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Datum/Zeit: 13.01.2021 14:50
Quelle: APA

ÖVI - Preise für Wohneigentum steigen, reges Investoren-Interesses


Mieten dürften sich heuer stabil entwickeln - Einfamilienhäuser und Terrassenwohnungen am Stadtrand gefragt



Die österreichische Immobilienbranche rechnet heuer mit weiter steigenden Preise für Wohnungseigentum und stabilen Mieten. Der Druck von Investorenseite wird bleiben. Auch bei Privaten sind Immobilien beliebt, stark fragt sind Einfamilienhäuser im Grünen und Terrassenwohnungen am Stadtrand. Die Zahlungsmoral der Mieter ist laut dem Österreichischen Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) auch in der Coronakrise nach wie vor sehr hoch.

Es gebe nach wie vor ein großes Interesse von Investoren an Gesamtobjekten, so ÖVI-Maklersprecherin Sandra Bauernfeind am Dienstag in einer Online-Pressekonferenz. Auch im Vorjahr seien manche Objekte gar nicht in den Einzelverkauf gekommen. Man gehe davon aus, dass die Eigentumspreise nach wie vor steigen werden, während sich die Mieten auf moderatem Niveau einpendeln bzw. in einem überschaubaren Ausmaß steigen werden.

Im Vorjahr seien die Preise teils moderat, teilweise aber auch deutlich gestiegen. Einen klaren Preisanstieg gab es in den Landeshauptstädten etwa in St. Pölten oder Klagenfurt (plus 10 Prozent). Im Westen Österreichs blieben die Preise auf hohem Niveau. In Innsbruck stiegen die Preise im Neubau um 1 Prozent, wiesen mit rund 6.650 Euro pro Quadratmeter aber den höchsten Wert aller Landeshauptstädte auf, geht aus einer vorläufigen Auswertung von Grundbucheintragungen auf Basis der abgeschlossenen Kaufverträge von ÖVI und Immounited hervor. In der zweitteuersten Stadt Salzburg sowie in Graz stiegen die Preise um rund 3,5 Prozent. Für Linz geht der ÖVI von stabilen bzw. leicht nachgebenden Preisen aus.

In Wien stiegen die Preise durchschnittlich um rund 5 Prozent. Stark nachgefragt seien vor allem Wohnungen zwischen 150.000 und 350.00 Euro sowie Einfamilienhäuser bis 500.000 Euro, so ÖVI-Vorstand Andreas Wollein. Beliebt sei nach wie vor der kernsanierte Altbau. Im Neubau gebe es einen Trend zu kleineren Einheiten mit optimierten Grundrissen. Bei Einfamilienhäusern habe es in einigen Bezirken und Lagen Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent gegeben. Besonders interessant seien Häuser, die eine halbe Autostunde vom Arbeitsplatz entfernt seien.

Bei den Motiven für den Immobilienkauf stehe die Kategorie der Selbstnutzer an erster Stelle. Dahinter folgten Anleger, die auf höhere Erträge setzen sowie Menschen, die ihr Geld sicher anlegen wollen sowie der Erwerb eines Wochenendhauses oder einer Ferienwohnung. Durch die Corona-Pandemie zeigte sich ein starker Wunsch nach Einfamilienhäusern oder Terrassenwohnungen am Stadtrand. Neben Niederösterreich und der Steiermark sei auch das Burgenland wegen der Nähe zu Wien und des pannonischen Klimas stark nachgefragt. Zugelegt haben auch die Wohnbaukredite - laut Nationalbank wuchs das Neugeschäft mit Privaten von 5,068 Mrd. Euro (zweites Quartal 2019) um 7,2 Prozent auf 5,461 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2020.

Bei Neuvermietungen spielten Qualitätsstandards eine große Rolle, so Bauernfeind. Die Gesamtmieten sind laut Statistik Austria im Zeitraum viertes Quartal 2019 bis drittes Quartal 2020 um durchschnittlich 2,5 Prozent gestiegen. Die Covid-19-Maßnahmen wie Stundungen hätten sich kaum ausgewirkt. Es sei zu keinem signifikanten Anstieg des Fehlverhaltens bei diesen Zahlungen gekommen, die Zahlungsmoral bei den Mietern sei nach wie vor sehr hoch. Beim Immobilienkauf sei der Eigenkapitalanteil in Österreich hoch. Man gehe nicht von Problemen bei Kreditrückzahlungen aus.

Zum Thema Klimaziele im Gebäudebereich und Umstellung auf erneuerbare Heizsysteme erklärte ÖVI-Bauträgersprecher Klaus Wolfinger, die öffentliche Hand sei gefordert ein Maßnahmenbündel zu schnüren. Dabei sei eine gemeinsame Strategie von Bund und Ländern nötig. Neben Förderungen könnten auch steuerlich oder mietrechtliche Anreize Lenkungseffekte erzielen.

(Schluss) itz/pro

 ISIN   
 WEB   http://www.ovi.at/de/verband/index.php

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