
 WEB   http://www.agrana.com

neuere Beiträge nächste Agrana News: Agrana lobbyiert weiter für Einführung von E10-Kraftstoffen aeltere Beiträge

News zu AgranaMeldungen zu Agrana
Datum Meldung
31-05-2019Nach 10 Jahren Kartellverfahren Bußgeld-Antrag gegen Agrana abgelehnt
31-05-2019Kartellgericht weist Geldbußantrag gegen die AGRANA Zucker GmbH ab
17-05-2019Erholung im heurigen Wirtschaftsjahr erwartet
13-05-2019Agrana: E10 einsetzen, um eher Klimaziele zu erreichen
13-05-2019Agrana muss sich im Zuckersegment "etwas einfallen lassen"
[weitere Meldungen Agrana >>]

Medien Berichte AgranaMedia-Monitoring Agrana
Datum Meldung
24-04-2019Agrana-Chef Marihart: „Wenn Sie das lesen, bekommen Sie Sorge“
17-04-2019Erste Group bestätigt für Agrana die Empfehlung Halten
14-01-2019Goldman Sachs bestätigt für Agrana die Empfehlung Neutral
10-01-2019Niedriger Zuckerpreis: "Ab Herbst wird es etwas besser."
12-10-2018Bewertung von Berenberg: Halten
[weitere Meldungen Agrana >>]



ATX (Wiener Börse Index) : 2945.41 -0.2% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

Börse NewsBÖRSE-NEWS
Zumtobel-Zumtobel - Analysten sehen im Viertquartal geringeren Nettoverlust
Konjunktur-ifo Geschäftsklimaindex sinkt
ATX (Wiener Börse Index) -AK Dividenden.Report: ATX-Konzerne knacken 3-Milliarden-Grenze
Konjunktur-Eurozone im Juni: Flash-PMI klettert zwar auf 7-Monatshoch, Wachstum und Geschäftsausblick bleiben jedoch gedämpft
Konjunktur-Deutsche Wirtschaft im Juni: Anhaltend moderates Wachstum, Ausblick trübt sich weiter ein
Allgemeines-Preisniveaus für Nahrungsmittel reichten im Jahr 2018 von 66% des EU-Durchschnitts in Rumänien bis 130% in Dänemark
Allgemeines-In der Hälfte der Mitgliedstaaten halten nicht Gebietsansässige den größten Anteil der Staatsverschuldung
Frauenthal-IVA hat Dividende durchgesetzt
Miba Vz-Revisionsrekurs anhängig
Schlumberger Vz.-Nachbesserung für die Vorzugsaktien zu erwarten
voestalpine-voestalpine-Chef erwartet Konsolidierung der Stahlbranche in Europa
Österreich-ÖSTERREICH: ÖVP entscheidet sich für Pflegeversicherung
Strabag-Haselsteiner-Sohn zieht in Strabag-Vorstand ein
Allgemeines-S&P 500: Die technischen Indikatoren bestätigen wie bereits in der Vorwoche den aktuellen Aufwärtstrend
   [weitere News >>]