Konjunktur

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Datum/Zeit: 28.06.2020 13:58
Quelle: Konjunktur - Presseaussendung

Industrie Österreichs kämpft sich im Juni weiter erfolgreich aus der Krise



In der Industrie Österreichs hat sich die Talfahrt, ausgelöst durch den Ausbruch der Corona-Pandemie, im Juni abermals spürbar verlangsamt. Auch der Produktionsrückgang schwächte sich deutlich ab. Gebremst wurde die Erholung jedoch von der anhaltenden Nachfrageflaute, mangelnden Exportneuaufträgen und der niedrigen Investitionsbereitschaft, was nicht nur den Ausblick beeinträchtigte, sondern auch zu einem weiteren Stellenabbau führte.

Der saisonbereinigte UniCredit Bank Austria Einkaufsmanagerindex legte binnen Monatsfrist um 6,1 Punkte auf 46,5 zu und erreichte damit ein Vier-Monatshoch. Ungeachtet dessen notiert der Index erneut unter der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. Im April war er auf sein bisheriges Allzeittief abgesackt. Der PMI-Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes für Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Vormateriallager und Lieferzeiten zusammen.

Eine der Hauptursachen für die erneuten Wachstumseinbußen war der Mangel an Neuaufträgen infolge der Ausgabenzurückhaltung der Kunden und des unsicheren Ausblicks. Besonders schwach fiel die Nachfrage diesmal im Investitionsgüterbereich aus. Da die Nachfrage jedoch bei immer mehr Unternehmen anzog und der Konsumgüterbereich sogar wieder Zuwächse verbuchen konnte, fiel das Auftragsminus im Juni nicht mehr ganz so gravierend aus wie in den zurückliegenden drei Monaten. Laut Umfrageteilnehmern zog die Binnennachfrage stärker an als die von den Exportmärkten.

Der Produktionsrückgang schwächte sich von seinem Rekordwert im April weiter ab, der entsprechende Index kletterte auf ein Vier-Monatshoch. Der vom Lockdown am stärksten betroffene Konsumgüterbereich vermeldete sogar zum zweiten Mal hintereinander leichte Produktionssteigerungen. Im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich verlangsamten sich die jeweiligen Rückgänge.

Dass die Kapazitäten nach wie vor nicht ausgelastet waren, zeigt die erneute Abnahme der Auftragsbestände. Folglich wurden im Juni auch mehr Zeitarbeitskräfte entlassen und Arbeitsplätze für Festangestellte abgebaut, womit die Beschäftigung den vierten Monat in Folge sank. Allerdings fiel der Stellenabbau schwächer aus als in den drei Vormonaten.

Nach dem Rekordanstieg im Mai legten die Fertigwarenlager im Juni deutlich langsamer zu. Die Bestände an Vormaterialien nahmen erstmals seit vier Monaten wieder leicht ab. Einige Unternehmen berichteten noch vom Aufbau von Vorratslagern aufgrund befürchteter Lieferengpässe, obwohl sich die Lieferzeiten im Juni nicht mehr so stark verlängerten wie im Mai.

Die allgemein schwache Nachfrage nach Rohstoffen und Halbfertigprodukten sorgte dafür, dass die Einkaufspreise so rasant sanken wie zuletzt im Juli 2012. Folglich wurden auch die Verkaufspreise so stark reduziert wie seit Mai 2009 nicht mehr, was die Befragten auf den scharfen Wettbewerb zurückführten.

Trotz der erneuten Verbesserung gegenüber dem Rekordtief von April verharrten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Juni im negativen Bereich. Sorgen bereitete den Unternehmen die womöglich längerfristig niedrige Ausgabenbereitschaft der Kundschaft.

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