Konjunktur

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Datum/Zeit: 03.07.2017 10:27
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Deutsche Industrie im Juni weiter im Höhenflug



Die deutsche Industrie war auch im Juni in Höchstform und ist noch einen Tick stärker gewachsen als im Mai. Überdies blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist ausgesprochen optimistisch. Der Anstieg der Einkaufspreise schwächte sich indes weiter ab, blieb aber insgesamt stark.

Der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanager Index legte gegenüber Mai um 0.1 Punkte auf 59.6 zu und signalisierte damit das kräftigste Wachstum seit April 2011. Während der Auftragseingang noch besser ausfiel als im Vormonat und sich auch die Lieferzeiten stärker verlängerten als im Mai, fielen die Zuwächse bei Produktion und Beschäftigung nicht mehr ganz so hoch aus wie zuletzt. Der PMI Hauptindex notiert nun bereits seit 31 Monaten über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten – der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Wachstums seit Umfragebeginn vor 21 Jahren.

Der Index spiegelt das Ergebnis der Juni-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider.

Der Zuwachs an Neuaufträgen verstärkte sich im Berichtsmonat zum sechsten Mal innerhalb der letzten sieben Monate und fiel insgesamt so hoch aus wie seit März 2011 nicht mehr. Das Exportorderplus war jedoch etwas niedriger als im Mai, als es ein Sieben-Jahreshoch erreicht hatte.

Die Produktionssteigerungsrate schwächte sich gegenüber dem 73-Monatshoch von Mai nur geringfügig ab. Seit 50 Monaten wird die Produktion nun bereits ununterbrochen ausgeweitet – der längste Zeitraum seit Umfragebeginn im April 1996. Spitzenreiter in dieser Kategorie war im Juni der Investitionsgüterbereich.

Die Unternehmen setzten ihren kräftigen Beschäftigungsaufbau fort, wenngleich er leicht an Tempo einbüßte. Im Mai waren per Saldo so viele neue Stellen geschaffen worden wie zuletzt vor sechs Jahren. Ungeachtet des enormen Jobaufbaus nahmen die Auftragsbestände so zügig zu wie zuletzt im April 2011.

Die Einkaufsmenge wurde mit der zweithöchsten Rate seit über sechs Jahren gesteigert. Dadurch gerieten die Lieferanten zusätzlich unter Druck, was zur Folge hatte, dass sich die Lieferzeiten so stark verlängerten wie seit April 2011 nicht mehr. Dies führte wiederum dazu, dass die Bestände an Vormaterialien so kräftig sanken wie zuletzt vor neun Monaten.

Die Verteuerung von Rohstoffen sorgte zwar erneut für stark steigende Einkaufspreise, der Preisauftrieb schwächte sich jedoch weiter ab und fiel so schwach aus wie seit sieben Monaten nicht mehr. Im Gegensatz dazu beschleunigte sich der Anstieg der Verkaufspreise, die mit der zweithöchsten Rate seit Juli 2011 angehoben wurden.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich im Juni wieder. So erreichte der entsprechende Index den höchsten Wert seit Januar 2014 und war damit der zweitbeste seit Beginn der Berechnung dieses Indexes vor fünf Jahren. Hauptgrund hierfür war, dass die Unternehmen mit einer anziehenden Nachfrage, besonders auch aus Asien und dem Nahen Osten, rechnen.

Trevor Balchin, Senior Ökonom bei IHS Markit, kommentiert den finalen IHS Markit/BME Einkaufsmanager Index:

„Die deutsche Industrie wartete auch im Juni mit einer beeindruckenden Vorstellung auf. Das spiegelte sich im PMI wider, der zum sechsten Mal in den letzten sieben Monaten eine Wachstumssteigerung signalisierte und aktuell auf dem höchsten Stand seit April 2011 notiert. Die PMI-Hochrechnung für das zweite Quartal ergab einen Wert von 59.1, was dem stärksten Durchschnitt seit Q1 2011 entspricht. Mit diesen Vorgaben kann man davon ausgehen, dass die deutsche Industrie im Gesamtquartal einen wichtigen Beitrag zum BIP leisten wird.

Die Produktion tourte erneut auf rekordverdächtigem Niveau, und die Auftragsbücher waren noch besser gefüllt als im Vormonat. Die hohen Anforderungen an die Kapazitäten der Hersteller führten demnach erneut zu einem kräftigen Personalaufbau. Dass sich die Lieferfristen so stark verlängerten wie seit April 2011 nicht mehr, unterstreicht ebenfalls das Bild einer sehr gut ausgelasteten Industrie.

Die Preisinflation beim Einkauf verlangsamte sich im Berichtsmonat zwar etwas und lag saldiert auf dem Niveau vom November letzten Jahres. Historisch gesehen notierte sie jedoch deutlich über dem Mittel der 21-jährigen Umfragegeschichte.“

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