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Datum/Zeit: 11.10.2018 12:29
Quelle: APA

Agrana-Risikostreuung federt Probleme beim Zuckersegment ab


Konzern hofft auf Erholung am Zuckermarkt nach Ende der EU-Zuckerquotenregelung - GRAFIK



Der börsennotierte Agrana-Konzern, vor allem mit der Marke "Wiener Zucker" bekannt, hat nach dem Aus der EU-Zuckerquotenregelung in seinem Zuckersegment mit einem Ergebniseinbruch zu kämpfen. Auch das Stärkesegment litt zum Halbjahr wegen des tiefen Bioethanol-Preises. Das inzwischen wichtigste Firmensegment Frucht läuft hingegen gut, hier wurde im Vergleich zur Vorjahresperiode mehr verdient.

Die Agrana wird vor allem mit dem Zuckergeschäft gleichgesetzt. Dabei ist der Zucker inzwischen die kleinste Sparte der Firma und trägt nur mehr rund 20 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Das inzwischen wichtigste Segment Frucht wurde ab den frühen 2000ern etabliert. Hier wird mit nachhaltigen Ergebnissen gerechnet, obwohl auch bei Fruchtsaftkonzentraten wie vor allem beim Apfelsaft die Preise wegen Rekordernten in Europa im Keller sind. Die Agrana hat daher Einkauf und Verkauf ganz eng miteinander abgestimmt. Beim Fruchtsegment geht es aber auch zu einem guten Teil um Fruchtzubereitungen für Joghurts und Mehlspeisen, wo die Nachfrage steigt.

Im Lichte des Endes der EU-Zuckerquote kann sich die Firma also besonders glücklich schätzen, mit ihren drei Segmenten breit aufgestellt zu sein. Trotzdem sank der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2018/19 um 7,4 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro ein, das Betriebsergebnis brach um knapp 52 Prozent auf 63 Mio. Euro ein und der Gewinn sank um fast 60 Mio. Euro auf 39,9 Mio. Euro.

"Jedenfalls bauen wir unsere globale Präsenz aus und investieren mehr als im vorigen Geschäftsjahr", erläuterte Vorstandschef Johann Marihart bei der Halbjahrespressekonferenz am Donnerstag in Wien. "Durch unsere gute Risikostreuung können wir die schwierige Situation beim Zucker gut durchstehen." Nach dem Quotenende in der EU brachen die Zuckerpreise auf Tiefstpreise ein, erläuterte der Unternehmenschef. Bei der Stärke gab es deutlich niedrigere Ethanolpreise also im Vorjahr. Im Fruchtbereich hingegen gebe es einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf mit den Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten. Geschäfte erhofft man sich vor allem in Schwellländern wie China und der Ukraine, der westliche Markt ist gesättigt.

Weißzucker notierte zuletzt bei rund 300 Euro je Tonne. Seit dem Frühjahr 2017, hier lag der Preis je Tonne bei fast 550 Euro, ging der Preis zurück. Beim Zucker wurde ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) von minus 4,1 Mio. Euro verzeichnet. Der Umsatz sank im Periodenvergleich um fast 100 auf 277,4 Mio. Euro. Europaweit wurde zuletzt mehr Zucker erzeugt, um den erwarteten Preisverfall über die Menge und erhoffte Exporte auszugleichen. Nur waren - entgegen der Hoffnungen - Exporte nicht lukrativ. Der Zucker hatte bereits zweiten Halbjahr des vorigen Geschäftsjahres 2017/18 nichts mehr zum Ergebnis beigetragen.

Jetzt gibt es aber Hoffnung auf eine Preiserholung, obwohl Indien zum Zuckergroß-Exporteur aufsteigen dürfte. Die Lagerbestände sinken, die EU-Zuckerproduktion dürfte wieder sinken, erläuterte Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer. Die schlechte Ergebnissituation aller Zuckerproduzenten in Europa werde dazu führen, dass sich der Markt wieder erhole, so Gattermayer. "Wir werden immer so viel Zucker produzieren, wie es vernünftig ist", sagte Marihart. "Wir werden damit auch wieder gutes Geld verdienen." Dass Lebensmittelketten eine Kampagne zu weniger Zucker in Produkten fahren, freue die Agrana zwar nicht, "in der Verarbeitung ist das aber nicht zu spüren". Was der Agrana nützt, ist dass ihr "Heimmarkt" von Österreich über Ungarn und die Slowakei bis Rumänien - kein Zucker-Überschussmarkt ist, so Marihart.

( 1049-18, 88 x 92 mm) (Schluss) phs/ggr

 ISIN  AT000AGRANA3
 WEB   http://www.agrana.com

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